Teilerfolg für den TuS zum Saisonstart: 23:23

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Man mag es drehen und wenden, wie man möchte: Das 23:23 (10:13) des – in der Vorbereitung oft tadellos auftrumpfenden – TuS N-Lübbecke am Samstagabend vor 1.182 Zuschauern in der Merkur Arena gegen die Rimpar Wölfe zum Start in die neue Zweitliga-Saison darf zunächst als etwas enttäuschend empfunden werden. Jedoch: Nach dem Pausenrückstand kamen die Lübbecker klasse in die Partie zurück, hatten die TuS-Zuschauer komplett und lautstark hinter sich und sahen beim 23:21 vier Minuten vor Schluss auch schon wie der Premieren-Gewinner aus. Der neue Trainer machte den Jungs keine Vorwürfe, auch wenn Emir Kurtagic am Ende „keinesfalls zufrieden“ war. Er und sein Rimparer Amtskollegen brachten diesen Zweitliga-Abend der noch taufrischen Saison im Gleichklang auf den Punkt: „Es war ein gerechtes Unentschieden.“

 

Zum Spielverlauf: Mit einem Fehlwurf und einem Fehlpass begann Nettelstedt die Spielzeit 2019/2020. Doch eine Peter-Tatai-Parade bei 0:1-Rückstand brachte Jan-Eric Speckmann in die gute Wurfposition beim 1:1 (4. Minute) im Tempogegenstoß. Nach einer prima TuS-Kombination besorgte Roman Becvar das 2:2 vom Kreis (8.). Bis zum 5:4 konnte der TuS alsbald dreimal vorlegen. Peter Strosack hatte im Tempospiel bei Überzahl einen Aufsetzer zum 3:2 (8.) verwertet und aus Rechtsaußen-Position gelang ihm auch das 4:3 (11.), während Jó Gerrit Genz dem Rimparer Keeper Max Brustmann beim 5:4 (13.) das kleine Leder durch die Beine bugsierte. Nach dem 5:6-Zwischenstand zeigte Roman Becvar, warum man ihn an den Wiehen gelotst hat. Im „1:1“ fand die Nr. 3 des TuS bei großer Geschwindigkeit die Lücke in der Abwehr zum Torerfolg: 6:6 (18.).

Der 7:7-Ausgleich für Nettelstedt (19.) resultierte aus einer Musterkombination, ins lange Eck verwertete „Specki“ Speckmann (an diesem Abend bester Lübbecker Werfer mit 7 Treffern) den Ball. Die Gäste aber blieben nicht nur sehr beeindruckend im Spiel, sondern setzten sich in der Folgezeit gar auf 7:10 (24.) ab. Zwei weitere Tatai-Paraden, darunter bei einem Siebenmeter, halfen in dieser Phase nicht, da die Hausherren nun eine Zeitstrafe, einen Wurf an den Außenpfosten, einen Technischen Fehler, einen Ball über das gegnerische Gehäuse und einen Fehlpass ins Aus in der Negativbilanz hatten. Da kam die nächste Parade von Peter Tatai gerade recht, um die Merkur Arena trotz des Rückstandes immens zu begeistern. Prompt verkürzte Valentin Spohn auf 8:10, ein Aufsetzer war’s in der 26. Spielminute. Zwei Tore gelangen der Lübbecker Mannschaft noch bis zur Pause. Das 9:11 (27.) verbuchte Roman Becvar, wieder traumhaft im „1 gegen 1“, und per schönem Unterarmwurf jubelten alle über das 10:12 (28.) dank wiederrum „Valle“ Spohn. Der Pausenstand von 10:13 sah freilich erst einmal nicht so gut aus.

Doch der TuS bekam die Angelegenheit in der 2. Halbzeit wieder in den Griff. Zweimal Jan-Eric Speckmann ließen die Gastgeber bis zur 35. Minute wieder heranrücken. Das 11:13 gelang im Nachwurf (34.), das 12:13 aus der angestammten Linksaußen-Position. Es sollte aber noch bis zur 48. Minute dauern, bis der TuS beim 18:18 erstmals seit dem 7:7 (19. Minute) wieder ausgeglichen hatte. In der Zwischenzeit gelang Lübbecke längst nicht alles, aber auch die Gäste hatten Fehlwürfe und Fehlpässe „auf Lager“. Nach dem 16:18 (47.) verwandelte Jó Gerrit Genz, der eine prima 2. Halbzeit hinlegte, zunächst einen Siebenmeter zum 17:18 (48.) (durch die Beine von Brustmann), um in derselben Spielminute den umjubelten 18:18-Ausgleich (ins lange Eck) zu markieren. Nach einem Rimparer Ballverlust schaffte Peter Strosack bei Unterzahl im Tempogegenstoß gar beim 19:18 (49.) wieder eine Nettelstedter Führung – die erste nach dem 5:4 (13. Minute).

Nun bog die kurzweilige Partie auf die Zielgeraden ein. Letztmalig in Front lag Rimpar beim 20:21 durch Schömig (52.). Auf 23:21 bauten die Kurtagic-Schützlinge dann aber aus. Das 22:21 verbuchte Peter Strosack von Rechtsaußen aus, wobei ein Sonderlob auch den vorbereitenden Aktionen von Genz und Becvar gebührt. Wieder einmal ins lange Eck flog der Ball von Jó Gerrit Genz zum 23:21. Selbstbewusstsein, Spielfreude und Energie beim TuS jetzt!

Etwas schade, dass dem TuS N-Lübbecke keine weiteren Treffer gelangen. Eine Brustmann-Parade leitete den wohl letzten Rimparer Angriff ein. Es stand 23:23. 6 Sekunden vor Schluss rettete Peter Tatai den Punkt, weil er den letzten Schmidt-Wurf parierte. 1 Sekunde vor Schluss nahm sich Jó Gerrit Genz diesen Abpraller, doch war die Distanz zu groß. Brustmann hielt locker. Das Match war aus – 23:23. Teilerfolg für beiden Mannschaften!

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Natürlich bin ich keinesfalls zufrieden. Ich denke aber, wir sollten auch festhalten, dass es ein gerechtes Unentschieden war. Am Ende haben wir den Sieg weggeschenkt, immerhin waren wir mit 23:21 in Front. Ich mache meinen Jungs aber keine Vorwürfe. Sie sind in der 2. Halbzeit gut zurückgekommen. Rimpar hat sehr diszipliniert gespielt. Man muss kein Experte sein, um erneut festzustellen, dass die 2. Liga sehr, sehr unangenehm sein kann. Nun geht es weiter, 33 Spiele noch. Schon beim nächsten Mal in Emsdetten müssen wie es besser machen als heute Abend.“

Ceven Klett (DJK Rimpar Wölfe): „Ich bin zufrieden mit dem Spielausgang. Wir hatten viel Respekt vor dem TuS. Meine Mannschaft fand aber gut in die Partie und hat vieles, was wir uns erhofft hatten, gut umgesetzt. Die Jungs spielten sehr diszipliniert und auch mit viel Leidenschaft. Wir hatten den Nettelstedter Rückraum oft gut im Griff und konnten das TuS-Umschaltspiel so manches mal unterbinden. Doch hat Lübbecke auch unser Umschaltspiel oft erfolgreich bekämpft. Beide Teams waren gut aufeinander eingestellt. Es war am Ende ein gerechtes Unentschieden, mit dem ich gut leben kann.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Tatai (14/1 Paraden), Jepsen (n.e.); Becvar (3), Genz (6/1), Walczak, Bechtloff, Gierak, Bagaric, Strosack (4), Mundus, Spohn (2), Schade (1), Orlowski, Speckmann (7).

DJK Rimpar Wölfe: Wieser (n.e.), Brustmann (9/1 Paraden); Schömig (3), Böhm, Karle (1), Gempp (2), Schmidt (2), Kaufmann (1), Siegler (2), Meyer, Schulz (3), Backs (1), Brielmeier (3), Herth (1/1), Sauer (4).

Siebenmeter: 3/1 : 2/1 (Orlowski scheitert an Brustmann, Strosack über das Tor – Herth scheitert an Tatai)

Zeitstrafen: 10:10 (min.) = (Schade (20.), Strosack (25.), Speckmann (28.), Becvar (36.), Walczak (48.) – Meyer (7. und 28.), Kaufmann (10.), Gempp (22.), Schulz (25.))

Spielfilm: 1:2 (6.), 3:2 (8.), 5:4 (13.), 6:7 (18.), 7:7 (19.), 7:10 (24.), 9:12 (28.), 10:13 (30.) – 12:13 (35.), 14:15 (44.), 16:17 (47.), 16:18 (47.), 19:18 (49.), 20:21 (52.), 21:21 (52.), 23:21 (56.), 23:22 (57.), 23:23 (59.).

Schiedsrichter: Andreas Briese / Kim Von der Beeck

Zuschauer: 1.182 in der Merkur Arena Lübbecke

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