TuS lässt am Ende noch einiges zu… – aber Aufatmen überwiegt: 31:28 gegen Eisenach

Einerseits und andererseits: Einerseits hat der TuS N-Lübbecke mit seinem 31:28 (17:13)-Heimsieg am Freitagabend in eigener Halle über den ThSV Eisenach nun schon 9:1 Punkte aus den jüngsten fünf Ligaspielen eingefahren und hat somit in der 2. Handball-Bundesliga weiterhin Rang drei gefestigt. Und in vielen Spielphasen gelang gegen Eisenach den Kurtagic-Schützlingen sehr lange auch sehr viel. Andererseits: Dass am Freitag nach einer 23:14-Führung (39. Minute) doch noch so viel misslang und der doppelte Punktgewinn in den letzten zwei Minuten plötzlich auf der Kippe stand, stimmt etwas nachdenklich. Der TuS-Trainer war damit natürlich nicht einverstanden, „aber auch diese Erfahrung bringt uns weiter – es war ein Warnschuss“, so Emir Kurtagic hinterher.

 

Zum Spielverlauf: Ganz nach dem Geschmack der Gäste aus Thüringen verliefen die ersten 8 Minuten. Da hatten die Murfuni-Schützlinge mit ihrer 5:1-Führung schon mal erste Duftmarken gesetzt. Ein Fehlpass, zwei Fehlwürfe und zwei verworfene Siebenmeter auf Nettelstedter Seite trugen mit dazu bei. Doch der TuS fing sich beeindruckend und setzte zu einem 5:0-Lauf an. Benas Petreikis (im 1 gegen 1), „Valle Spohn“ ins kurze Eck, Marko Bagaric in der 2. Welle und zwei Tom-Skroblien-Treffer (Tempogegenstoß und Wurf ins verwaiste Eisenacher Gehäuse) stellten das Resultat auf 6:5 (13. Minute). Beim 7:7 und 8:8 (17.) konnte der ThSV noch zweimal ausgleichen. Nun bauten die Gastgeber den Vorsprung bis zum Pausenstand von 17:13 aus. Einige sehenswerte Tore gelangen den Lübbeckern, wobei jetzt und über ganz weite Strecken auch die 16/2 Paraden von Aljosa Rezar im TuS-Kasten ganz entscheidend für den Sieg waren. Ins leere Tor warf Tom Skroblien zum 10:8 (19.), beim 11:9 (22.) täuschte Peter Strosack den Eisenacher Keeper Blaz Voncina sogar noch während seines Sprungwurfes. Eine schöne Kombination durch die TuS-Reihen ging Skrobliens 15:12 (27.) voraus.

Nach dem Pausentee hatte der TuS wieder eine starke Phase, konnte das 17:13-Halbzeitresultat auf 23:14 (39.) aufstocken. Per Aufsetzer traf Florian Baumgärtner zum 18:13 (31.), in doppelter Überzahl gelang Jan-Eric Speckmann das 21:13 (36.) ins lange Eck. Und wieder „Specki“ vollendete einen Tempogegenstoß, es war das 23:14 (39.). Die verbliebenen Minuten „verlor“ Nettelstedt dann mit 8:14. Und das bedeutete halt nicht den erst zu erwartenden „Heimsieg ohne Zittern“, wie das noch vor zwei Wochen gegen Rimpar geschehen war. Ungeniert, frech und ohne Angst warfen sich die Eisenacher Tor um Tor nun immer mehr heran. Auch wenn es weiter Rezar-Paraden gab und vor allem immer noch sehr schöne TuS-Treffer, so etwa der Unterarmwurf von Valentin Spohn, der das 25:19 (48.) brachte. Jan-Eric Speckmann traf vom Kreis (zum 26:21, 50.) und Peter Strosack vom Siebenmeter-Punkt (27:22, 52.). Auch beim 28:23 (53.) schien der TuS schon so gut wie durch zu sein, Benas Petreikis hatte mal wieder klasse einen Gegner zuvor ausgewackelt.

Die letzten gut 2 Minuten im Telegrammstil: Peter Strosack trifft unter die Latte, es ist das 30:26 (58. Minute); Eisenach verkürzt – 2 Treffer! – auf 30:28 (58:22 min.); Jepsen-Parade, Freude beim TuS, aber Vorsicht gilt, so dass Emir Kurtagic bei 59:04 min. noch eine Auszeit nimmt ; wieder ein TuS-Fehlwurf, aber auch eine erneute Jespsen-Parade; noch 23 Sekunden und Ballbesitz für den TuS; 2 Sekunden vor Schluss gelingt TuS-Mittelmann Benas Petreikis das Tor zum 31:28-Endstand!

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Der Anfang bis zum 1:5 – da hatten wir gepennt. Gut jedoch, dass die Jungs ruhig blieben und zurückgekommen sind. Danach und bis etwa 16, 17 Minuten vor Schluss sind wir engagiert, machen Tempo und finden auch im Angriff gute Lösungen. Doch nachdem wir beim 23:14 so klar in Führung sind, war das sehr unglücklich, wie wir dann oft gespielt haben. Vielleicht war es aber auch mein Fehler, dass ich zu früh durchgewechselt habe. Nichtsdestotrotz haben wir die beiden Punkte nun gewonnen. Wie das gelaufen ist, bringt uns aber auch weiter, das war ein Warnschuss, ein Signal. Mund abputzen, in der nächsten Woche wird wieder weiter hart trainiert. Es stehen in dieser Saison noch reichlich Partien vor uns. Unterm Strich Kompliment – trotz allem – an meine Jungs, genauso aber an unseren Gegner!“

Markus Krauthoff-Murfuni (ThSV Eisenach): „Am Ende hat er TuS die beiden Punkte verdient gewonnen. Ich bin immer noch geflasht von dieser Partie und das in mehrfacher Hinsicht. Da waren viele Hochs und Tiefs – und das bei beiden Teams. Dass Nettelstedt nach unserer 5:1-Führung zurückkommt, war klar. In den letzten Minuten vor der Halbzeitpause haben wir zu viel zugelassen. Dann verschlafen wir den Beginn der zweiten Hälfte und liegen mit neun Toren zurück. Daraufhin aber liefern wir wiederum eine gute Leistung ab. Wir haben schon bei anderen Titelanwärtern zweistellig verloren, heute Abend in Nettelstedt aber nicht. Nach dem 19:24-Anschluss haben wir das Tempo nochmal forciert. Wir haben dann “alles oder nichts” gespielt. Jetzt richtet sich unser Fokus aber schon wieder auf unsere nächste ganz wichtige Aufgabe gegen Wilhelmshaven.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke: Rezar (12 P.), Jepsen (1 P.); Becvar, Heiny, Baumgärtner (2), Ebner (2), Petreikis (4), Bagaric (2), Strosack (7/3), Mundus, Dräger (1), Spohn (5), Nissen (1), Speckmann (3), Petrovsky Skroblien (4).

ThSV Eisenach: Voncina (15 P.), Fehr; Volar, Iffert, Wöhler (4), Potisk (4), Hideg, Tokoc (7), Alaj, Dicker (1), Obranovic, Schneibel (3), Walz (1), Snajder (4/3), Weyhrauch (2), Saul (2).

Siebenmeter: 3/5 Skroblien an Voncina (3. und 5.)- 4/7 Snajder über das Tor (29.), Snajder an Rezar (35.), Saul an Rezar (37.)

Zeitstrafen:2:5 Spohn (15.), Petrovsky (35.) – Obranovic (11.), Dicker (18. + 34.), Tokic (34.), Walz (47.)

Schiedsrichter: Matthias Klinke und Sebastian Klinke

Zuschauer: – in der Merkur Arena

  • Peter Strosack
  • Jan-Eric Speckmann
  • Tom Skroblien
  • Aljosa Rezar
  • Leos Petrovsky
  • Mannschaft
  • Emir Kurtagic
  • Lutz Heiny
  • Yannick Dräger
  • Roman Becvar
  • Applaus der Mannschaft nach dem Spiel

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