Rückschlag nach der Erfolgswelle: Verdiente Lübbecker Niederlage beim TuS Ferndorf

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Andere Teams – noch weiter vorn in der Tabelle gelegen – hatten so nett „vorgelegt“. Coburg verlor schon am Freitag in Lübeck-Schwartau, TUSEM Essen am selben Tag gelang nur ein 24:24 gegen Hüttenberg. Doch diese Vorlagen wusste der TuS N-Lübbecke am Samstagabend beim TuS Ferndorf nicht auszunutzen. Die Ziercke-Schützlinge verloren die Auswärtspartie im Siegerland verdient mit 19:22 (8:13). Und dabei hätte es noch ärger werden können. Vor allem im Angriff zeigte Nettelstedt diesmal viel zu wenig. Mit 14:8 Zählern rangiert das Team vom Wiehengebirge nun auch dem fünften Rang. Die Erfolgswelle, die 10:0 Punkte am Stück, sind erst einmal Geschichte. Doch recht bald kann Lübbecke Wiedergutmachung betreiben. Denn es steht ein Doppelspieltag an. Jetzt Freitagabend reist der ASV Hamm-Westfalen zur Merkur Arena. Weniger als 48 Stunden später sind die „Rot-Schwarzen“ bereits beim Dessau-Roßlauer HV zu Gast.

 

Der TuS-N-L begann beim anderen TuS (in Ferndorf) in der Formation Bechtloff, Gierak, Hövels, Jaanimaa, Walczak, Strosack und Birlehm. Marko Bagaric nahm dann für Hövels und Genz für Jannimaa jeweils in der Abwehr die Positionen ein. Anwurf hatte Nettelstedt, aber auch gleich den ersten Fehlwurf. Nach einer Parade von Joel Birlehm ging erneut ein Lübbecke-Wurf daneben, Das 1:0 für Ferndorf fiel in der 4. Spielminute. Nur wenige Sekunden später erzielte Lukasz Gierak den ersten Treffer für die Ziercke-Schützlinge zum 1:1. Doch mit vier Treffern hintereinander stellte der Gastgeber schon mal erste Weichen für einen – aus seiner Sicht – schönen Handball-Abend.

Per Siebenmeter-Tor gelang Ferndorf das 2:1 (6.), Faulenbach erhöhte auf 3:1 (7.) und erneut ein Siebener (Neitsch) brachte das 4:1 (7.) und nach dem 5:1 (8.) war man im Lübbecker Lager schon reichlich verdutzt. Nach einem weiteren Lübbecker Fehlwurf leistete sich das gastgebende Team einen technischen Fehler, was Peter Strosack das 5:2 (10.) erleichterte. Nach 6:2 (10.), das erneut Faulenbach markierte, hielt Puhl einen der in dieser Phase drei (!) verworfenen Nettelstedter Siebenmeter. Doch Joel Birlehms Paraden machten das Ganze noch einigermaßen erträglich für die Gäste, zudem kassierte in der 13. Minute der Ex-Lübbecker Koloper eine Zeitstrafe nach einem Foul an Kenji Hövels. Beim 6:5 (16.) durch Peter Strosack schien eine Wende möglich.

Doch der Gastgeber konnte das Lübbecker Team weiterhin recht ordentlich auf Distanz halten. Beim 10:8 (24.) war der TuS N-L auch fast noch mal dran. Doch ein 3:0-Lauf Ferndorfs bis zum 13:8-Pausenstand brachte die Dinge für die Lerscht-Schützlingen wieder ins Lot. Besonders ärgerlich für die Ziercke-Schützlinge dabei, dass das 13:8 eine Sekunde vor der Pausensirene fiel, zuvor hatte erneut eine Puhl-Parade dies eingeleitet. Fünf Tore zur Halbzeit schon hinten… Eine schwere Hypothek für Nettelstedt in den 30 Minuten. So viel war schon mal klar.

Die statistischen Eckdaten zur Pause sprachen für sich. Die Gastgeber lagen vorn bei der Wurfquote (61,9:44,4), den gehaltenen Bällen (46,7:27,8), den erfolgreichen Angriffen (46,4:27,6) und mit 5:0 auch bei den Siebenmetern. Bei den Positionsangriffen tat sich der TuS N-L sehr schwer, es passierten leider zu viele unvorbereitete Würfe. Joel Birlehm mit Paraden und Peter Strosack mit zwei Tempogegenstoß-Toren hintereinander machten das Ganze für Nettelstedt zwischenzeitlich noch etwas erträglich – wie erwähnt. Auch Dener Jaanimaas Treffer 7 und 8 für den TuS vom Wiehengebirge machten zeitweise noch Hoffnung.

Die Geschichte des zweiten Spielabschnitts ist recht schnell erzählt. Für eine Wende kam Nettelstedt nicht mehr wirklich in Frage. Zur 31. Minute spielte dann Jan-Eric Speckmann für Jens Bechtloff auf Linksaußen. Lübbecke kassierte zudem recht viele Siebenmeterpfiffe gegen sich. Beim 15:12 (40.) und auch 17:13 (44.) blieben die Gäste noch einigermaßen in Sichtweite, doch der Ferndorfer Treffer zum 19:13 nach 45 Minuten war zumindest schon eine Vorentscheidung. In der 51. Minute löste Peter Tatai Joel Birlehm im Lübbecker Tor ab. Das 22:18 nach 56 Minuten gelang Peter Strosack bei doppelter Überzahl, doch zu rasch waren die gegnerischen Reihen dann auch schon wieder aufgefüllt.

Fazit: Nach den völlig verdient erspielten 10:0 Punkten zuvor, war das diesmal leider nicht der wahre TuS N-Lübbecke. Vor allem das Angriffsspiel bereitete dem TuS-Fan diesmal Kummer. Die Niederlage ging in Ordnung, den Ferndorfern gilt es zu gratulieren.

 

Stimme zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Keine Frage, dass das unser Gegner heute Abend alles recht gut gemacht hat. Aber dennoch haben wir uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben. So vergeben wir in den ersten 12 Minuten gleich drei Siebenmeter… So verloren wir schon früh einiges an Sicherheit. Unser Spiel ist vor allem im Angriff kaum einmal in Schwung gekommen. Wir gehen zudem zu oft in 1:1-Situationen. Das Rückzugsverhalten unseres Gegners war auch sehr gut. Wir gewannen hinten ja durchaus Bälle… Mit den nur 22 Gegentoren auswärts darf ich gewiss zufrieden sein. Doch nur 19 Treffer zu erzielen – das ist natürlich viel zu wenig.“

 

Statistik:

TuS Ferndorf: Hottgenroth, Puhl, Rottschäfer; Basic (1), Schneider, M. Michel (2), Neitsch (1/1), John, Wörner, Zerbe (7/6), L. Michel, Faulenbach (3), Barwitzki (5/2), Lindskog Andersson (1), Koloper, Rink (2).

TuS N-Lübbecke: Tatai, Birlehm; Genz, Walczak (3), Bechtloff, Gierak (2), Bagaric, Strosack (4/1), Rakovic, Spohn (3), Jaanimaa (5), Schade, Speckmann (1), Hövels (1).

Siebenmeter: 10/9 – 4/1

Zeitstrafen: 8:4 Minuten

Schiedsrichter: Christian Hannes / David Hannes

Zuschauer: 1.022 in der Dreifachhalle Stählerwiese in Kreuztal

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