Starker TuS – zum Sieg langt’s nicht: 22:25 gegen Lemgo

Mit 22:25 (10:13) hat der TuS N-Lübbecke am Donnerstagabend vor 2.117 Zuschauern in der Merkur Arena das OWL-Derby gegen den TBV Lemgo in der Merkur Arena zwar verloren, aber über weite Strecken eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert. Nach gutem TuS-Start zum 2:0 glich der TBV Lemgo nicht nur dank drei verwandelter Siebenmeter zum 3:3 aus, sondern lag später 7:4 und zur Pause mit 13:10 in die Front. Im zweiten Durchgang drehte der TuS vorübergehend das Spiel, aus dem 13:17-Rückstand wurde gar die 18:17-Führung. Nach dem 20:20-Zwischenstand stockten die Gäste mit vier Treffern hintereinander aber wieder auf – die Vorentscheidung. In diesen letzten Minuten verwandelten die Lemgoer die sich ihnen bietenden Chancen einfach besser. Auf jeden Fall erlebten die 2.117 Zuschauer eine Partie mit ganz echtem Derbycharakter, die Lust auf den kommenden Donnerstag macht, wenn GWD Minden hier nach Lübbecke kommt.

 

Zum Spielverlauf konkreter: Es ging mit einer Birlehm-Parade gegen Kojut los und den Torreigen für Nettelstedt eröffnete ein Ex-Lemgoer. Jens Bechtloff traf mit einem Siebenmeter-Tor zum 1:0 (3. Minute). Und ein Ex-Nettelstedter scheiterte alsdann mit seinem ersten Wurf, als Fabian van Olphen ebenfalls in Birlehm seinen Meister fand. Mehr noch. Den gesicherten Ball brachte der TuS-Torwart im verwaisten Lemgoer Gehäuse unter: 2:0 nach 4 Minuten! Die ersten drei Lemgoer Treffer resultierten (wie erwähnt) dann allesamt aus Siebenmetern. Theuerkauf und Hornke (2x) trafen. Zwischendrin die TuS-Führung zum 3:1 durch Kenji Hövels. Nach dem 3:3 zogen die Gäste nach und nach doch schon etwas davon. Für recht lange Zeit letztmalig zum Ausgleich kam Lübbecke dank eines Treffers von Jens Bechtloff zum 4:4 (11.). Das Nachlassen des TuS hatte verschiedene Gründe. Die TuS-Werfer faden in Lemgos Schlussmann Johannesson den Stärkeren, warfen vorbei oder hatten Pech mit einem Pfostenwurf.

Beim 7:9-Anschluss (22.) war der TuS fast wieder dran. Erwähnenswert, wie Jens Bechtloff bei diesem Torerfolg dank zweiter Welle herrlich in der Luft lag und traf, obwohl sich viele Arme ihm entgegenstrecken. Knallhart von halbrechts aus dem Rückraum das 8:10 durch Jó Gerrit Genz (24.). Genau unter der Latte – erneut schön anzusehen – landete der Bechtloff-Wurf zum 9:11 (25.). Und nach einer Tatai-Parade beim Siebenmeter von Hornke stand die Halle Kopf für den TuS! Dann lief bis zum Pausenpfiff nicht alles, aber eine Idee zu viel gegen Lübbecke. So geriet ein Bechtloff-Siebenmeter an die Latte und seinen Nachwurf wehrte Johannesson erfolgreich ab. Dann gab es gegen den TuS eine Zweiminutenstrafe und einen weiteren Fehlwurf. Immerhin schaffte Rakovic zur Pause noch den 10:13-Abschluss für den TuS und Suton traf in der letzten Aktion für Lemgo nur die Latte.

Im zweiten Durchgang passierte bis zum 13:17-Zwischenstand zwar einiges, aber der Torabstand zugunsten Lemgos änderte sich erst einmal kaum. Satte Würfe, schulmäßig verwandelte TuS-Bälle gab es allerdings zu sehen, so durch Jó Gerrit Genz zum 11:14 (32.) und Kenji Hövels zum 13:15 (36.). Nach dem 13:17 erlebten die 2.117 Zuschauer dann nicht nur die stärkte Phase des TuS, sondern überhaupt ein Derby auf sehr ansprechendem Niveau. Dem TuS tat es in diesen Minuten gut, dass Jens Bechtloff auf die Rückraum-Mitte wechselte und mit Tim Remer und im Tor Peter Tatai frische Kräfte auf die Platte wechselten. Das war ab der 38. Minute der Fall – in der Folge einer Nettelstedter Auszeit. Die Aufholjagd sah Treffer zum 14:17 (40.), Luka Rakovic mit zweiter Welle, 15:17 (42.), Lukasz Gierak, 16:17 (44.), Jó Gerrit Genz, 17:17 (45.), Luka Rakovic, von den Mannschaftskameraden dabei super auf Rechtsaußen freigespielt. Zwischendrin gab es TBV-Fehlwürfe und Tatai-Paraden. Lukasz Gierak gelang dann gar die 18:17-Führung (47.).

Jedoch glich Lemgo dank Schneller Mitte postwendend zum 18:18 aus, es war Suton, auch ein Ex-Nettelstedter. Bechtloff und Gierak ließen noch das 19:19 (49.) und das 20:20 (50.) folgen. In der Folgezeit hatte der Gast aus dem Lipperland jedoch bessere Antworten parat, auch mal das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Auch schlichen sich beim TuS-Team leider wieder ein paar Fehler zu viel mit ein. Doch auch nach dem 20:24-Rückstand (55.) steckten die Ziercke-Schützlinge nicht auf. Mit toller Einzelleistung gelang Jens Bechtloff das 21:24 (56.) und Jó Gerrit Genz das 22:24 (59.). Begünstigt wurden diese Treffer auch dank der Lübbecker offenen Manndeckung in diesen Minuten. Den Schlusspunkt, den Lemgoer Treffer zum 25:22, setzte schließlich der frisch eingewechselte Lukas Zerbe (60. Minute).

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir heute Abend nur 2. Sieger geblieben sind. In der 1. Halbzeit kamen wir noch zu oft den halben Schritt zu spät. Wir liegen hinten und Lemgo gewinnt mehr Sicherheit. Wir halten dann aber klasse dagegen, finden ins Spiel und liegen beim 18:17 sogar in Führung. Lemgo hat das dann aber sehr gut und rasch beantwortet. Und am Schluss schwächen wir uns mit Zeitstrafen. Der Sieg für den TBV geht zwar in Ordnung, trotzdem auch am Ende ein Kompliment an meine Mannschaft! Sie hat eine tolle kämpferische Leistung abgeliefert. Das war eines Derbys würdig. Nun werden wir uns vorbereiten mit dem Ziel, beim nächsten Derby in acht Tagen gegen Minden beide Punkte zu holen.“

Florian Kehrmann (TBV Lemgo): „Ich habe mich gefreut, dass die Zuschauer ein tolles Derby gesehen haben. Beide Mannschaften haben viel Leidenschaft gezeigt und alles an Kräften investiert. In der 1. Halbzeit ist es uns recht gut gelungen, die sehr konsequent spielende TuS-Abwehr ein wenig auseinander zu bekommen. Tim Suton hat auf unserer Seite doch einige Lücken gefunden. Obwohl wir in der zweiten Hälfte zwei Siebenmeter verwerfen, drehen wir ganz an Ende das Match wieder auf unsere Seite, auch weil wir einige schnelle Tore erzielen und kühlen Kopf bewahren. Der TuS N-Lübbecke hat uns aber alles abverlangt. Es war ein klasse Derby, wobei nicht zuletzt auch Atmosphäre und Rahmen passten.“

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai (5/2 Paraden), Birlehm (7 Paraden/1 Tor); Genz (4), Kaleb (1), Bechtloff (6/1), Grabarczyk, Gierak (4), Gruszka (n.e.), Rakovic (3), Torbrügge, Schade, Zetterman, Hövels (3), Remer.

TBV Lemgo: Johannesson (15/1Paraden), Wyszomirski (n.e.),); Kogut (1), Guardiola (2), Ebner, van Olphen, Theuerkauf (2/1), Hornke (7/3), Hübscher (n.e.), Suton (7), Lemke (n.e.), Bartok (n.e.), Zerbe (1), Valiullin (n.e.), Klimek, Zieker (5/2).

Siebenmeter: 1/3:6/9 (Bechtloff an die Latte, Rakovic scheitert an Johannesson – Hornke scheitert 2 x an Tatai, Theuerkauf über das Tor)

Zeitstrafen: 10:6 min. (Torbrügge (15.), Grabarczyk (28.), Gierak (51.), Tatai (54.), Remer (60.) / Hornke (3. und 56.), van Olphen (13.))

Spielfilm: 2:0 (4.), 3:1 (7.), 3:3 (9.), 4:7 (18.), 7:10 (13.), 9:11 (25.), 9:13 (29.), 10:13 (30.) – 11:15 (33.), 13:15 (36.), 13:17 (37.), 18:17 (47.), 19:19 (49.), 20:20 (50.), 20:24 (54.), 22:24 (59.), 22:25 (60.).

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig

Zuschauer: 2.117 in der Merkur Arena Lübbecke

 

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