TuS siegt für Nikola: 25:22 gegen Rostock

Das letzte Heimspiel der Saison 2016/17 gewann der TuS N-Lübbecke am Samstagabend gegen den HC Empor Rostock mit 25:22 (12:10). Sehr emotional wurde es nach der Partie, als Kapitän Nikola Blazicko nach zehn Jahren im TuS-Torwart-Trikot von den Verantwortlichen und seinen vielen, vielen Fans am Wiehen feierlich verabschiedet wurde. Ebenfalls sein letztes Match im TuS-Dress bestritt Branimir Koloper, der ebenfalls Ovationen entgegennehmen durfte. Das Bundesligaspiel selbst, in dem es für beide Teams um nichts mehr ging, die Lübbecker Meisterschaft sowie der Abstieg Rostocks in die 3. Liga stehen ja längst fest, verlief keineswegs so einseitig, wie es der Tabellenstand vermuten ließ. Rostock kämpfte prima, machte Nettelstedt das Leben über weite Strecken sehr schwer. Dennoch ist der Lübbecker Sieg am Ende verdient.

Wie schon beim Match eine Woche zuvor daheim gegen Eisenach, begann Tim Remer auf der Rückraum-Mitte. Links von ihm agierte Ante Kaleb, rechts Pontus Zetterman. Folglich spielte Jens Bechtloff Linksaußen, als Rechtsaußen begann René Gruszka und am Kreis Nils Torbrügge.

Das 1:0 (1.) markierte der „Allrounder“ des TuS, Tim Remer, auch gleich aus dem Rückraum. Postwendend glich Rostock zum 1:1 durch Florian Zemlin aus. Sich abzusetzen, wie es von zahleichen Zuschauern sicherlich erwartet wurde, gelang der TuS-Mannschaft nicht. Einfache Fehler, wie ein nicht genutzter Siebenmeter oder Pfostentreffer verhinderten eine deutlichere TuS-Führung. Rostock hingegen machte seine Sache gut und glich in der 15. Minute erneut durch André Meuser zum 6:6 aus. Zwar legte Nettelstedt in den kommenden Minuten zwei Mal einen Treffer vor, doch gelang dem Team von der Ostsee stets der Ausgleich. In der 21. Minute entschied sich TuS-Trainer Aaron Ziercke für die erste Grüne Karte auf dem Zeitnehmertisch. Kenji Hövels agierte nun auf der Rückraum-Mitte und Branimir Koloper kam für Nils Torbrügge am Kreis. Drei TuS-Tore in Folge durch Tim Remer von Linksaußen, René Gruszka mit einem Tempogegenstoß und Kenji Hövels per Unterarmwurf sorgten mit dem 12:8 (24.) für die erste deutlichere TuS-Führung. Bis zur Pausensirene verkürzte Rostock allerdings noch auf 12:10.

Etwas träge kam der TuS N-Lübbecke aus der Kabine – im Gegensatz zu den Gästen. Nun warfen die Rostocker drei Tore hintereinander bis zum Nettelstedter 12:13-Rückstand (33.) durch Maximilian Schütze – die erste HCE-Führung. Dann Auszeit TuS. Aaron Ziercke rief seine Jungs also zusammen, brachte Jó Gerrit Genz für Pontus Zetterman und Kenji Hövels für Tim Remer erneut auf der Spielmacherposition. Der TuS glich aus, Rostock legte nun ein Tor vor, der TuS glich aus. Bis zum 16:16 (41.) ging das so. Nach zwei Ballgewinnen in der Abwehr, die für die Hausherren aber nicht zu Toren führten, netzte dann jedoch Kenji Hövels gegen seinen ehemaligen Verein zur 17:16-Führung für seine Nettelstedter ein (43.). Kurz darauf spielte Rostock in doppelter Unterzahl, ging beim 17:18 (45.) dennoch wieder in Front. Wieder Kenji Hövels (18:18, 45.), eine Parade Nikola Blazickos, ein Tor von Ramon Tauabo (20:19, 48.) sowie ein verwandelter Siebenmeter von Ante Kaleb (49.) zum 21:19 brachten Nettelstedt-Lübbecke alsdann doch langsam, aber sicher auf die Siegerstraße. Beim 25:20 fünf Minuten vor Spielende zweifelte niemand mehr in der Merkur Arena an einem Erfolg für den TuS im letzten Heimspiel der Saison 2016/17, es war die Folge eines Lübbecker 7:1-Laufes. Auf der Uhr standen noch 58:59 Minuten und Aaron Ziercke schenkte die letzte Auszeit seinem Kapitän Nikola Blazicko. Die Fans hatten da auch schon längst mit „Nikola, Nikola“-Sprechchören begonnen. Nikola war sichtlich gerührt und Peter Tatai hütete die letzten 61 Sekunden lang das Nettelstedter Gehäuse, bis mit dem Spielschluss die Verabschiedungs-Feierlichkeiten für Nikola Blazicko und Branimir Koloper beginnen konnten.

 

Stimmen zum Spiel:

Hans-Georg Jaunich (HC Empor Rostock): „Glückwunsch an meinen Kollegen zum verdienten Sieg heute und zum Aufstieg! Alles Gute für die neue Saison! Wir wollten uns heute so teuer wie möglich verkaufen und über weite Strecken ist uns dies auch gelungen. In der 1. wie in der 2. Halbzeit haben wir unserem Gegner das Leben sehr schwer gemacht. Dann haben sich in den letzten zehn Minuten bei uns aber doch ein paar leichte Fehler eingeschlichen, Nettelstedt kam besser ins Spiel und hat den Sieg nach Hause gebracht. Ich bin stolz über die Leistung, die meine Spieler heute gezeigt haben. Alle, die heute gespielt haben, haben den Verein toll vertreten.“

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Danke für die Glückwünsche! Zum Spiel möchte ich heute gar nicht groß etwas sagen. Kompliment an meine ehemaligen Rostocker Spieler, sie haben ihre Möglichkeiten toll genutzt. Wir haben heute lange dafür gebraucht, ins Spiel zu finden, haben uns das Leben selbst sehr schwer gemacht. Wir haben das Spiel heute für Nikola gewonnen. Er hat den Rahmen bekommen, den er sich verdient hat. Man hat gesehen, wie der Verein und die Menschen der Region hinter ihm stehen. Es ist toll für Nikola, seine Karriere zu Hause so beenden zu können.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Blazicko, Tatai; Genz, Kaleb (4/1), Bechtloff (6/3), Grabarczyk, Tauabo (2), Gruszka (2), Torbrügge, Zetterman (3), Koloper, Hövels (5), Remer (3/1).

HC Empor Rostock: Mehler, P. Porath; Meuser (3), Iliopoulos, Schütze (1), Flödl (4), Höwt (3), Papadopoulos (5/3), Lux, Zemlin (3), Trupp (2), J. Porath (1), Lind.

Siebenmeter:5/9- 3/4 Gruszka an Mehler (3.), Bechtloff an Mehler (29.), Remer an P. Porath (44.), Kaleb über das Tor (59.) – Papadopoulos an Blazicko (11.)

Zeitstrafen: 2 – 5 Torbrügge (16.), Koloper (27.) – Lux (19.), Zemlin (29.), Flödl (43.), Trupp (44. + 49.)

Schiedsrichter:Otto / Siebert

Zuschauer: 1.583

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