TuS stemmt sich prima gegen Melsungen – 19:22

Der TuS N-Lübbecke hat sein Bundesligaspiel am Donnerstagabend gegen die MT Melsungen zwar mit 19:22 (11:12) verloren, dabei über weite Strecken aber sehr überzeugt – vor allem in der ersten Halbzeit. Zu Beginn der Partie dominierten die beiden 6:0-Abwehrreihen in der Merkur Arena. Peter Tatai im TuS-Tor war einmal mehr bestens aufgelegt. Bis zum 5:5 hielten beide Seiten das Match offen. Einmal Julis Kühn und zweimal Dener Jaanimaa besorgten der MT Melsungen aber eine 8:5-Führung. Doch der TuS kam wieder ran, hätte zur Pause auch vorn liegen können. 11:12 hieß es nach 30 Minuten. In Durchgang zwei tat sich die TuS-Mannschaft gegen die robuste und großgewachsene MT-Abwehr dann schwerer. Aber auch den Nordhessen gelang es lange nicht, sich vorentscheidend abzusetzen. Eine doppelte Unterzahl Mitte der zweiten Hälfte überstand der TuS unbeschadet. Erst in der 50. Minute gab es durch einen Treffer Finn Lemkes beim 15:19 eine erste recht klare Führung der Nordhessen. Timm Schneider erhöhte auf 16:22 (57.), ehe Tim Remer per Feldtor und per Siebenmeter sowie Jó Gerrit Genz für den 19:22-Endstand sorgten.

 

Der 1:1-Ausgleich von Marko Bagaric bedeutete nach vier Minuten Lübbeckes erstes Tor. Nach einer Tatai-Parade legte Pontus Zetterman nach: das 2:1 (6.). Zum 3:2-Führungstreffer kam René Gruszka (7.). Die Partie wogte weiter hin und her und der TuS entpuppte sich als ebenbürtiger Gegner. „Nettelstedt, Nettelstedt“ skandierten die Lübbecker Anhänger von den Rängen. Wenn der TuS nun mal scheiterte, dann knapp (z.B. Pontus Zetterman an den Pfosten, 8. Minute). Ein herrlicher Unterarmwurf von Pontus allerdings landete zum 4:4 im MT-Gehäuse (10.). Hätte nicht Melsungens Torwart Johan Sjöstrand ein ums andere Mal klasse abgewehrt, wer weiß, ob es nicht noch viel besser für den TuS gelaufen wäre… Nach dem 5:5-Siebenmetertor von René Gruszka (12.), gelangen den Gästen allerdings drei Treffer hintereinander – zum 5:8. Leider verwarfen die Ziercke-Jungs da auch dreimal hintereinander, obwohl die TuS-Werfer super freigespielt waren. In diese Phase fiel auch die erste Auszeit für die Hausherren (17.).
Ganz phantastisch zeigte sich Marko Bagaric nicht nur beim 6:8-Anschluss (17.). Hoch stieg er und schaute sich vor dem Wurf auch noch den Keeper aus. Besonders jubelten alle im TuS-Lager, als Tim Remer beim 7:9-Treffer (20.) den Ball ins verwaiste Melsungen-Gehäuse werfen konnte. Dann setzte Reichmann einen Siebenmeter neben das TuS-Tor und mit einem erneuten Klasse-Gewaltwurf schaffte Marko Bagaric das 8:9 (21.). Gäste-Coach Michael Roth musste seine Reihen mit einer Auszeit neu zu ordnen versuchen. Eine ganz mustergültige Kombination der TuS-Jungs ging dem 9:10 (26.) voraus. Torschütze – erneut Marko Bagaric, der immer mehr Freude macht! Der 11:11-Ausgleich von Pontus Zetterman (28.) war vor allem deshalb bemerkenswert, weil ihm der Ballgewinn in der Abwehr gelang und mit der 2. Welle er auch selber zum Torerfolg vollendete. Melsungen, dass am Ende zwar verdient gewann und ein sehr faires Spiel bot, war aber doch in dieser Phase so manches Mal übernervös. Da verstolperte Reichmann vorn und kurz danach ging ein Pass ins Seitenaus. Leider fand aber auch der letzte TuS-Wurf vor der Pause sein Ziel nicht.

Im zweiten Durchgang hatte sich die MT-Abwehr besser auf den TuS eingestellt. Zudem verfolgte die Ziercke-Schützlinge auch etwas das Pech. So z.B. Nils Torbrügge und Luka Rakovic mit Würfen an die Latte. Bis rund zehn Minuten vor dem Ende blieb Lübbecke beeindruckend in Schlagdistanz. Alle vier Zeitstrafen ereilten die Nettelstedter nun in der zweiten Halbzeit, was die Sache auch nicht leichter machte. Wenngleich der TuS dabei eine zweifache Unterzahl super kompensierte, hier durch Tim Remer sogar zu einem Treffer kam. Es war das 14:17 (45. Minute). Auch hier – Remer traf vom Kreis aus halblinker Position, hatte es zuvor ein tolles Kombinationsspiel der Lübbecker gegeben. Die Halle war nochmals so richtig „da“! Zumal Luka Rakovic der 15:17-Anschluss (46.) gelang.
Ein 4:0-Lauf der MT Melsungen bis zum 15:21 (55.) war dann das entscheidende Momentum für die Nordhessen. Super, dass und wie der TuS das 16:22-Zwischenergebnis (56.) noch bis zum 19:22-Endstand abschwächte. Der TuS hat seinen Aufwärtstrend nach dem Punktgewinn am Sonntag in Leipzig bestätigt. Vor allem war die Abwehrleistung wieder sehr okay. Im Angriff ist vielleicht immer noch etwas Luft nach oben. Doch nächsten Donnerstag nach Ludwigshafen darf der TuS selbstbewusst fahren.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Für uns war heute Abend mehr drin, aber da hätte dann wirklich alles optimal laufen müssen. Wir haben uns viele Chancen herausgearbeitet, aber es war auch spektakulär, was Melsungens Torwart Sjöstrand zum Teil abwehren konnte. Gut 45 Minuten lang blieben wir auf Schlagdistanz. Insgesamt haben wir toll dagegengehalten. Mit unserer Abwehrleistung war ich zufrieden, die Quote im Angriff war dagegen nicht gut genug. Nun erwartet uns ein schweres Spiel in Ludwigshafen. Da wollen wir an die vielen guten Dinge aus den beiden letzten Partien anknüpfen.“

Michael Roth (MT Melsungen): „Wir sind froh über diese zwei Punkte. Es war mir klar, dass der Punktgewinn in Leipzig dem TuS Auftrieb gegeben hat. Meine Jungs wussten, es kann ein enges Spiel werden. Das wurde es lange Zeit auch, meine Spieler haben diesen Kampf gut angenommen. Gleichwohl war unser Team im ersten Durchgang oft übernervös. Da fehlte mir zu oft der Spielfluss. Aber solange wir die Punkte trotzdem holen, sollten wir doch zufrieden sein. Erwähnen will ich noch, dass unsere beiden Torwarte klasse gespielt haben und natürlich auch Dener Jaanimaa mit seinen neun Treffern.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai, Birlehm; Genz (1), Kaleb, Bechtloff (n.e.), Grabarczyk, Gierak (2), Bagaric (5), Gruszka (2/1), Rakovic (1), Torbrügge, Schade, Zetterman (3), Remer (5/1).

MT Melsungen: Simic, Sjöstrand; Allendorf (2/1), Boomhouwer, Danner, Golla, Haenen (n.e.), Jaanimaa (9), Kühn (3), Lemke (1), Maric (2), Mikkelsen, Ph. Müller, Reichmann (4/3), Schneider (1).

Siebenmeter: 2/3:4/5 (Gruszka scheitert an Simic / Reichmann neben das Tor)

Zeitstrafen: 8:6 (Torbrügge (32. + 44.), Grabarczyk (37.), Tatai (43.) / Golla (18.), Jaanimaa (42.), Schneider (59.))

Spielfilm: 2:1 (6.), 4:5 (11.), 5:5 (12.), 5:8 (16.), 6:9 (17.), 8:9 (21.), 11:11 (28.), 11:12 (29.) – 11:14 (37.), 13:15 (39.), 15:17 (46.), 15:21 (55.), 16:22 (56.), 19:22 (60.).

Schiedsrichter: Peter Behrens / Marc Fasthoff

Zuschauer: 1.348 in der Merkur Arena Lübbecke

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