TuS in der 2. Hälfte ganz von der Rolle: Verdiente 20:27-Niederlage gegen Rimpar

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Das war einfach nur sehr enttäuschend. Da gibt es nichts schönzureden. 20:27 (8:10) ging es am Samstagabend für den TuS N-Lübbecke in der Merkur-Arena vor 1.330 Zuschauern gegen die DJK Rimpar Wölfe aus. Es war im siebten Spiel unter Trainer Heidmar Felixson zwar erst die zweite Niederlage, zudem erst die erste, die vollends verdient zu nennen ist (das 24:26 in Balingen galt zu Recht als Achtungserfolg). Doch die Art und Weise, wie dieses 20:27 zustande kam, machte ziemlich sprachlos. Auch Heidmar Felixson schlussfolgerte ohne Umschweife: „In der 2. Hälfte spielen wir Mist“. Man sollte aber auch den couragierten Auftritt der Gäste aus Rimpar an dieser Stelle loben. Der TuS verharrt derweil auf dem sechsten Tabellenplatz bei nun 41:27 Punkten. Kommendes Wochenende hängen die Trauben für Nettelstedt bei der HSG Nordhorn-Lingen hoch.

 

Zum Spielverlauf: Mit 0:3 setzten die Unterfranken eine erste Duftmarke. Bis zur 4. Minute hatten Siegler, der Ex-Lübbecker Herth (per Siebenmeter) und Spielführer Schmidt diese Führung herausgeworfen. Der erste Nettelstedter Treffer gelang Marian Orlowski zum 1:3 (5. Minute), als er ins lange Eck verwandelte. Nach einer Peter-Tatai-Parade verkürzte Jó Gerrit Genz zum 2:3 (6.). Nicht lange fackeln brauchte Jens Bechtloff bei seinem Siebenmeterwurf zum 3:4-Anschluss (12.), klar und sicher eingenetzt. Zum 4:5 kam wiederrum traf Jó Gerrit Genz (16.), fast wäre Gäste-Keeper Max Brustmann noch dran gewesen. Ein Fehlpass der Rimparer leitete das Tempogegenstoß-Tor von Peter Strosack ein, es war der 5:5 Ausgleich (17.). Per zweiter Welle vollendete erneut der TuS-Rechtsaußen, dann zum 6:6 (19.).

Ein technischer Fehler, ein verworfener Siebener und ein Foulspiel auf TuS-Seite machten es dem Gegner aus Nordbayern recht leicht, bis zur 26. Spielminute auf 6:9 davonzuziehen. Abschwächen bis auf den 8:10-Halbzeitstand konnten die Hausherren jedoch und die Treffer samt Vorbereitung konnten sich auch sehen lassen. Die zweite Welle brachte das 7:9 durch „Feile“ Bechtloff und das 8:10 durch Patryk Walczak war ein gekonnter Heber über den gegnerischen Torwart hinweg. Der TuS hatte in den ersten 30 Minuten also nur 8 Tore erzielt, agierte in Halbzeit 1 in der Defensive aber noch recht passabel, so dass man mit einer spannenden zweiten Hälfte durchaus noch rechnen durfte.

In der zweiten Halbzeit sollte der TuS aber in der Abwehr noch 17 Treffer hinnehmen müssen. Einfach zu viel, um noch für einen Sieg in Frage zu kommen. Doch der Reihe nach: Nettelstedt hatte Anwurf, wegen abgepfiffenen Zeitspiels wurde aus dem Angriff aber nichts und fortan bis zum Spielende lag Rimpar stets mit wenigstens drei Treffern in Front. Es gab noch eine Reihe schön anzusehender TuS-Treffer, die jedoch keine Wende mehr ermöglichten. Viel Beifall gab es für Mats Grzesinski, nominell dritter Keeper im TuS-Aufgebot, als er in der 39. Minute für Peter Tatai eingewechselt wurde und denn auch mit immerhin vier Paraden glänzte, wobei aber in drei Fällen die Abpraller beim Gegner landeten, der mit Treffern antworten konnte.

Bis auf drei Treffer heran kamen die Lübbecker beim 16:19 (46.), als Lukasz Gierak aus dem halblinken Rückraum traf, mit dem 17:20 (47.), als Valentin Spohn flach verwandelte und als zum 18:21 Dener Jaanimaa die Lücke gut erspähte. Ein letztes Mal „minus 3“ auch mit dem 19:22-Treffer durch Jens Bechtloff mit einem Wurf in die lange Ecke. Das war in der 54. Spielminute.

Die Gäste kamen aber oft mit weniger Aufwand zu ihren Torerfolgen und setzten zwischen der 54. und 59. Minute zu einem 4:0-Lauf an. Eine gute Minute vor Ende lagen die Obinger-Schützlinge also – aus ihrer Sicht – mit 26:19 in der Vorhand. Die Schlussminute sah die letzten beiden Treffer des Abends: das 20:26 von Dener Jaanimaa und den Treffer zum 20:27-Endstand durch Rimpars Spieler Benedikt Brielmeier.

 

Stimmen zum Spiel:

Heidmar Felixson (TuS N-Lübbecke): „Wir spielen in der Abwehr in der 1. Halbzeit sogar noch ordentlich. Doch vorn treffen wir nur achtmal, das war nicht schön anzusehen. In der 2. Hälfte spielen wir Mist – um kein schlimmeres Wort zu gebrauchen. Unser Auftritt hatte mit 2. Liga dann nichts mehr zu tun. Wir agieren lustlos und leidenschaftslos. Wir müssen da um Entschuldigung bitten. Nicht nur gegenüber unseren Zuschauern, sondern allen Helfern im Hintergrund. Es tut mir leid, dass sie sich dies angucken mussten. Wir werden ab sofort noch härter trainieren müssen.“

Prof. Matthias Obinger (DJK Rimpar Wölfe): „Ich bin sehr, sehr glücklich und zufrieden. Eine Chance auf ein bis zwei Punkte hatten wir uns schon ausgerechnet. Aber nun konnten wir gar die Maximalausbeute einfahren. Es war uns klar, dass wir eine gute Abwehr stellen können. Aber dass wir auch vorne so stark sind… Und 27 Tore werfen… Dies noch in einem Auswärtsspiel und wo wir doch zuletzt auch nicht gut gespielt haben. Dann haben wir heute Abend noch dazu das Glück des Tüchtigen, wenn auch noch die Abpraller bei uns landen. Und gut in die Partie hineingefunden haben wir ja auch, führen rasch mit 3:0.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai (5/1 Paraden), Grzesinski (4 Paraden); Genz (2), Walczak (2), Bechtloff (4/1), Gierak (1), Bagaric, Strosack (5), Rakovic (n.e.), Spohn (1), Jaanimaa (4), Schade, Orlowski (1), Speckmann (n.e.), Hövels (n.e.).

DJK Rimpar Wölfe: Wieser (n.e.), Brustmann (9 Paraden, 3 Tore); Schömig (2), Böhm (1), Gempp (2), Schmidt (5), Kaufmann (1), Siegler (5), Meyer, Bauer (1), Schulz (1), Backs, Brielmeier (1), Herth (3/2), Sauer (2).

Siebenmeter: 2/1 : 3/2 (Bechtloff scheitert an Brustmann – Herth scheitert an Tatai)

Zeitstrafen: 6:4 (min.) = (Walczak (40. + 50.), Bagaric (30.) – Gempp (37.), Siegler (49.))

Spielfilm: 0:3 (4.), 2:3 (6.), 3:5 (14.), 5:5 (17.), 6:6 (19.), 6:9 (26.), 7:9 (26.), 7:10 (28.), 8:10 (28.) – 9:11 (34.), 9:13 (37.), 11:15 (38.), 13:16 (41.), 15:18 (45.), 17:20 (47.), 18:22 (52.), 19:22 (54.), 19:26 (59.), 20:26 (60.), 20:27 (60.).

Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann

Zuschauer: 1.330 in der Merkur Arena Lübbecke

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