TuS zieht mit 17:23 gegen Wetzlar den Kürzeren

Leider konnte der TuS N-Lübbecke das Heimspiel gegen die HSG Wetzlar am Donnerstagabend nicht für sich entscheiden. Nach einem vielversprechenden Start mit einer 3:1-Führung (4. Spielminute) gaben die Ziercke-Schützlinge das Heft leider rasch aus der Hand. Wetzlar kam besser ins Match und drehte seinen 2-Tore-Rückstand in eine 7:3-Führung (12.). Nach einer wieder besseren Phase kämpften sich die Nettelstedter zurück und verkürzten bis kurz vor der Halbzeitpause bis zum 9:10. In Hälfte 2 gelang es dem TuS zu selten, die starke Wetzlarer Abwehr ausreichend unter Druck zu setzen. Der 23:17-Erfolg für die Gäste war verdient.

 

Der Reihe nach: Zwei Paraden von TuS-Torwart Peter Tatai, der bis zur 53. Minute blieb und auf 10/1 Paraden insgesamt kam, halfen mit zur 3:1-Führung Lübbeckes. So trafen Tim Remer von links außen, René Gruszka per 2. Welle und Nils Torbrügge durch Tempogenstoß knallhart unter die Latte. Doch leider beeindruckte das den Gegner kaum. Leider leistete sich der TuS inzwischen Fehlwürfe, Fehlpässe und einen Ballverlust. Ein 6:0-Lauf Wetzlars brachte bereits nach 12 Minuten die 7:3-Führung. Nils Torbrügge verkürzte auf 4:7 (14.), doch Wetzlars Pöter setzte sich fast problemlos vor dem 4:8 (15.) durch.

Moritz Schade und Ante Kaleb wurden von TuS-Coach Aaron Ziercke eingewechselt und Tim Remer riss einen Siebenmeter, den Pontus Zetterman locker zum 5:8 (17.) verwertete. Nach einem Pöter-Fehlwurf gelang Ante Kaleb der 6:8-Anschluss (18.). Im Folgenden übertrafen sich beiden Seiten mit Fehlern und Fehlwürfen, ehe Bjornsen für die Gäste das 6:10 mit einem Siebenmeter schaffte (22.). Drei Treffer hintereinander für die Hausherren sorgten für eine besonders laute Halle und wieder gab’s Hoffnung für die „Rot-Schwarzen“. Nachdem Pontus Zetterman vom Punkt zum 7:10 (24.) verkürzt hatte, läutete eine Tatai-Parade den Nettelstedter Tempogegenstoß ein, den Jó Gerrit Genz per 2. Welle mit dem 8:10 (24.) krönte. Weitere zweimal wehrte Peter Tatai bravourös ab und Wetzlars Cavor warf den Ball ins Aus – klassischer Fehlpass ins Leere… Jó Gerrit Ganz sagte erneut Danke und das Wetzlar-Netz wölbte sich schon wieder – 9:10 (30.). Mit einem Wurf in allerletzter Sekunde (Hermann, 30.) musste der TuS dann doch mit zwei Toren Rückstand in die Halbzeitpause gehen.

Wieder rettete Peter Tatai zweimal, doch Kohlbacher verwertete ein Zuspiel zum 9:12 (34.). Moritz Schade verkürzte aber postwendend auf 10:12 (35.). Dann wieder Jubel für den TuS. Kein Torerfolg, wohl aber die Siebenmeterparade von Tatai gegen Bjornsen war der Grund. Beim Stand von 10:13 (36.) musste der TuS N-Lübbecke mit „4 gegen 6“ klarkommen, denn Moritz Schade und Marko Bagaric hatten Zweiminutenstrafen kassiert. Doch selbst in zweifacher Unterzahl kam Nettelstedt zum nächsten Treffer. Tim Remer wackelte gleich zwei Gegenspieler aus, nur noch 11:13 (37.) lautete der Rückstand. Mit einem 4:0-Lauf stellten die Gäste dann aber die Vorzeichen vorentscheidend auf Auswärtssieg. Dreimal Bjornsen und per Siebenmeter Holst (42.) sorgten für den 11:17-Rückstand der Gastgeber.

Doch das war eine nur vermeintliche Vorentscheidung. Denn der TuS erreichte nochmals einen Anschluss – bis auf zwei Tore, bis zum 15:17 (49.). Zunächst schloss Tim Remer ein sehr schönes Zusammenspiel zum 12:17 (43.) ab und ließ bald auch das 13:17 (45.) folgen. Jens Bechtloff kam nun in die Partie und übernahm im Rückraum Verantwortung. Einen feinen Aufsetzer ins linke Eck landete der Ex-Lemgoer, es stand 14:17 (47.). Pontus blieb ruhig beim nächsten Siebener: 15:17 (49.). Der TuS deckte nun auch offensiver. Doch danach hatten wieder die Gäste Glück und Können für sich, um auf 15:20 (53.) auszubauen, zweimal Hermann und Lindskog waren als Torschützen zu notieren.

Damit war die Partie gelaufen, obwohl der in der 53. Minute in den TuS-Kasten gewechselte Joel Birlehm noch zu drei Paraden kam. Pontus Zetterman setzte noch einen Siebenmeter an die Latte (55.). Am Ende stand der verdiente 23:17-Erfolg für die Gäste.

Wenngleich der TuS kurz vor der Halbzeit dran war und erneut zweifellos vorbildlich kämpfte, waren nur 17 Treffer doch zu wenig, um Zählbares davonzutragen. Den Zuschauern gebührt ein besonderes Lob, die den Lübbecker Farben erneut super den Rücken
stärkten.

 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Da brauchen wir nicht Drumherum zu reden. Bei nur 17 geworfenen Toren ist klar, wo der Schuh drückt. Mein Kollege Kai Wandschneider sagt, unsere Abwehr habe doch gut gespielt. Dem stimme ich nur teilweise zu. Das gelang uns nämlich auch erst ab Mitte der 1. Halbzeit – nach dem 3:7-Rückstand. Insgesamt betrachtet haben wir auch zu viele Zweikämpfe nicht gewonnen. Zudem spielten wir im Rückraum zu sehr vor der Wetzlarer Abwehr her, so dass diese kaum einmal herausrücken musste. Wir haben so auch zu selten Lücken in der gegnerischen Defensive gefunden. Ich hatte mir vor diesem Spiel durchaus was ausgerechnet. Der Stachel dieser Niederlage sitzt schon ein bisschen tief.“


Kai Wandschneider (HSG Wetzlar):
„Willst Du Gott zum Lachen bringen – habe einen Plan! Wir hatten einen Matchplan, der aber nur teilweise aufgegangen ist. Ich bin am Ende aber sehr erfreut und erleichtert, denn dies war für uns ein Big-Point-Spiel. Wir spielen eine starke Abwehr und auch die Torwartleistung war sehr erfreulich. Vor allem in der 2. Halbzeit haben wir gegen die starke Lübbecker Abwehr sehr diszipliniert agiert. Was mir bei uns gefehlt hat, waren die Gegenstoßtore und solche aus der 1. und 2. Welle. Es war ein sehr körperbetontes Spiel von beiden Seiten. Für uns war dieser Sieg mega wichtig, denn wie Nettelstedt haben auch wir ein hartes Auftaktprogramm.“

 

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Tatai, Birlehm; Genz (2), Kaleb (1), Bechtloff (2), Grabarczyk, Gierak, Bagaric, Gruszka (1), Rakovic (n.e.), Torbrügge (2), Schade (1), Zetterman (3/3), Remer (5/1).

HSG Wetzlar: Klimpke, Buric, Weber; Hermann (5), Kneer, Bjornsen (5/1), Pöter (3), Ferraz (1), Volentics (n.e.), Holst (1/1), Kraft (n.e), Schefvert, Kvist, Lindskog (1), Cavor (2), Kohlbacher (5).

Siebenmeter: 4/6:2/3 (Zetterman an die Latte und Remer scheitert an Klimpke / Bjornsen scheitert an Tatai)

Zeitstrafen: 6:4 (Grabarczyk (5.), Bagaric (36.), Schade (36.) / Lindskog (43.), Ferraz (59.))

Spielfilm: 0:1 (2.), 3:1 (4.), 3:7 (12.), 6:8 (18.), 6:10 (22.), 9:10 (30.), 9:11 (30.) – 11:13 (37.), 11:17 (42.), 15:17 (49.), 15:20 (53.), 17:21 (59.), 17:23 (60.).

Schiedsrichter: Colin Hartmann / Stefan Schneider

Zuschauer: 1.331 in der Merkur Arena Lübbecke

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