Diesmal war Gegner schlichtweg besser – verdientes 28:23 für Leipzig am ersten „Festspiel”-Abend

Auf allen Positionen, in allen Spielphasen und auch bei statistischen Daten: An diesem Tag vor Heiligabend war der Gegner ganz einfach besser als der TuS N-Lübbecke. Der SC DHfK Leipzig landete vor 832 (zugelassenen) Zuschauern einen vollauf verdienten 28:23 (13:10)-Erfolg bei einer Nettelstedter Mannschaft, die sichtlich bemüht, kämpferisch nie nachlassend, am Ende aber doch spielerisch klar in den Sachsen ihre Meister fand. Klar gab es auch schöne TuS-Treffer, in Tore umgemünzte Tempogegenstöße, Ballgewinne, hie und da gefällige Anspiele. Aber halt unterm Strich war das alles zu wenig. Auch das Torwartduell ging an diesem Abend gegen die Kurtagic-Schützlinge aus. Da an diesem 17. und letzten Hinrunden-Spieltag Balingen und auch der Bergische HC auswärts überraschend punkteten (je ein Unentschieden), hat sich die Situation für die Jungs vom Wiehen im Klassement nicht unbedingt verbessert, rutschten bei jetzt 10:22 Zählern auch wieder auf Rang 15 ab. Dagegen verloren aber Hannover, Stuttgart und Minden. Das Kalenderjahr schließt der TuS N-Lübbecke schon am Montag, 27. Dezember ab, wenn die HSG Wetzlar zum 2. (Weihnachts-)„Festspiel“ ab 19.05 Uhr in der Merkur Arena zu Gast ist.

 

Nur ein einziges Mal am ganzen Abend lagen die „Rothemden“ in Front. Das war beim 4:3 nach 8 Spielminuten und dazu hatte Tom Skroblien in Kreisläufer-Position getroffen. Erneut der Ex-Essener war es, der für den letzten Gleichstand sorgte, es war das 9:9 und man schrieb die 21. Minute. Da war der 7:9-Rückstand wettgemacht und als Stimulanz hatte kurz vor dem Ausgleich „Joschi“ Rezar einen Siebenmeter abgewehrt. Im Nachhinein durfte man als gewisse Vorentscheidung deuten, was danach passierte, als es binnen weiterer knapp sechs Minuten 9:12 stand. Vier Fehlwürfe unterliefen Lübbecke. Nach einem TuS-Stürmerfoul stand es gar 9:13, Lukas Binder hieß der Torschütze im Tempogegenstoß. Auf 10:13 schwächte mit seinem einzigen Treffer Leos Petrovsky (30.) ab.

Im zweiten Durchgang waren die Hausherren beim 11:13 (31.) Mrakovcic und 12:14 (34., Skroblien) nur noch zweimal auf zwei Treffer dran. Der TuS-Angriff war sichtlich bemüht, es prallten aber doch manche Durchbruchsversuche, Vorlagen, Würfe wie an einer Art Gummiwand ab. Da die Gäste auch nicht ganz ohne Fehler blieben, so bei einigen Angriffsaktionen, kam es noch zu dem ein oder anderen sehenswerten Nettelstedter Treffer. So traf z.B. Peter Strosack dreimal bei drei Würfen. Aber Leipzig hatte sich inzwischen schon ein ziemlich sicheres Polster an Vorsprung herausgearbeitet. So geriet der verdiente Erfolg Leipzigs überhaupt nicht mehr in Gefahr. Dem TuS gelang es andererseits aber auch, weil bemüht bis zur Schlusssirene, ein Debakel zu vermeiden. In den letzten 3 bis 5 Minuten auch mit erst zaghafter, dann deutlicherer offener Manndeckung.

Nettelstedts Mannschaftskapitän Peter Strosack sprach nach Spielende davon, dass vor allem „zu viele technische Fehler“ passiert seien. Ein weiterer Grund für das enttäuschende Endergebnis sei die erstklassige Torwartleistung auf Leipziger Seite. „Mit Kristian Saeveras haben sie einen starken Mann im Kasten“. Nicht nur das Keeper-Duell sei diesmal zugunsten des Gegners ausgegangen. Und Leipzig habe „oft extrem Tempo gemacht“. Der freie 24. Dezember werde aber auf jeden Fall „uns allen guttun“.

TuS N-Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann empfand diesen Abend als „eine herbe Enttäuschung“. Man habe sich allzu oft das Leben selbst schwer gemacht. Es kaum je gelungen, den Ball schnell fliegen zu lassen. Automatismen habe es auch keine gegeben – dieses Mal. Passungenauigkeiten, so vor allem in Richtung Kreisläufer, seien allzu oft zu beobachten gewesen. Dazu hätten sich „noch zahlreiche Kleinigkeiten summiert“. Der freie Tag im Kreis der Lieben sei jedoch „bestimmt eine gute Möglichkeit, neue Kraft zu tanken, abzuschalten.“ Alle Kräfte nochmals zu mobilisieren – das sei das Motto für die Partie am Montag in der Merkur Arena zum Jahresabschluss gegen die HSG Wetzlar.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Leipzig hat eine starke Torwartleistung gezeigt. Der Gegner stand nach der Niederlage gegen Minden unter Spannung und hat eine Antwort gegeben. Nach dem 9:9-Zwischenstand machen wir zu viele Fehler, Kleinigkeiten entscheiden da. Leipzig ist eine erfahrene Bundesliga-Mannschaft. Sie hat verdient gewonnen, wir sollten ihr Respekt zollen.“

André Haber (SC DHfK Leipzig): „Wir hatten heute Abend nach der vorherigen Niederlage eine Drucksituation. Wir sehr erleichtert, wie wir das diesmal gestalten konnten. Mit Freude und Kampfbereitschaft hat der TuS in dieser Saison schon oft genug begeistert. Genau mit solchen Tugenden wollten wir Lübbecke entgegentreten. In der 2. Hälfte haben wir souverän (in Anführungsstrichen) agiert. Es hat bei uns zwar nicht alles funktioniert, aber Einstellung und Mentalität stimmten. Lob an meine Mannschaft, aber auch an unsere Fans, die uns ganz prima unterstützt haben.“

 

Statistik

TuS N-Lübbecke:Asheim (1 P.), Rezar (2/1 P.); Heiny, Petreikis (2), Strosack (3), Mundus (2), Dräger, Kontrec (1), Mrakovcic (3), Spohn (1), Nissen (1), Speckmann (2), Petrovsky (1), Skroblien (7/2), Franke.

SC DHfK Leipzig:Saeveras (12 P.), Birlehm, Wiesmach (1/1), Ernst, Witzke (3), Krzikalla (8), Binder (3), Mamaic (3), Ivic (5), Remke, Sunnefeldt, Gebala (3), Milosevic (1), Esche.

Siebenmeter: 2/2 – 1/2 Krizikalla an Rezar (20.)

Zeitstrafen: Heiny (19.), Petreikis (24.), Nissen (39.), Dräger (50.) – Milosevic (21.), Gebala (25.), Ernst (30. + 58.), Sunnefeldt (50.)

Disqualifikation: Dräger (50.)

Schiedsrichter: Fabian Baumgart und Sascha Wild

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