Flotter Start und starke Endphase: TuS siegt 25:20 über Hüttenberg

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Der 5:1-Anfang bis zur 11. Spielminute und ein 6:1-Lauf in den Minuten 50 bis 60 waren entscheidend: Wenigstens fürs Erste ist der Knoten – nach zuvor drei Niederlagen in Folge – für den TuS N-Lübbecke (endlich) geplatzt: 25:20 (12:10) im Heimspiel über den TV Hüttenberg gewonnen – und zwar letztlich verdient! In den ersten Sekunden nach dem Schlusspfiff hüpften die Handballer vor Freude im Kreis wie die Kinder. Ein durchaus gewohntes Bild. Nur dieses Mal waren es nicht die Gäste, die so riesig erleichtert waren, wie noch vor 14 Tagen die Männer des TuS Ferndorf. Dieses Mal freuten sich die Jungs vom Wiehen mit ihrem ebenfalls sehr gut gelaunten Coach Emir Kurtagic. Gerade gegen seinen alten Verein wollte Emir siegen – und es gelang! Die stärksten TuS-Akteure in der Schlussphase waren der ins Tor gekommene Johannes Jepsen und im „Vorwärtsgang“ besonders Valentin Spohn. Nettelstedt ist bei jetzt 7:9 Zählern in der Tabelle auf Rang 12 geklettert.

 

Zum Spielverlauf: Wie erwähnt gelang der Start den Nettelstedtern hervorragend, wozu sich auch drei Paraden von Peter Tatai gesellten. Jó Gerrit Genz fand die Lücke zum 1:0 (2. Minute) und schlenzte das kleine Leder gekonnt zum 2:1 in die Hüttenberger Maschen (4.). Bei zweiter Welle landete Mo Schade das 3:1 (5.) und Jens Bechtloff verwandelte vom Punkt zum 4:1 (7.). Nach Tatai-Assist gelang im Tempogegenstoß Peter Strosack gar das 5:1 (11.).

Größer wurde der Toreabstand zwar nicht, doch der TuS zeigte weiter eine ordentliche Partie und kam auch zu sehenswerten Treffern. Das 6:2 (13.) erzielte Marian Orlowski in Unterzahl. Das Tor zum 7:4 hämmerte Jó Gerrit Genz beeindruckend in den Winkel (18.). Die weiteren Lübbecker Torerfolge vor der Pause: 8:5 (21.) durch Moritz Schade, 9:6 (22.) von Roman Becvar, als er eine Lücke fand, 10:8 Dominik Ebner – und zwar in Unterzahl, 11:8 Bechtloff, es war ein Tempogegenstoß und „Feile“ hob den Ball dabei klasse über TVH-Schlussmann Weber hinweg, 12:9 Valentin Spohn, 13 Sekunden vor dem Pausenpfiff. Dann 12:10 zur Pause – das las sich gut, war aber natürlich noch lange kein Garant für den doppelten Punktgewinn nach 60 Minuten. Mit der recht offensiven Deckung (3-2-1) kamen die Lübbecker ganz gut zurecht. Sie gingen weite Wege, waren immens in Bewegung. So muss man bekanntlich gegen eine solche Defensive spielen.

Auch in der 2. Halbzeit kamen die Hüttenberger kein einziges Mal in Führung. Zweimal Gleichstand – das war es schon, beim 1:1 (3. Minute) und später, als es kurz 19:19 stand (50.). Die Kurtagic-Schützlinge spielten weiterhin auf konstantem Niveau. Zu Buche schlugen im Grunde aber schon die vier verworfenen TuS-Siebenmeter, davon drei nach der Pause. Sei’s drum. Erwähnenswert waren im weiteren Verlauf die allermeisten Nettelstedter Tore. So Jó Gerrit Genz mit seinem 14:11 (34.) im Tempogegenstoß und auch das 15:11 (36.) von Käpt’n Marian Orlowski mit einem Hammer unter die Latte war bestens. Und Peter Strosack zeigte einen Dreher zum 16:12 (38.).

Zwei Fehlwürfe und ein Ballverlust ermöglichten es Hüttenberg, bis auf 16:15 (43.), 17:16 (45.) und 18:17 (47.) fast aufzuschließen. Nach dem 19:19-Ausgleich durch Schreiber (50.) drohte doch wieder ein unangenehmes Ende für die Lübbecker Mannschaft. Was aber folgte war der anfangs erwähnte 6:1-Lauf, der zum verdienten Sieg führte. Im Kasten Johannes Jepsen und auf dem Feld vor allem Valentin Spohn machten jetzt den stärksten Eindruck beim TuS. Und doch war es gleichsam auch ein Sieg des gesamten Teams in den Schlussminuten. Die Tore 20 bis 25 für den TuS im Telegrammstil: 20:19 (51.) Spohn ins lange Eck, 21:19 (52.) Spohn, um die eigene Achse gedreht, plötzlich auf links bis halblinks völlig frei, 22:19 (54.), Jens Bechtloff vom Kreis, 23:19 (57.) Spohn ins lange Eck, 24:19 (58.) Peter Strosack im Tempogegenstoß, 25:19 (60.) Roman Becvar. In dieser Phase aber auch: Paraden von Johannes Jepsen, darunter ein Siebenmeter. Letzter Treffer des Abends: Schreiber für Hüttenberg zum 25:20-Endstand.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Okay, wir verwerfen wieder zu viele Siebenmeter und hauen freie Bälle nicht rein. Trotzdem: Ich bin vor allem deshalb stolz auf meine Jungs heute Abend, weil sie am Anfang ein 5:1 vorlegen und in den letzten 10 Minuten aus dem 19:19 noch ein 25:20 erzielen. Dass sie zwei so starke Phasen abrufen können, spricht klar für sie. Doch auch über die gesamten 60 Minuten betrachtet, hat meine Mannschaft die Vorgaben sehr gut umgesetzt. Wir hatten jetzt 10 gute Tage der intensiven Vorbereitung. Das haben alle so richtig aufgesogen. Mehr als über diese zwei Punkte freut mich die Entwicklung, die die Mannschaft unter den bekannten schwierigen Bedingungen in diesen eineinhalb Wochen gemacht hat. Jetzt freuen wir uns alle auf den Montag – mit der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Bietigheim.“

Frederick Griesbach (TV Hüttenberg): „Ob unsere Niederlage am Ende zu hoch ausgefallen ist? Ich denke, dass ist zweitrangig. Beim 19:19-Zwischenstand kommt Johannes Jepsen ins Lübbecker Tor, der nun fast alles abfängt. Das war sicher der Schlüsselmoment. Das ist äußerst ärgerlich, denn wir hatten uns hier etwas ausgerechnet. Wir beklagen ohnehin zwei Verletzte, heute konnte Dieudonne Mubenzem zudem bald nicht mehr eingesetzt werden. So fehlte uns am Ende auch etwas die Luft. Aber unsere Niederlage lag nicht nur daran. So passierten uns vor allem im ersten Durchgang zu viele technische Fehler. Unsere Angriffsquote war nicht gut, da gingen bei uns die Köpfe runter und Lübbecke bekam mehr Sicherheit in sein Spiel. Nun stehen wir mit leeren Händen da und müssen die Punkte woanders holen.“

 

TuS N-Lübbecke: Tatai (8 Paraden) (1. bis 22., 26. bis 50.), Jepsen (5/2 Paraden) (22. bis 26. und ab 50.); Brune (n.e.) Becvar (2), Genz (6), Bechtloff (3/1), Ebner (1), Gierak, Bagaric, Strosack (3), Mundus (n.e.), Spohn (5), Schade (3), Orlowski (2), Speckmann (n.e.).

TV Hüttenberg: Plaue (n.e.), Weber (12/4 Paraden); Fuß (4), Sklenak (1), Lambrecht (1), Rompf, Zörb (1), Fernandes (2), Mubenzem (1), Hübscher (2), Zintel (3/1), Klein (1), Schreiber (4).

Siebenmeter: 5/1 : 3/1 (Weber hält gegen Bechtloff, Strosack, Ebner und Genz; Jepsen hält gegen Zintel und Hübscher)

Zeitstrafen: 10:6 (min.) = (2 x Bagaric (12., 16.), Gierak (21.), Spohn (24.), Ebner (55.); Zörb (21.), Lambrecht (41.), Fuß (56.))

Spielfilm: 1:1 (3.), 5:1 (11.), 6:4 (16.), 8:5 (21.), 9:6 (22.), 9:8 (25.),11:8 (29.), 12:10 (30.) – 13:11 (32.), 15:11 (36.), 16:12 (38.), 16:15 (43.), 18:16 (46.), 19:17 (47.), 19:19 (50.), 25:19 (60.), 25:20 (60.)

Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann

Zuschauer: 1.402 in der Merkur Arena Lübbecke

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