TuS N-Lübbecke beißt es durch: Starkes Hamm-Westfalen mit 27:25 besiegt

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Der TuS hat sich durchgebissen – in einem Kampf auf Biegen und Brechen, das den Gegner aus Hamm anfangs der zweiten Spielhälfte immerhin zeitweise mit drei Treffern in der Vorhand sah, gelang den Nettelstedtern auch spielerisch später wieder mehr, je enger sich das Match dem Ende zuneigte. Vor allem Joel Birlehm – wie gewohnt möchte man fast sagen – und Kreisläufer Patryk Walczak (sieben Tore) drückten dem Freitagabendspiel den Stempel auf. Zudem sahen die 1.462 Zuschauer einen hellwachen und super engagierten Lukasz Gierak (9/5), während auch Dener Jaanimaa (5) und Valentin Spohn (5) zu guten Einzelresultaten bei den Treffern kamen. Als Joel Birlehm bei 25:24 genau eineinhalb Minuten vor Ende den Ball abwehrt und das Leder knapp ins Toraus statt ins Seitenaus gerät, war der Sieg erstmals ganz, ganz nah. Und 55 und 32 Sekunden vor Schluss schraubte dann Lukasz Gierak das Resultat auf 26:24 und 27:24!

 

Zum Spielverlauf: 1:2 lagen die Lübbecker nach fünf Minuten hinten, um aber dann erst einmal ein 4:2 (8. Minute) vorzulegen. Beim 2:2 (5.) hatte Dener Jaanimaa einfach mal abgezogen, das 3:2 resultierte aus einem verwandelten Siebenmeter von Lukasz Gierak, der auch zum 4:2 (nach zweiter Welle) traf. Einen Tempogegenstoß wusste Hamm (Torschütze Blohme) zum 5:5-Ausgleich zu verwerten (11.).

Schön vorbereitet vom TuS-Team war der Spohn-Treffer zum 6:5 (12.), während vor dem 7:5 (12.) Lukasz Gierak erst etwas gehalten worden war, dann sich aber schulmäßig wieder frei machte. Eine Birlehm-Parade begünstigte das 8:5 von Patryk Walczak dank zweiter Welle (15.). Ausgleich oder ein Ein-Tore-Vorsprung für Lübbecke war das Motto bis 26. Minute. Ein gewaltiger Wurf von Dener Janimaa, der aber dann abgefälscht wurde, bedeutete das 12:11 – in der grad erwähnten 26. Spielminute. Anschließend verabschiedete sich der TuS allerdings bis zum Pausenpfiff aus der Torstatistik, daher das nach 30 Minuten wenig befriedigende 12:14! Selbst zwei Birlehm-Paraden halfen in dieser Phase nicht.

Nach der Pause lagen die Gäste sogar (aus TuS-Sicht) mit 12:15 (32. Minute) und 13:16 (33.) in Front. Beim 17:17 hatte Nettelstedt erstmals wieder die Angelegenheit egalisiert, als Lukasz Gierak einen seiner fünf (von fünf!) verwandelten Siebenmeter ins Hammer Netz rauschen ließ. Die erstmalige Führung – seit dem 12:11 in der 26. Minute – schaffte Patryk Walczak zum 19:18 (46.), als er plötzlich ganz frei werfen konnte. Fortan blieben die Ziercke-Schützlinge permanent vorn, allerdings oft genug kam der ASV Hamm-Westfalen bis auf einen Treffer heran.

Erwähnenswert – bis zu den im Vorspann dieses Textes bereits geschilderten letzten 90 Sekunden – dann noch der gehaltene Siebenmeter von Peter Tatai gegen Vincent Sohmann in der 49. Minute, die wichtigen Spohn-Treffer zum 21:19 (49.) und 22:19 (50.). Beim 21:19 profitierte Spohn womöglich von der TuS-Euphorie nach diesem festgehaltenen Siebenmeter und beim 22:19 ging der Ball durch die Beine des Hammer Schlussmanns Oliver Krechel. Auch mit dem 24:22 – wieder „Valle“ Spohn – war ein wichtiger Schritt zum Sieg getan, ins lange Eck traf der Ex-Balinger.

Fazit: Ein denkbar knapper TuS-Sieg, aber nicht unverdient. Die Scharte aus dem misslichen Ferndorf-Match ist ausgewetzt. Viel Zeit zum Sich-Freuen haben die Nettelstedter Spieler allerdings nicht. Schon an diesem Samstag geht die Reise zum Sonntagsspiel Richtung Dessau. Zur „Halbzeit“ des Doppelspieltags hat sich der TuS jedenfalls auf Rang vier verbessert, bei jetzt 16:8 Zählern. Zum Tabellenersten sind es weiterhin drei Punkte Abstand.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Wir lassen in der 1. Halbzeit zu viel liegen und leisten uns knapp vor der Halbzeit auch noch ordentlich technische Fehler… Wir haben im weiteren Spielverlauf den Kopf aber nicht verloren, ja: die Jungs wollten unbedingt diesen Sieg! Zudem konnten wir bald auch vermehrt von einigen Fehlern des Gegners profitieren. Valle Spohn macht in der entscheidenden Phase auch drei wichtige Tore. Patryk Walczak liefert erneut ein hervorragendes Spiel ab und Joel Birlehm schwimmt weiter auf seiner Erfolgswelle. Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gewonnen!“

Kay Rothenpieler (ASV Hamm-Westfalen): „Ärgerlich, dass wir dieses gute Spiel verloren haben. Das es am Ende eng werden würde, war uns klar, hier trafen zwei leistungsfähige Teams aufeinander. Über gute Arbeit in der Abwehr wollten wir zum Erfolg kommen, was uns so etwa bis zur 40. Minute auch gelungen ist. Dann schaffen wir es aber in der Defensive nicht mehr, richtig zuzupacken. Klar, dass eine starke Mannschaft wie Nettelstedt sowas bestraft. Am Schluss haben uns zwei, drei Körner gefehlt… Das ist am Ende alles irgendwie okay, aber natürlich sehr schade für uns.“

TuS N-Lübbecke: Birlehm (17 Paraden), Tatai (1/1 Paraden); Genz, Walczak (7), Gierak (9/5), Bagaric, Strosack (1), Rakovic (n.e.), Spohn (5), Jaanimaa (5), Schade, Speckmann, Hövels (n.e.).

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (3/1 Paraden), Krechel (7 Paraden); Blohme (3), Huesmann (1), Milde (1), Brosch (2), Fuchs (1), Raguse (1), Sohmann (5/3), Schwabe (1), Lex (3), Südmeier, Gudat, Papadopoulos (1/1), von Boenigk (6).

Siebenmeter: 6/5 : 5/4 (Strosack scheitert an Storbeck / Sohmann scheitert an Tatai)

Zeitstrafen: 6:6 (min.) = (Walczak (16.), Schade (22.), Bagaric (53.) / Schwabe (5. und 12.), Blohme (38.))

Spielfilm: 1:2 (5.), 4:2 (8.), 5:5 (11.), 7:5 (12.), 8:6 (15.), 8:8 (17.), 10:9 (20.), 12:11 (26.), 12:14 (30.) – 12:15 (32.), 13:16 (33.), 15:16 (36.), 17:17 (38.), 19:18 (46.), 20:18 (47.), 22:19 (50.), 23:22 (54.), 24:23 (57.), 25:24 (58.), 27:24 (60..), 27:25 (60.).

Schiedsrichter: Colin Hartmann / Stefan Schneider

Zuschauer: 1.462 in der Merkur Arena Lübbecke

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