Eine Niederlage, die weh tut: TuS 28:29 gegen Eulen Ludwigshafen

Der TuS N-Lübbecke hat am Donnerstagabend eine ganz bittere 28:29 (12:13)-Niederlage gegen den Tabellenletzten Eulen Ludwigshafen einstecken müssen. Nach einem guten Start mit einer 4:1-Führung (7.) kamen die Gäste aus Ludwigshafen mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie und beim 6:6 durch Alexander Feld (13.) gelang den Eulen auch erstmals der Ausgleich. 12:13 stand es aus Lübbecker Sicht zur Pause. Im zweiten Durchgang erlebten die 1.711 Zuschauer in der Merkur Arena wohl ein gutes Beispiel dafür, wie packend und dramatisch ein Bundesliga-Abstiegsduell laufen kann. Die Ziercke-Schützlingen kämpften ordentlich und hatten bis in die Schlussminute hinein alle Optionen für sich. Doch was hilft es, wenn man am Ende dann doch mit leeren Händen dasteht, 28:29 verliert und auf diese Weise wieder auf einen Abstiegsplatz abrutscht.

 

Zum Spielverlauf konkret: Die Nettelstedter erwischten klar den besseren Start. Sicher verwandelte Luka Rakovic seine Torchance zum 1:0 (2. Minute) und auch Ante Kaleb traf ohne nennenswerte Gegenwehr – aus dem Rückraum zum 2:0-Vorsprung (4.), nachdem Peter Tatai seine erste Parade gezeigt hatte. Lukasz Gierak aus halblinker Position schaffte das 3:1 (6.) und Ante Kaleb hatte beim 4:1 (7.) etwas Glück, der gegnerische Torwart (Stefan Hanemann spielte bei den Gästen durch) langte mit dem Fuß den Ball auch ein wenig selber noch rein. Per zweiter Welle traf der beste TuS-Schütze dieses Abends, Lukasz Gierak (9/6), zum 5:2 (7.).

Doch im weiteren Verlauf war sodann ein 6:2-Lauf der Eulen bis zu deren 8:7-Führung (17.) zu notieren. Die beiden Lübbecker Treffer in dieser Phase markierten Lukas Gierak mit dem 6:4 (11.) nach schönem TuS-Kombinationsspiel sowie Jens Bechtloff, der ein feines Tor zum 7:6 (14.) erzielte, als er – obwohl anscheinend gut abgeschirmt – super in die kurze Ecke traf. Zu beklagen war aber noch etwas anderes, denn nach gut 14 Minuten musste sowohl Moritz Schade, als auch Torwart Peter Tatai für zwei Minuten vom Feld.

So kam es zu einem gewissen ersten Bruch im Nettelstedter Spiel. Gut, dass Lukasz Gierak alle seine sechs Siebenmeter dieses Abends verwandelte, so kam es auch zum 8:8 (18.). Mit dem 8:10, das erzielte Durak für die Gäste, schien der Tabellenletzte sogar schon bald ein wenig davon zu ziehen. Doch einiges gelang dem TuS durchaus im Angriff, was den vergleichsweise knappen Torabstand beim 12:13 beim Pausenpfiff ermöglichte. Zweimal Jó Gerrit Genz, Lukasz Gierak per Siebener und Marko Bagaric im Tempogegenstoß scorten für die Hausherren in dieser Phase.

Schnell erzählt ist im Grunde das, was im zweiten Durchgang noch passierte. Nie mehr gelang es den Ziercke-Schützlingen in Führung zu gehen, ja die Eulen führten ihrerseits oft mit zwei, zweimal gar mit drei Toren. Andererseits stimmte die Kampfkraft oft beim TuS, und so wurde auch zweimal noch ausgeglichen. Das 25:25 (54.) schaffte Ante Kaleb, „mit 8“ an diesem Abend Lübbeckes bester Feldtorschütze, während das 28:28 bereits 25 Sekunden vor Schluss erzielt wurde. Den Siebenmeter verwandelte Lukasz Gierak sehr nervenstark. Leider brachte der letzte Angriff der Gäste die Entscheidung zugunsten Ludwigshafens, es war David Schmidt, der „tor-jubeln“ durfte. Vier Sekunden noch, der TuS in Ballbesitz und Aaron Ziercke bat ein letztes Mal zur Auszeit. Doch Dener Jaanimaas letzter Wurf-Versuch (völlig richtig, da musste er werfen) wurde von den Eulen geblockt.

Klar: Der TuS hatte bis zum Schluss nie aufgesteckt. Ein paar starke Treffer gab es noch, teils nach sehenswerten Kombinationen. Leider wurde in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit vom TuS vorn aber auch manches verworfen und die Gäste schlossen viele ihrer Angriffe dagegen mit Treffern ab, wenngleich Joel Birlehm noch dreimal prächtig parierte, nachdem er in der 38. Spielminute erneut zwischen die Lübbecker Pfosten gekommen war.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Es gab ein paar Knackpunkte, die zu unserer Niederlage geführt haben. In Überzahl fällt uns der Ball auf den Fuß. Dann kassieren wir Mitte der ersten Halbzeit zwei Zeitstrafen gleichzeitig. Da war dann der Spielfluss weg und die Kurve haben wir dann nie mehr richtig gekriegt. Es gab dann in der zweiten Halbzeit zu viele Situationen, in den wir Angst gezeigt haben. Unsere Zweikämpfe waren oft nicht so, wie das hätte sein sollen. Zudem hat der Gegner zu oft die Nahtstellen in unserer Deckung gefunden.“

Benjamin Matschke (Die Eulen Ludwigshafen): „Meine Mannschaft hat heute Abend viel Charakter gezeigt. Ich wollte morgen früh mit einem Ziel aufwachen. Das haben wir nun, in zehn Tagen zuhause gegen Hüttenberg. Das ist dann das einzige Spiel der ganzen Saison, in das wir als Favorit gehen. Klar, hätte der TuS auch knapp gewinnen können oder es wäre Unentschieden ausgegangen. Trotzdem denke ich, dass wir verdient diesen Sieg errungen haben. Denn meist haben wir im zweiten Durchgang in Führung gelegen.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai (3 Paraden), Birlehm (5 Paraden); Genz (5), Kaleb (8), Bechtloff (2), Gierak (9/6), Bagaric (1), Gruszka, Rakovic (1), Torbrügge (1), Jaanimaa (1), Schade, Zetterman, Speckmann (n.e.), Hövels.

Die Eulen Ludwigshafen: Hanemann (9 Paraden), Hoppe (n.e.); Stüber (n.e.), Hruscak (n.e.), Dietrich (2), Scholz (1), Haider, Feld (2), Falk (3), Durak (1), Bührer (n.e.), Djozic (3/2), Weber (n.e.), Dippe (4), Valiullin (8), Schmidt (5).

Siebenmeter: 6/6:2/2

Zeitstrafen: 6:8 (min.) + = (Torbrügge (12.), Schade (15.), Tatai (15.) / Haider (10.),
Dippe (23.), Valiullin, (35. + 52.))

Spielfilm: 2:0 (4.), 4:1 (7.), 5:2 (7.), 6:4 (11.), 6:6 (13.), 7:8 (17.), 8:10 (23.), 10:11 (26.), 10:12 (27.), 12:12 (30.), 12:13 (30.) – 13:13 (32.), 13:16 (35.), 15:18 (38.), 18:19 (42.), 19:20 (45.), 20:23 (48.), 23:24 (50.), 25:25 (54.), 25:27 (56.), 26:28 (57.), 28:28 (60.), 28:29 (60.).

Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies

Zuschauer: 1.711 in der Merkur Arena Lübbecke

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