TuS verliert 27:32 gegen starkes Coburg

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Der TuS N-Lübbecke hat auch das dritte Heimspiel in Folge nicht gewinnen können. In den sechs Partien zuletzt haben die Auswärtssiege bei den Rhein Vikings und vor acht Tagen in Hüttenberg die Bilanz immerhin so werden lassen, dass die Felixson-Schützlinge weiterhin von Rang 6 in dieser starken 2. Liga grüßen können. Nach der verdient mit 27:32 (14:15) verlorenen Partie am Samstagabend zuhause gegen den HSC 2000 Coburg kam TUSEM Essen in Hamm über ein Unentschieden nicht hinaus. Nettelstedts Tordifferenz bei Punktgleichheit ist um 10 Treffer besser. Gegen Coburg startete der TuS gut, hatte sich nach 21 Minuten einen 11:6-Vorsprung erspielt. Ein Happy End wurde der Abend aber dennoch nicht.

 

Zum Spielverlauf: Marko Bagaric eröffnete den Torreigen mit dem 1:0 nach 2 Minuten. Neun Minuten lang (bis zum 5:4, 9. Minute) ging der TuS stets in Führung und die Coburger glichen aus. Nach einem schönen Assist von Kenji Hövels traf Patryk Walczak zum 2:1 (4.) und Jens Bechtloff vom Siebenmeterpunkt zum 3:2 (6.). Jó Gerrit Genz fand ganz gescheit die Lücke vor seinem 4:3 (7.), während wiederum „Feile“ Bechtloff per Tempogegenstoß zum 5:4 vollendete (9.).

Mit Sprungwurf von halbrechts fegte der Ball in die lange Ecke, es war das 6:4 (11.) durch Marian Orlowski. Ins kurze Eck dagegen vollendete Kenji Hövels beim 7:5 (11.). Marian Orlowskis 8:6 (15.) war die Kopie des 6:4. Für den TuS lief es in dieser Phase ziemlich rund. In Unterzahl per Siebener traf Peter Strosack zum 9:6 (17.) und nach präziser Vorarbeit netzte Moritz Schade zum 10:6 (20.) ein. Obwohl Coburgs Trainer bei 19:41 min. eine Auszeit einschob, traf Kenji Hövels mit Gewaltwurf unter die Latte gar noch zum 11:6 (21.).

Doch der HSC 2000 Coburg hatte taktisch umgestellt, was deren Coach Jan Gorr auch in der Pressekonferenz später erläuterte (siehe „Stimmen zum Spiel“). Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass auch mit dem Torwartwechsel von Jan Kulhanek auf Konstantin Poltrum das Gäste-Team ganz gut fuhr. Binnen 5 Minuten – von TuS-Fehlern begünstigt – hatte Coburg das Resultat ein „wenig“ verändert, es stand in der 26. Spielminute plötzlich 11:11. Die letztmalige Lübbecker Führung an diesem Abend war bereits beim 12:11 (26.). Allerdings war’s ein sehr schöner Treffer, bei dem Dener Jaanimaa die Gäste-Abwehrreihe regelrecht ausgetanzt hatte. Nach schöner Nettelstedter Kombination war das 14:14 (29.) durch Mannschaftskapitän Jens Bechtloff der letzte TuS-Ausgleich im Spiel – Halbzeitstand 14:15.

In der zweiten Halbzeit musste Heidmar Felixson bereits bei 34:05 min. die nächste Auszeit angehen. Diese war bitter nötig, denn aus dem Pausenstand von 14:15 war ein 14:18 geworden! Erst beim 21:23 durch Jó Gerrit Genz (44. Minute) kam wieder etwas Spannung auf. Eine halbe Minute zuvor hatte Peter Tatai (er war zu Wiederbeginn nach der Halbzeitpause für Joel Birlehm gekommen) einen Siebenmeter gegen Florian Billek gehalten. Letztmalig einigermaßen „dran“ war der TuS nach dem 23:25-Anschluss (48.), einem Treffer wiederrum von Jó Gerrit Genz.

Dann aber gab es ein Siebenmeter-Foul und zwei Fehlpässe sowie einen Fehlwurf auf TuS-Seite. Der HSC 2000 Coburg nutzte dies zum 23:29 (53.). Dem TuS N-Lübbecke gelang es noch in der Folgezeit, ein Tor mehr als der Gegner zu werfen, die klare und verdiente Niederlage war dennoch nun Realität. Schön, dass in den letzten gut 5 Minuten noch Nettelstedts 3. Torwart Mats Grezesinski weitere Spielpraxis genießen durfte. Die letzten beiden Treffer des TuS gelangen Jan-Eric Speckmann, er traf zum 26:31 (57.), und Peter Strosack im Tempogegenstoß zum 27:31 (59.).

Einen netten und sehr versöhnlichen Heimspiel-Saisonabschluss 2018/2019 gab es in der Merkur-Arena – trotz der 27:32-Niederlage – dennoch. Denn nach dem Schlusspfiff feierlich verabschiedet wurden die TuS-Spieler Joel Birlehm, Luka Rakovic, Dener Jaanimaa und Kenji Hövels, Trainer Heidmar Felixson sowie das Physio-Team von Aktiv in Balance und Kinesiologe Efthimios „Effi“ Kompodietas. Der reiche Beifall von den Rängen tat allen richtig gut!

 

Stimmen zum Spiel:

Heidmar Felixson (TuS N-Lübbecke):
„Wir verlieren komplett den Kopf, nachdem es zunächst so gut für uns – bis zum 11:6 – gelaufen war. Ein Passfehler, ein verworfener Schlagwurf, ein Siebenmeter, der nicht ins Ziel kommt, schließlich ziehen wir auch noch in zwei 1:1-Situationen den Kürzeren… 27 Tore geworfen, das ist sehr okay. Aber 32 Treffer kassieren… Auch die Torwartleistung war diesmal bei uns nicht in Ordnung. Irgendwie scheint die Luft etwas raus, auf Platz 6 im Niemandsland der Tabelle liegend. In Aue zum Saisonabschluss wollen wir es unbedingt wieder besser machen.“

Jan Gorr (HC 2000 Coburg): „Meine Mannschaft hat mir heute Abend gut gefallen, vor allem im Vergleich zur Vorwoche, als wir gegen Hamm noch ein ganz schlechtes Spiel gezeigt haben. Wir haben uns ja vorgenommen, in den letzten beiden Saisonspielen uns noch mal wieder in einem ganz anderen Licht zu zeigen. Heute hatten wir anfangs Probleme in der Deckung, lagen 6:11 hinten. Wir griffen taktisch zu einem eher unorthodoxen Mittel, brachten den zweiten Kreisläufer und wurden auch sonst sehr diszipliniert. Zudem waren die Jungs schnell auf den Beinen. Als es bei 21:23 und 23:25 noch einmal etwas eng wurde, haben wir uns dennoch nicht mehr aus dem Konzept bringen lassen. Ich denke, die beiden Punkten waren verdient für uns.“

Statistik

TuS N-Lübbecke: Tatai (7/1 Paraden), Birlehm (1 Parade), Grezesinski (1 Parade); Genz (5), Walczak (1), Bechtloff (4/1), Gierak (1), Bagaric (1), Strosack (4/1), Rakovic, Spohn (2), Jaanimaa (2), Schade (1), Orlowski (3/1), Speckmann (1), Hövels (2).

HC 2000 Coburg: Kulhanek (1 Parade), Poltrum (8/2 Paraden); Hagelin, Jaeger (2), Wucherpfennig, Sproß, S. Weber (1), Prakapenia (n.e.), Billek (10/3), Timm (2), Knauer (3), Varvne (6), P. Weber (6), Neuhold (2).

Siebenmeter: 5/3 : 4/3 (Bechtloff und Strosack scheitern an Poltrum – Billek scheitert an Tatai)

Zeitstrafen: 8:4 (min.) = (Walczak (16. + 37.), Genz (41.), Bechtloff (52.) – Timm (44.), Neuhold (57.))

Spielfilm: 1:0 (2.), 3:3 (6.), 4:4 (8.), 6:4 (11.), 7:6 (15.), 11:6 (21.), 11:11 (26.), 12:11 (26.), 12:12 (27.), 13:14 (28.), 14:14 (29.), 14:15 (60.) – 14:18 (35.), 16:20 (37.), 18:20 (39.), 18:22 (41.), 19:23 (42.), 21:23 (44.), 21:25 (46.), 23:25 (48.), 23:29 (53.), 25:31 (60.), 27:31 (59.), 27:32 (60.).

Schiedsrichter: Tolga Karamuk / Nikos Seliger

Zuschauer: 1.341 in der Merkur Arena Lübbecke

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