Spannung pur beim knappen, aber verdienten 31:28-TuS-Sieg über Nordhorn-Lingen

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Das Tacheles-Reden zu Beginn der zurückliegenden Woche nach der 28:29-Enttäuschung bei den Rimpar-Wölfen hat Wirkung gezeigt: Das war am Samstagabend ein TuS N-Lübbecke, wie ihn die Fans immer sehen wollen und im Grunde ja auch kennen: Super gefightet, um jeden Zentimeter geackert, schwache Phasen (die es ja durchaus auch diesmal gab) professionell weggesteckt, am Ende knapp, aber verdient siegreich gewesen. Nach dem 31:28-Erfolg (Halbzeit 15:12) über die HSG Nordhorn-Lingen (sechster Heimsieg in Folge für den TuS) ging es nun wieder in der Tabelle nach oben. Von 6 erneut auf 4! Nordhorn und Ferndorf überholt, bei weiterhin vier Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Coburg, wo die Ziercke-Schützlinge schon in zwei Wochen antreten müssen.

 

Zum Spielverlauf: Den Torreigen eröffnete der TuS durch Dener Jaanimaa nach 42 Sekunden, de Boer glich prompt zum 1:1 aus. Nur dieses Mal (und beim 5:5) gelang den Gästen aus Nordhorn-Lingen ein Gleichstand. Die Ziercke-Schützlinge fanden im Folgenden super in die Partie und schraubten das Resultat bis zur 11. Minute auf 5:1! Dabei schaffte die Treffer zum 2:1 (2. Minute) und 3:1 (5.) „Valle“ Spohn, beim ersten Mal zielte er ins kurze Eck, beim dritten TuS-Tor zog er einfach mal aus dem Rückraum ab. Per Tempogegenstoß wusste Peter Strosack zum 4:1 zu vollenden (10.), wobei er während seines Sprungs noch wunderbar antäuschte. In einem Mittelding zwischen Tempoangriff und zweiter Welle markierte Jó Gerrit Genz das 5:1 (11.).

Aber zwei Nettelstedter Fehlpässe, ein unnötiger Ballverlust und ein technischer Fehler brachte Nordhorn-Lingen wieder in die Spur, die Mannen von Heiner Bültmann schlossen bis zum 5:5 (14.) auf. Zwei Torerfolge von Peter Strosack führten alsbald aber zum 7:5, der zweite Treffer nach Tatai-Parade im Tempogegenstoß. Ja, übrigens Peter Tatai: Er kam am Ende auf 19 Paraden und hatte so seinen großen Anteil am TuS-Sieg. Schulmäßig angetäuscht hatte Kenji Hövels vor seinem Tor zum 8:5 (17.). Rechts halb oben ins Netz setzte Dener Jaanimaa seinen strammen Rückraum-Wurf zum 9:5 (19.).

Die weiteren TuS-Würfe, die bis zur Pause ins Tor trafen: Das 10:6 (20.) gelang „Feile“ Bechtloff per Siebenmeter, ebenso vom Punkt traf er zum 11:7 (22.). Wieder der Ex-Lemgoer war auch beim 12:8 (24.) der Lübbecker Torschütze, als er aus Linksaußenposition zum Erfolg kam. Vorausgegangen war mustergültiges Kombinationsspiel beim TuS zu notieren. Einen Tempogegenstoß verwertete Peter Strosack ins (allerdings) leere Nordhorner Gehäuse, es war das 13:8 nach 25 Spielminuten. Herrlich der Unterarmwurf von Valentin Spohn zum 14:9 (27.). Das 15:10 ebenfalls vom ehemaligen Balinger war dadurch begünstigt, dass der Ball noch abgefälscht worden war.

Der zweite Durchgang brachte nicht so unbedingt besseren Handball von beiden Seiten gegenüber vor der Pause, weil doch auch einige Fehler hier wie dort passierten. An Spannung und Dramatik jedoch fehlte es nicht! Einen vorübergehenden Bruch im Lübbecker Spiel gab es nach dem sicher scheinenden 20:15-Vorsprung in der 39. Minute, den „Mo“ Schade in Überzahl noch markierte. Binnen einer Minute (!!), es war die 40., warf die HSG drei Tore. Kaum zu glauben, aber ein Fehlwurf, ein Ballverlust und ein Fehlpass auf TuS-Seite waren die Ursache. So gab es bei 38:58 Minuten eine Auszeit beim TuS N-L.

Doch von da an wurde – nach und nach – alles wieder gut für die Gastgeber. Vor allem behielten die Jungs fortan voll die Nerven, wie hinterher auch Coach Aaron Ziercke ausdrücklich lobte. Vor allem Lukasz Gierak warf in der Phase zwischen der 50. und 52. Minute drei immens wichtige Treffer für die Gastgeber. Alle hintereinander zum 24:22 (im 1 gegen 1 durchgesetzt), 25:23 (ins kurze Eck) und 26:24 (den gegnerischen Keeper Buhrmester auf dem falschen Fuß erwischt). Dann ging es Schlag auf Schlag für Nettelstedt, drei Treffer hintereinander bis zum 29:24 (55. Minute), Jaanimaa einmal sowie Strosack zwei Mal (Tempogegenstoß und Siebenmeter) waren die Scorer. Die restlichen knapp fünf Minuten gingen dann zwar 2:4 gegen den TuS aus, ganz am Schluss bei offener Manndeckung durch die HSG. Der knappe, dennoch verdiente Sieg für Nettelstedt-Lübbecke geriet aber nicht mehr in Gefahr.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Wir kommen mit dem 5:1-Zwischenstand gut rein in die Partie. Es kommen aber leider auch immer wieder Phasen, wo wir es uns zu einfach machen wollen… Andererseits war klar, dass wir gegen eine Mannschaft wie Nordhorn so eine hohe Effektivität nicht allzu lange würden halten können. Aus dem Treffer zum 20:15 in Überzahl gehen wir binnen kurzem mit 20:19 raus… Doch dann haben meine Jungs die Nerven behalten, die Abwehr wurde wieder sicherer und vorn haben wir großes Tempo gemacht. Beide Teams haben super gekämpft. Am Ende aber Respekt und Lob für meine Mannschaft. Wir haben die zwei Punkte – und das ist das Entscheidende.“

Heiner Bültmann (HSG Nordhorn-Lingen): „Wir kommen schlecht in die Partie. Wir werden besser, erzielen zahlreiche Tore, vergeben aber auch zu viele freie Bälle. Insgesamt haben unsere Rückraum-Schützen nicht so gut getroffen wie zuletzt noch. Das spricht aber auch für die Qualität des TuS. Eine Viertelstunde vor Schluss sind wir bis auf ein Tor herangekommen, doch dann passieren uns wieder zwei vorentscheidende Fehler. Nettelstedt wirft dann wieder zu einfach seine Treffer. Wir kämpfen prima, dennoch ist das heute Abend wahrlich nicht unser bestes Spiel gewesen.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Birlehm (0 Paraden – bei 2 Siebenmetern), Tatai (16 Paraden); Genz (2), Walczak, Bechtloff (5/4), Gierak (3), Bagaric, Strosack (7/1), Rakovic (n.e.), Spohn (5), Jaanimaa (7), Schade (1), Speckmann (n.e.), Hövels (1).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (3 Paraden), Buhrmester (10 Paraden); Leenders, Mickal (2), Miedema (6), de Boer, Vorlicek (8), Smit (1), Seidel (2/1), Possehl (3), Pöhle (6/2).

Siebenmeter: 5/5 : 3/3

Zeitstrafen: 12:8 (min.) = (Walczak (6., 33. und 60. (Disqualifikation wegen 3. Zeitstrafe), Bagaric (27. und 58.), Bechtloff (60.)) / Smit (24.), Pöhle (38.), Miedema (53.), Leenders (60.))

Spielfilm:
1:0 (1.), 1:1 (2.), 5:1 (11.), 5:5 (14.), 9:5 (19.), 11:8 (23.), 13:8 (25.), 14:10 (29.), 15:11 (30.) – 17:12 (34.), 17:14 (36.), 19:14 (37.), 20:15 (39.), 20:19 (42.), 21:20 (43.), 23:22 (49.), 25:24 (52.), 29:24 (55.), 31:26 (58.), 31:28 (60.).

Schiedsrichter: Christian vom Dorff / Fabian vom Dorff

Zuschauer: 1.493 in der Merkur Arena Lübbecke

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