Nicht immer glänzend, aber Sieg nach Maß: TuS mit 24:19-Erfolg über Aufsteiger Krefeld

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Hauptsache gewonnen – so heißt es nach Arbeitssiegen oft. TuS-Trainer Emir Kurtagic resümierte den 24:19 (12:6)-Heimsieg des TuS N-Lübbecke so: „Wir können Positives aus dieser Partie mitnehmen. Gut 10 Minuten vor Schluss kommt der Gegner auf drei Treffer heran, aber wir bleiben ruhig und souverän und ziehen von 17:14 auf 21:14 davon.“ Alle TuS-Tore in dem angesprochenen Zeitraum übrigens von „Valle“ Spohn erzielt, der mit insgesamt 6 Treffern (neben Peter Strosack, 6/2) stärkster Lübbecker Werfer war. Auch die erste Spielhälfte konnte die Nettelstedter Fans zufriedenstellen, denn da wurden nur sechs Gegentore zugelassen. Also: Noch läuft nicht alles rund beim TuS, aber die zwei Punkte sind im Sack. Nächster Auftritt der „Rot-Schwarzen“ kommenden Samstag beim TSV Bayer Dormagen.

 

Zum Spielverlauf: Der TuS N-Lübbecke hatte Anwurf, musste aber den ersten Treffer des Abends einstecken, als Ciupinski zum 0:1 traf (3. Minute). Per zweiter Welle gelang Marko Bagaric der 1:1-Ausgleich nach 7 Minuten. Nach der zweiten Tatai-Parade vollendete Roman Becvar zum 2:1 (8.), es war ein Angriff, der so ziemlich genau zwischen Tempogegenstoß und erneut zweiter Welle lag. Noch ein einziges Mal sollte Gegner Krefeld in Führung liegen. Das war beim 2:3 (10.), für das Cutura vom Kreis sorgte. Jens Bechtloff mit geschicktem Heber zum 3:3 (11.) und per Tempogenstoß Peter Strosack zum 4:3 (ebenfalls 11.) hatten für die TuS-Führung gesorgt. Letztmalig auszugleichen, dass gelang den Gunnarsson-Schützlingen beim 4:4 durch Brüren (12.). Mit herrlichem Sprungwurf und in die lange Ecke besorgte Marian Orlowski das 5:4 (13.) und einen bzw. diesen Vorsprung gab Nettelstedt bis zum Spielende nicht mehr ab.

60 Minuten lang hatte der TuS die anspruchsvolle Aufgabe zu erledigen, gegen die Krefelder 5:1-Deckung (Jaeger) zu bestehen. Dies gelang häufig zwar gut, aber auch nicht so effektiv, dass die HSG diese Variante aufgegeben hätte (von Krefelder Unterzahl-Situationen mal abgesehen). Nach und nach – bis zum 12:6-Pausenstand bauten die Kurtagic-Schützlinge den Vorsprung aus. Die TuS-Treffer: Das 6:4 (17.) durch Peter Strosack (Tempogegenstoß), das 7:4 (20.) dank Valentin Spohn, zum 8:5 kam „Feile“ Bechtloff (22.) aus Linksaußenposition und Jó Gerrit Genz erzielte im Tempogegenstoß das 9:5 (23.). Eine Glanzparade, das muss hier eingeschoben werden, zeigte Peter Tatai, als er gegen Wöstmann aus allernächster Entfernung rettete (24.). Als Zeitspiel schon drohte, warf Peter Strosack zum 10:5 (25.) ins lange Eck ein. Und das 11:5 war ein verwandelter Siebenmeter von Peter Strosack (28.). 5 Sekunden vor der Pausensirene schaffte „Valle“ Spohn den 12:6-Pausenstand.

In der 2. Halbzeit gelang es den Lübbeckern nicht, sich schon sehr rasch vorentscheidend abzusetzen. Im zweiten Durchgang erzielten die Gäste sogar noch einen Treffer mehr als der TuS. Für prächtige Stimmung in der Merkur Arena war dennoch gesorgt, der „8. Mann“ in Gestalt des heimischen Publikums war auch ein ganz wichtiger Grund, warum die Kurtagic-Schützlinge ihren ersten Saisonheimsieg einfuhren. Eine Parade von Peter Tatai hatte die zweite Spielhälfte übrigens eingeleitet. Beim Stand von 15:10 in der 41. Minute sammelte der TuS-Coach noch einmal seine Lieben zusammen – Auszeit.

Nach dem 16:10, Peter Strosack in der 42. Minute vom Kreis, nachdem er von den Kameraden wunderbar freigespielt worden war, hatten die Krefelder einen 3:1-Lauf bis zum 17:14. Wie im Vorspann dieses Textes bereits geschildert behielt der TuS aber einen klaren Kopf und hatte „Valle“ Spohn in seinen Reihen, der viermal hintereinander einnetzte. Durch die Beine des gegnerischen Torwarts das 18:14 (49.), ein Hammerwurf zum 19:14 (50.), das 20:14 (52.) bei Zeitspiel-Pfiff-Gefahr und schließlich auch zum 21:14 (53.). Sieben Minuten noch zu spielen, sieben Treffer vorn – das war es zugunsten des TuS N-Lübbecke!

Die letzten beiden Tore der Hausherren gehörten Jan-Eric Speckmann, der diesmal erst spät auf das Spielfeld gekommen war. Ballverlust und Fehlpass der Krefelder ermöglichten „Specki“ die Treffer zum 23:16 (56.) und 24:18 (60.). Letzter Torerfolg des Abends für die Gäste: Simon Ciupinski warf den Endstand von 24:19 (60.) heraus.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „In der ersten Halbzeit stellen wir eine gute Abwehr, das hat mir gefallen. Mit der zweiten Hälfte bin ich weniger zufrieden. Was wir uns in den ersten 30 Minuten erarbeitet hatten, haben wir nach dem Wechsel zu sehr vernachlässigt. Man hat heute Abend erneut gesehen: Die 2. Liga ist kein Wunschkonzert. Heute ist vieles nicht gut gelaufen. Und das werden wir ansprechen müssen. Aus Fehlern lernen, das ist jetzt ganz wichtig. Und gegen die 5:1-Abwehr waren wir in einigen Situationen zu unentschlossen. Aber der Sieg tut trotzdem gut.“

Stefan Arnar Gunnarsson (HSG Krefeld): „Ich bin zufrieden mit der zweiten Halbzeit. Sechs Tore in der ersten Hälfte dagegen, das war natürlich viel zu wenig für einen Angriff! 24 Gegentore am Ende sind demgegenüber ein gutes Resultat für uns. Dass Nettelstedt so viele Tempogegenstoß-Tore erzielt, ist auch mitentscheidend dafür gewesen, dass wir heute Abend verloren haben. “

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Tatai (10 Paraden) (bis 56.), Grzesinski (2 Paraden) (ab 56. und bei einem Siebenmeter); Becvar (1), Genz (1), Walczak, Bechtloff (2), Ebner, Bagaric (1), Strosack (6/2), Mundus, Spohn (6), Schade, Orlowski (5/2), Speckmann (2).

HSG Krefeld: Toth (6/1 Paraden) (bis 51.), Keutmann (1 Parade) (ab 51. und bei einem Siebenmeter); Jaeger (4), Wöstmann, Cutura (4), Janus, Roosna (3), Vonnahme, Luciano, Gentges, Schulz, Ciupinski (3), Brüren (5/3).

Siebenmeter: 5/4 : 3/3 (Spohn scheitert an Toth)

Zeitstrafen:
6:4 (min.) = (Bagaric (36. und 42.), Ebner (51.) – Cutura (21.), Luciano (44.))

Spielfilm: 0:1 (3.), 2:1 (8.), 2:3 (10.), 4:4 (12.), 7:4 (20.), 11:5 (28.), 11:6 (29.), 12:6 (30.) – 14:7 (34.), 16:10 (42.), 16:12 (44.), 17:14 (47.), 21:14 (53.), 23:16 (56.), 23:18 (58.), 24:18 (60.), 24:19 (60.).

Schiedsrichter: Lucas Hellbusch / Darnel Jansen

Zuschauer: 1.213 in der Merkur Arena Lübbecke

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