TuS kämpfte wieder vorbildlich – 26:27 gegen Gummersbach

Auch wenn der TuS nachher wieder aufholte und kurz mal wieder in Führung lag: Knackpunkt der Partie für die TuS-Mannschaft war vielleicht doch die 16. Spielminute. Verdient mit 8:6 in Front liegend, vergaben es die Jungs, auf eine Drei-Tore-Führung aufzustocken: Carsten Lichtlein hielt den Siebenmeter. Drei Dinge passten soweit erst gut für die Nettelstedter, zumindest für recht lange Zeit: Linksaußen Jens Bechtloff hatte einen guten Tag erwischt und der nach 26 Minuten eingewechselte Joel Birlehm im Tor zeigte mehr als ein Dutzend tolle Paraden. Und da waren drittens noch die sechs Treffer von Lübbeckes Rückraum-Spieler Marko Bagaric bis zur Pause. Doch im zweiten Durchgang lief manches längst nicht mehr so gut beim TuS, der aber wieder und weiterhin phantastisch fightete und vom hiesigen Publikum (1.963 Zuschauer waren da) ganz klasse unterstützt wurde. So spielte der VfL Gummersbach clever und abgebrüht, ohne zu glänzen. Doch das reichte zum Auswärtssieg. Der TuS hatte sich an diesem Nachmittag nun wirklich und endlich den ersten Saisonsieg so gewünscht. Aber in Sachen Klassenerhalt ist für den TuS noch lange nichts verloren.

 

Der Reihe nach: Nur 28 Sekunden dauerte es, da hatte der in der 1. Halbzeit exzellent aufspielende Marko Bagaric bereits das 1:0 besorgt. Derselbe Spieler zeichnete auch für den 2:2-Ausgleich (4. Minute) verantwortlich, als er sich auf halblinks klasse durchsetzte. In der Folgezeit gingen die Gummersbacher nun erst einmal stets in Führung, die „Rot-Schwarzen“ glichen aus. Die Ausgleichstreffer markierten für Nettelstedt Jens Bechtloff (3:3, 6., gut die Lücke gefunden), Nils Torbrügge (4:4, 7., mit der linken Hand vom Kreis) und erneut Torbrügge (5:5, 9., nach einer schulmäßigen Kombination des TuS-Angriffs) sowie Lukasz Gierak (6:6, 11.).

Nach einer Peter-Tatai-Parade gegen Preuss wurde Luka Rakovic herrlich auf Rechtsaußen freigespielt und konnte zum 7:6 (12.) vollenden. Und nach einem Ballverlust des Gummersbachers Köpp kombinierte der TuS erneut super und Jens Bechtloff erzielte sehr gekonnt das 8:6 (13.). Danach gab es Fehlversuche auf beiden Seiten. Dazu gehörte auch der – bereits erwähnte – nicht verwandelte Siebener des TuS. Es wurde nicht besser für die Gastgeber, ein technischer Fehler und zwei Ballverluste erleichterten es Gummersbach, aus dem 6:8-Rückstand bis zur 20. Minute die 10:8- Führung zu erzielen, als VfL-Spieler Marvin Sommer traf. Die TuS-Treffer 9, 10 und 11 gingen alle auf das Konto von Marko Bagaric, ein Tor gelang sogar in Unterzahl. Aber auch der Gegner ließ nicht nach, so dass dieser in der 28. Minute mit 15:13 führte. Jens Bechtloff verwandelte dann jedoch seinen Siebenmeter zum 14:15 (29.) und Moritz Schade stellte in der Schlussminute der ersten Hälfte den 15:15-Pausenstand her (30.).

Sommer und Preuss schraubten für den VfL wieder hoch auf (aus TuS-Sicht) 15:17 (33. Minute). Aber die Lübbecker kämpften beeindruckend und schlugen zurück. Beim 16:17 (36.) verwertete Jens Bechtloff einen Tempogegenstoß, das 17:17 ging auf das Konto von Ante Kaleb (38.), der nach einer Pirouette (wie beim Eiskunstlauf) das kleine Leder einnetzte. Die nächste Birlehm-Parade vollendete erneut Jens Bechtloff zur 18:17-Führung (38.), das war eine Zweite Welle! Der VfL benötigte eine Auszeit und die Merkur Arena bebte (im positiven Sinne) jetzt ganz besonders! Die letzten drei Führungen in der Partie für Nettelstedt waren das 19:18 (39.) durch Luka Rakovic (toll von den Kameraden auf Rechtsaußen freigespielt), das 20:19 (40.) von Jens Bechtloff (ebenso schön auf Linksaußen) und schließlich dank „Feile“ Bechtloffs Siebenmeter das 21:20 (43.) (der TuS da sogar in Unterzahl). Nach einer weiteren Joel-Birlehm-Parade verließ den TuS das Glück, Gummersbach traf dreimal hintereinander – bis auf 21:23 (48.). Der TuS hielt den Anschluss: 22:23 (49.) Kaleb, 23:24 Rakovic (50.). Jens Bechtloffs erneuter Siebenmeter-Treffer war der 24:24-Ausgleich (51.), zum 25:25 kam der eingewechselte Rene Gruszka (57.). Dann gelangen den Gästen die beiden vorentscheidenden Treffer – zum 25:26 (58.), als Baumgärtner unter die Latte hämmerte, zum 25:27 – eine Minute und vier Sekunden vor Schluss – durch Marvin Sommer per Siebenmeter. 31 Sekunden waren noch zu spielen, als es nochmal eine Auszeit beim TuS gab. Mehr als der 26:27-Anschlusstreffer durch Marko Bagaric (60.) war dem TuS aber leider nicht mehr vergönnt.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Wir sind natürlich alle maßlos enttäuscht. Bei einer Zwei-Tore-Führung in der ersten Halbzeit vergeben wir einen Siebenmeter. Sodann verlieren wir den Faden und es passieren einfache Fehler. In der zweiten Hälfte kommen wir wieder zurück, doch aus unserem Rückraum kam dann zu wenig. So konnte Gummersbach auch ganz am Schluss vorentscheidend mit zwei Treffern in Front kommen. In der Kabine lassen jetzt alle unsere Spieler die Köpfe hängen. Die Köpfe müssen schnellstens wieder nach oben!“

Denis Bahtijarevic (VfL Gummersbach): „Ich habe meinen Spielern immer gesagt, dass diese Partie von der Mannschaft gewonnen wird, die den kühleren Kopf behält. Das haben meine Spieler am Schluss dann super hinbekommen. Es war klar, hier gewinnst oder verlierst Du nicht mit sechs oder acht Toren, sondern es wird umkämpft sein und sehr knapp. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zudem in der Abwehr gesteigert. Und auch der Torwartwechsel nach 40 Minuten auf Matthias Puhle hat uns geholfen.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai (2 Paraden), Birlehm (15/1 Paraden); Genz (n.e.), Kaleb (3), Bechtloff (8/3), Grabarczyk, Gierak (1), Bagaric (7), Gruszka (1), Rakovic (3), Torbrügge (2), Glöckner (n.e.), Schade (1), Zetterman.

VfL Gummersbach: Lichtlein (5/1 Paraden), Puhle (4 Paraden); Schröter (3), Jäger (n.e.), Baumgärtner (4/1), Matic (1), Pujol (3), Sommer (4/2), Köpp, Zhukov (5), von Gruchalla (1/1), Becker, Preuss (6), Feuchtmann (n.e.).

Siebenmeter: 3/4 : 4/5 (Zetterman scheitert an Lichtlein – von Gruchalla scheitert an Birlehm)

Zeitstrafen: 6:10 min. (Torbrügge (21. und 42.), Bechtloff (57.) / Matic (17. und 38.), Zhukov (6. und 11.), von
Gruchalla (57.))

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:3 (5.), 4:5 (8.), 5:5 (13.), 8:6 (13.), 8:10 (20.), 10:11 (22.), 10:13 (24.), 11:14 (26.), 13:15 (28.), 15:15 (30.) – 15:17 (33.), 17:17 (38.), 20:19 (40.), 21:20 (43.), 21:23 (48.), 24:24 (51.), 25:25 (57.), 25:27 (59.), 26:27 (60.).

Schiedsrichter: Thomas Hörath / Timo Hofmann

Zuschauer: 1.963 in der Merkur Arena Lübbecke

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