Gummersbach niedergekämpft und niedergespielt: Knappes, aber verdientes 29:27 für den TuS N-Lübbecke

Vor 1.734 Zuschauern in der Lübbecker Merkur Arena rang der TuS N-Lübbecke am Freitagabend Altmeister VfL Gummersbach nieder. Dabei hatten die Kurtagic-Schützlinge über weite Strecken das Zepter zwar klar in der Hand, doch mehrfach und beeindruckend kamen die Gäste in die Partie zurück. Der 29:27 (14:14)-Sieg Lübbeckes wiegt umso mehr, als man auf den so sehr etablierten Mittelblock Walczak-Bagaric verletzungsbedingt dieses Mal verzichten musste. Doch das Duo Gierak-Schade stand an diesem Abend dem etatmäßigen Gespann in nichts nach, wenngleich recht zahlreiche Gegentore zu notieren waren. Einige Hammer-Knaller aus dem Rückraum von Marian Orlowski (insgesamt 8 Torerfolge), gerade gegen Ende, und TuS-Keeper Peter Tatai mit wieder einmal 11 Paraden gaben ebenso knapp den Ausschlag zugunsten der Hausherren wie aber auch die gesamte Mannschaftsleistung von Nettelstedt-Lübbecke. Somit haben die Kurtagic-Schützlinge das 2020-er Punktkonto auf beeindruckende 10:2 Zähler ausgebaut. Da ist möglicherweise auch ein recht schöner, weil erfolgreicher Frühling für den TuS noch in Sicht!

 

In der 1. Halbzeit sahen die Besucher ein sehr temporeiches Spiel. Kaum eine Handbreit gönnte die eine Mannschaft der anderen. Der TuS lag lange Zeit in Front, der Gegner hatte sich beim 11:11 (23. Minute) aber erstmals einen Ausgleich erkämpft und erspielt, beim 12:13 (27.) sogar die erste Führung. Gummersbach deckte überraschend offensiv. Auf die ballführende Seite des TuS kamen die Abwehrspieler weit nach vorn, vor allem gegen halblinks. Yonathan Dayan ging dann und wann gegen die Rückraum-Mitte des TuS fast schon in eine Manndeckung über. Das alles nahm dem TuS schon einiges vom anfänglichen Schwung. Gleichwohl konterte Lübbecke zum 14:13. Das Unentschieden zur Halbzeitpause spiegelte insgesamt das Kräfteverhältnis sehr gut wider.

Sehenswerte TuS-Treffer im ersten Durchgang: Das 1:0 von Marian Orlowski in den Winkel (1. Minute). Nach einer Tatai-Parade traf Peter Strosack zum 7:5 (12.). Schön auch Roman Becvars 9:7 (16.), im Sprung zunächst den Wurf nur angetäuscht. Valentin Spohn kam in die Partie und traf mit einem Unterarmwurf gleich zum 12:11 (24.). Jó Gerrit Genz gelang das 13:13 (27.) ins lange Eck. Kurz hieß es „6 gegen 4“ für den VfL, doch bei dieser doppelten Unterzahl gelang Peter Tatai eine prima Parade!

Auch beim TuS blieben in der Deckung die Spieler übrigens nicht beim klassischen „6-0“. Bei Wiederbeginn nach dem Pausentee hatte Gummersbach der Anwurf gehört. Beim 14:15-Rückstand schaffte Peter Tatai bei einem Siebenmeter eine tolle Abwehraktion. Er verhinderte den Heber von Marvin Sommer: eine der Schlüsselszenen dieser Partie: Kein 14:16! Nun ging das Tempo auf beiden Seiten nochmals nach oben. Die Zuschauer bekamen ein gutklassiges Zweitliga-Spiel zu sehen. Bemerkenswert in der 2. Halbzeit zum einen der 8:2-Lauf Lübbeckes vom 14:15-Rückstand (32.) zum 22:17 (46.). Zum anderen die 0:5-Reihe gegen den TuS, als Gummersbach vom 25:19 (51.) bis auf 25:24 (55.) herankam.

Dann wurde aber wieder einmal deutlich, wie sich der TuS N-Lübbecke weiterentwickelt hat im Verlaufe dieser Saison 2019/20. Kein Kopf ging runter, vielmehr wurden die Ärmel hochgekrempelt. In der 56. Minute das 26:24 durch Dominik Ebner (Aufsetzer in den Aufsetzer Winkel), Parade Tatai, in der 57. Minute das 27:24 durch Marian Orlowski, ein echter Kracher, dann lenkte Peter Tatai den Ball über die Latte. Beim 28:25 wieder dank Marian Orlowski war das Ding so gut wie durch, der TuS-Abend gerettet. Nochmals Marian Orlowski zum 29:26! „Oh, wie ist das schön“ – der Song der TuS-Fans zum Ende von dramatischen 60 Minuten mit Happyend.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Es war von beiden Seiten ein gutes und auch faires Spiel. Heute Abend hatten wir auch Schwächephasen. Aber es ist beeindruckend, wie meine Spieler inzwischen auf positive, aber auch auf negative Ereignisse im Spiel reagieren. Am Ende war gewiss auch etwas mehr Fortune auf unserer Seite. In der 1. Halbzeit hätten wir auch schon klarer führen können. Im zweiten Durchgang gab es aus unserer Sicht einen 8:2-, aber auch einen 0:5-Lauf. Es war also alles dabei.“

Torge Greve (VfL Gummersbach): „Kurz nach dem Wechsel bei 14:15 können wir mit zwei weiteren Toren die Partie auf unsere Seite ziehen. Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Sie hat mit Leidenschaft gekämpft. Doch erneut waren wir in einigen Situationen der zweiten Halbzeit wieder nicht clever genug, gerade gegen Teams, die auch weiter vorn in der Tabelle stehen, passiert uns das… Der Nettelstedter Erfolg geht sicher insgesamt so in Ordnung.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Tatai (11/2), Jepsen; Brune, Becvar (2), Genz (2), Bechtloff (4), Ebner (2), Gierak (2), Strosack (4), Mundus, Spohn (1), Schade, Orlowski (8), Speckmann (4/3).

VfL Gummersbach: Ivic (9/1), Puhle; Schröter, Fanger, Dayan (3), Blome (12/3), Kontrec, Häseler, Sommer (3/3), Herzig (3), Meinhardt, Villgrattner (1), Kiesler, Stüber, Becker (2), Bozovic (3).

Siebenmeter: 2/3 – 6/8 Speckmann an Ivic (55.) – Sommer tritt über (13.), Sommer an Tatai (34.)

Zeitstrafen:
2:2 – Orlowski (26.), Schade (28.) – Herzig (25.), Becker (46.)

Schiedsrichter: Martin Thöne und Marijo Zupanovic

Zuschauer: 1.734 Zuschauer in der Merkur Arena

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