Der Trend heißt TuS N-Lübbecke: 23:21-Sieg beim Spitzenreiter

Die sechste Partie hintereinander ohne Niederlage, das zweite Spiel in Folge gewonnen. Der (Positiv)-Trend hat sich wohl erst einmal am Nordhang des Wiehengebirges eingenistet. Am Freitagabend haben die Kurtagic-Schützlinge sogar beim Spitzenreiter eine deutliche Marke gesetzt. Beim TUSEM Essen siegten sie mit 23:21 (12:10). Damit ist das Geschehen aber noch lange nicht erzählt. Denn aus einem 0:2-Rückstand wurde bis zur 20. Minute die Nettelstedter 11:3-Führung, danach hatten die Gastgeber aber einen 7:1-Lauf. Im zweiten Durchgang gelang dem TUSEM nur ein einziges Mal (12:12, 35. Minute) ein zwischenzeitlicher Ausgleich, jedoch keine einzige Führung mehr. Eng blieb es bis kurz vor Schluss. Mit dem knappen, aber verdienten Sieg für Lübbecke-Nettelstedt am Ende, dessen stärkste Spieler wohl „Feile“ Bechtloff und „Valle“ Spohn sowie auch Keeper Peter Tatai (14 Paraden) gewesen sind. Der TuS ist jetzt (Freitagabend) Sechster der Tabelle bei 15:11 Punkten.

Den Anwurf führte TUSEM Essen aus. Nach 50 Sekunden gab es bereits einen Siebener für Essen, den Beyer (1.) auch verwandelte. Nach dem 2:0 (2. Minute) durch Firnhaber sollten sich die Gastgeber dann aber erst einmal für 17 (!) Minuten aus der Torstatistik verabschieden. Entschlossen vorgetragene Lübbecker Angriffe und eine TuS-Abwehr – einschließlich Peter Tatai zwischen den Pfosten -, die sprichwörtlich ordentlich Beton anrührte, waren die Hauptgründe dafür.

Den 2:1-Anschluss schaffte Patryk Walczak (6.), den 2:2-Ausgleich Valentin Spohn (6.). Gegen seinen Bruder Fredrik traf Jó Gerrit Genz zum 2:3 (8.). Eine Tatai-Parade gegen Ridder half mit, um in der 10. Minute einen Siebener zu bekommen, den Jens Bechtloff zum 2:4 verwandelte. Die weiteren Lübbecker Treffer im Telegrammstil: 2:5 12. Spohn, 2:6 13. Spohn, (Auszeit von Essen bei 12:03 min.), 2:7 13. Walczak, (Was ist denn da los? Das fragten sich verwundert die mitgereisten Fans und jene, die per Ticker und Livestream teilhatten). 2:8 15. Bechtloff (Siebenmeter), 2:9 16. Becvar, 2:10 17. Genz.

Der 3:10-Anschluss durch Akakpo (19.) war der erster TUSEM-Treffer nach 17 Minuten Torflaute, aber auch der Startschuss zum 7:2-Lauf der Hausherren bis zur Pause. In der 20. Minute sahen die Zuschauer eine Zeitstrafe gegen Szczesny und auch das 3:11 durch „Valle“ Spohn. Dass 4:11 (21., Müller) konterte „Feile“ Bechtloff noch zum 4:12, es war das letzte TuS-Tor vor der Pause (21. Minute).

Der TuS hatte bis dato (ca. 20. Minute) extrem gut in der Abwehr gestanden. Ein gewisser (aufs ganze Spiel bezogen nur vorübergehender) Bruch kam ins Spiel der „Rot-Schwarzen“, da der TUSEM zum Ende der 1. Spielhälfte hin mit offensiverer Deckung agierte und so den TuS vor neue Aufgaben stellte.

Aus dem 4:12 wurde somit erst einmal der Halbzeitstand von 10:12. Auch eine Reihe an Zeitstrafen gegen Nettelstedt erwiesen sich als ziemlich störend. Der Wechsel im Essener Tor auf Borchert brachte zeitweise auch einiges für die Siewert-Schützlinge. Auch eine Auszeit, zu der Emir Kurtagic seine Häupter zusammenrief (25. Minute), half nicht wirklich. Ende der 1. Halbzeit gab es noch einen direkten Freiwurf für Essen, den Peter Tatai halten konnte.

In der 2. Halbzeit hatte der TuS N-Lübbecke Anwurf. Doch der TuS-Wurf wurde geblockt (32. Minute). Wieder ein Block und Steal des TUSEM, das fing ja „gut“ an… Das 11:12 (33.) markierte Szczesny und nach einer Borchert-Parade und Walczak-Zeitstrafe (34.) gelang Müller beim 12:12 gar der Ausgleich (35.). Doch bald kämpfte sich Nettelstedt wieder auf Augenhöhe zurück. Im Telegrammstil der weitere Verlauf: 12:13 Bechtloff (36.), Tatai-Parade gegen Szczesny, 37. TuS-Wurf geblockt, 12:14 (37.) Bechtloff erneut, 13:14 (38.) Akakpo, Zeitstrafe gegen Akakpo, 39. 13:15 Bechtloff („Feiles“ 3. Tor hintereinander) 13:16 40. Tatai (!!), Tatai-Parade gegen Szczesny, 41. Siebener für Essen, 14:16 Beyer verwandelt, 42. Borchert-Parade, 43. Tatai-Parade gegen Ellwanger, 43. Siebener für Essen, Beyer verwandelt zum 15:16, 15:17 (45.) Genz, 45. Jó Gerrits Bruder Fredrik Genz wieder für Borchert im Essener Tor.

16:17 (45.) Skroblien, 46. 16:18 Orlowski, 46. Zeitstrafe gegen Bagaric, 46. Tatai-Parade gegen Akakpo, 46. Zeitstrafe gegen Akakpo, 47. Fredrik-Genz-Parade, 16:19 48. Spohn (direkter Freiwurf), bei 47:17 Auszeit von TUSEM Essen, 17:19 49. Szczesny, 18:19 50. Ellwanger, Tatai-Parade, 18:20 52. Strosack.

In der 52. Minute bekam Bagaric eine Zeitstrafe und Rot wegen der 3. Hinausstellung, 19:20 (53.) Klingler, bei 52:50 min. Auszeit des TuS N-Lübbecke, 54. TuS-Wurf geblockt, 54. Genz-Parade, 54. Tatai-Parade gegen Müller, noch eine Tatai-Parade (gegen Klingler), 56. Genz-Parade, 57. Zeitstrafe gegen Szczesny, Disqualifikation! Und zusätzliche 2 Minuten gegen den Essener!

In der 58. Minute fiel das 19:21 durch Patryk Walczak, in derselben Minute traf Essens Müller nur die Latte (bei 57:52 min.) Das 19:22 (59.) (58:22 min.) gehörte „Valle“ Spohn. Auszeit für Essen gab es noch einmal bei 58:28 min. Dann: 59. Essens Wurf geblockt, 20:22 59. Ellwanger (58:51), Auszeit des TuS -Lübbecke (bei 59:11), also noch 49 Sekunden, 20:23 (60.), 32 Sekunden vor Schluss, durch Walczak, Schlusssekunde Siebener für Essen, 21:23 Beyer, dabei Johannes Jepsen im TuS-Tor.

 

Stimme zum Spiel

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Das war ein verdienter Sieg für uns. In den ersten 20 Minuten hat alles gepasst. Das war im Tor, in der Abwehr und im Angriff Erstliga-Format. Dass ein Team, das zuhause spielt, plötzlich seinerseits einen Lauf bekommt, gehört zum Handball schon mal dazu. Wichtig war, dass wir nach dieser schwierigen Phase bis zur Halbzeitpause den Kopf oben behalten haben. Und vor allem auch im zweiten Durchgang immer ruhig geblieben sind. Nur einmal beim 12:12 hat es da noch einen Ausgleichstreffer für Essen gegeben. Es war ein Sieg des gesamten Teams, ein sehr reifes Auftreten. Ich möchte in unserer Einzelkritik niemanden hervorheben. Klar – es hat jeder gesehen, dass auch Peter Tatai ein starkes Spiel gezeigt hat.“

 

Statistik

TUSEM Essen: Genz (5 P.), Borchert (6 P.); Beyer (4/4), Ellwanger (3), Urios Gonzales, Akakpo (4), Szczesny (3), Ridder, Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Klinger (1), Skroblien (3), Zechel.

TuS N-Lübbecke: Tatai (14 P./ 1 Tor), Jepsen; Becvar (2), Genz (3), Walczak (4), Bechtloff (5/3), Ebner, Gierak, Bagaric, Strosack (1), Mundus, Spohn (6), Schade, Orlowski (1), Speckmann.

Siebenmeter: 4/4 – 2/2

Zeitstrafen: 9:7 = Firnhaber (8.), Zechel (16.), Szczesny (20. + 37. + 57. (2 + 2)), Urios Gonzales (36.), Akakpo (39. + 46.) – Bagaric (18. + 46. + 52.), Becvar (23.), Schade (26.), Walczak (27. +34.).

Disqualifikation: Szczesny (57.) 3. Zeitstrafe; Bagaric (52.) 3. Zeitstrafe

Schiedsrichter: Paulo Ribeiro und Pawel Franczak

Zuschauer: 2069 im Sportpark Am Hallo

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