Enge Kiste für TuS gegen Konstanz: Jepsen hält und trifft selbst zum 23:23

Dass es am Samstagabend vor 1.388 Zuschauern nur zu einem 23:23 (13:13) für den Favoriten TuS N-Lübbecke gegen die HSG Konstanz reichte, mag manchen im Lager der „Rot-Schwarzen“ etwas enttäuschen. Doch die Dramaturgie gegen Ende der Partie war es wert, hier live dabei zu sein und für Nettelstedt ging es gut aus. Denn aus dem 21:23-Rückstand (58. Minute) gelang den Kurtagic-Schützlingen noch der nicht unverdiente Teilerfolg zum Unentschieden. Zum Ausgleich traf Lübbeckes Schlussmann Johannes Jepsen etwa eine halbe Minute vor der Schlusssirene.

 

Das Spiel begann mit dem Anwurf des TuS N-Lübbecke. Und noch in der 1. Spielminute traf Jó Gerrit Genz recht locker aus dem Rückraum zur 1:0-Führung. Als die Gäste aus Konstanz ihre erste Torchance neben das TuS-Gehäuse setzten, fiel auch prompt das 2:0 (2.) dank Marian Orlowski, der ins lange Eck vollendete. Ein Flüchtigkeitsfehler (Ballverlust) beim TuS erleichterte das 2:1 für das Gäste-Team, als Schlaich im Tempogegenstoß (3.) sich keine Blöße gab. Zwei Holztreffer der Nettelstedter im Folgenden, reichlich Pech. Beckmann gelang der 2:2-Ausgleich (4.). Klasse an den Kreis gemogelt hatte sich Jens Bechtloff vor seinem 3:2 (5.).

Erneut schaffte Marian Orlowski nach 6 Minuten einen Torwurf in das lange Eck, es stand 4:2. Eine Parade von Peter Tatai folgte. Doch es bedurfte einer weiteren Abwehr des TuS-Torwarts, um den Weg zum 5:2 durch Jó Gerrit Genz in Unterzahl zu ebnen (10.) Nach lang vorgetragenem Angriff konnte Marian Orlowski zum 6:3 (12.) vollenden. Dann kam die Show des Peter Strosack. Denn der TuS-Rechtsaußen schaffte es, für die nächsten drei TuS-Tore zu sorgen und zwar alle per Tempogegenstoß. Es waren die Treffer zum 7:3 (13.), 8:4 (14.) und 9:4 (15.).

Als Jó Gerrit Genz zum 10:6 (18.) vollendete, war auch Glück dabei, denn Torwart Michael Haßferter war noch dran. Peu á peu kämpften sich die Gäste nun aber heran. Einige Fehlwürfe bei den Hausherren waren nun zu beklagen. Schön allerdings die letzten drei Lübbecker Treffer vor der Pause, die allesamt Jó Gerrit Genz gelangen. Ein Dreher war es zum 11:9 (24.), ins leere Konstanz-Tor sein Wurf zum 12:9 (25.) und beim 13:12 (29.) „schmeichelte“ sich der Ball in den Winkel.

Nach dem Pausenstand von 13:13 durfte man nun eher mit einem Spiel auf Messers Schneide rechnen. Und genauso kam es. Zu einem Führungstreffer sollte es für Nettelstedt nie mehr kommen. Die Gäste stellten eine aufopferungskämpfende Abwehr und überraschten auch im Angriff mit erstaunlich vielen raffinierten Spielzügen und blitzsauberen Toren. Der TuS tat sich schwer im Angriff, behielt andererseits aber den Kopf immer oben.
Die schönsten Aktionen und Treffer der Lübbecker seien hier noch erwähnt. So war Marian Orlowski beim 14:14 (32.) aus dem Rückraum schon fast im Fallen. Zwei Siebener verwandelte Peter Strosack, ehe sich Dominik Ebner toll durchsetzte vor seinem 17:17 (39.). Das Besondere am 18:19 (42.) war, dass Marian Orlowski hier bei Unterzahl traf. Endgültig in der Partie zurück war der TuS dank Jó Gerrit Genz, als dieser das 21:21 (53.) erzielte. Er hatte sich mit Vehemenz durchgetankt. Dank zweimal Kaletsch lag die HSG jedoch in Front, es stand 21:23 (58.). Nerven behielt Peter Strosack bei seinem Siebenmeter in der 59. Minute: Es stand 22:23. Nach einer nochmaligen Auszeit des TuS wehrte der in der 40. Minute eingewechselte Johannes Jepsen – wie erwähnt – einen Ball ab und warf zum Ausgleich ins verwaiste Gäste-Tor. Klasse Stimmung in der Merkur Arena war daher sicher, auch wenn insgesamt nur ein 23:23 heraussprang.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Es ist schon sehr ärgerlich, dass es uns nicht gelingt, nach dem 9:4-Zwischenstand vernünftig weiterzuspielen. Die Jungs denken, nun täte Wurftraining folgen… Wir machen zu viele Fehler und der Gegner bekommt seine zweite Luft! Trotzdem sind wir auch froh über den Punkt, wie er zustande kam. Unsere kleine Erfolgswelle ist gebrochen. Andererseits sind wir seit drei Spielen ohne Niederlage.“

Daniel Eblen (HSG Konstanz):„Klar, sind wir sehr glücklich über den einen Punkt. Daher haben wir beim letzten Angriff bei Unterzahl auch unser Gehäuse bewusst nicht blank gelassen. Ich ziehe sämtliche Hüte vor meiner Mannschaft, die binnen 48 Stunden zwei starke Leistungen abgeliefert hat. Riesenkompliment an die Abwehr und auch vorn haben wir recht wenige technische Fehler gemacht.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Tatai (3 Paraden), Jepsen (5 Paraden) (1); Becvar, Genz (7), Walczak (1), Bechtloff (1), Ebner (1), Gierak, Bagaric, Strosack (7/3), Mundus, Spohn, Schade, Orlowski (5), Speckmann (n.e.).

HSG Konstanz: M. Wolf (1/1 Paraden), Tölke, Haßferter (9 Paraden); Stotz (1), Schlaich (2), Czakó (n.e.), Hild, T. Wolf (2), Wiederstein, Kaletsch (6), Krüger (3), Maier-Hasselmann (5/5), Beckmann (2), Jud (2), Keupp, Wedel.

Siebenmeter: 5/3:6/5 (Bechtloff scheitert an Haßferter, Strosack an M. Wolf / Maier-Hasselmann wirft vorbei)

Zeitstrafen (min.): 12:12 (Genz, Walczak, Gierak, Bagaric, Strosack, Schade / 2 x Wiederstein, Schlaich, T. Wolf, Krüger, Jud)

Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich

Zuschauer: 1.388 in der Merkur Arena Lübbecke

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