Ein Rückschlag im Aufstiegsrennen: TuS verliert 30:33 bei Lübeck-Schwartau

Das war ein Schritt zurück im Dreikampf um den Bundesliga-Aufstieg: Zwar knapper, als es das Ergebnis auszudrücken vermag, aber dennoch vollkommen verdient hat der TuS N-Lübbecke am Mittwochabend beim VfL Lübeck-Schwartau 30:33 verloren. Erst zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr mussten die Kurtagic-Schützlinge beide Zähler dem Gegner überlassen. Ein Grund in der Niederlage lag in der Spitzenleistung von VfL-Ass Niels Gerar Versteijnen, der 13 Treffer in die TuS-Maschen hämmerte. Der TuS begann zwar ordentlich, das war aber nur eine Momentaufnahme. Nach der Nettelstedter 3:1-Führung (7. Minute) gab es einen 5:0-Lauf der Hausherren bis zur 17. Spielminute, die erste Auszeit für Nettelstedt war nötig. Nie mehr konnten die Ostwestfalen den Rest des Abends auch nur ausgleichen. Parallel gewann der HSV Hamburg in Emsdetten 34:27 und führt jetzt die Tabelle mit 46:10 Punkten an, vor Nettelstedt-Lübbecke (44:14) und Gummersbach (diesmal spielfrei, 43:13). Wiedergutmachung kann das Team vom Wiehen bereits an diesem Samstag, 15. Mai, betreiben, wenn zum Abschluss der Englischen Woche der ASV Hamm-Westfalen auf 19 Uhr in die Merkur Arena kommt.

 

Wie erwähnt legten die Kurtagic-Schützlinge ein 3:1 vor, doch schon bald lagen die stark ersatzgeschwächten Gastgeber ihrerseits mit 6:3 in Front. Im Spiel hielt seine TuS-Mannschaft aber nicht zuletzt „Valle“ Spohn, der dann drei Treffer in Folge für den TuS schaffte (sieben insgesamt an diesem Abend). Beim Halbzeitstand von 14:12 war noch alles drin für die Gäste aus Ostwestfalen, weil sie trotz der recht vielen Gegentore auch selbst ein paar Nadelstiche gegen Lübeck setzen konnten. So bei den Anschlusstreffern von Benas Petreikis (im 1 gegen 1) in der 20. Minute zum 9:7, Jan-Eric Speckmann mit seinem klasse Heber (22.) zum 9:8 und Florian Baumgärtner mit dem 11:9 (25.) ins lange Eck.

In Durchgang zwei hatte man als TuS-Beoachter gewiss die berechtigte Hoffnung, dass die Kräfte beim VfL wegen seines dezimierten Kaders irgendwann schwinden könnten. Doch ein Großteil der Angriffe von Lübeck-Schwartau fand dennoch das Ziel, es viel weiter Tor um Tor, der TuS hatte bei 18 Treffern in den zweiten 30 Minuten auch noch seine Erfolgserlebnisse, bekam aber eben weiterhin in der Defensive zu wenig Zugriff. Die Chance zum Ausgleich aber gab es nur ein einziges Mal, als bei 22:21 für Lübeck der TuS in Ballbesitz war (46. Minute), aber sich einen Fehlwurf leistete. Zwar selbst zweieinhalb Minuten vor dem Ende beim 30:28, im Tempogegenstoß hatte grad Peter Strosack getroffen, schien immer noch was drin. Doch wieder traf für den VfL Niels Versteijnen, diesmal zum 31:28 (58.).

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter beim TuS, verriet nach der Partie, dass „die Jungs selbst am meisten enttäuscht über diese Leistung sind“. Und von ihm gebe es keine kritischen Töne, zu gut sei es ja sonst zuletzt gelaufen und man „gewinnt und verliert immer gemeinsam“. Der Gegner mit „seinem arg dezimierten Kader“ habe genau das gemacht, „was dann erforderlich ist, geduldig die Angriffe auszuspielen“. Beim TuS sei das Teamspiel diesmal zu kurz gekommen, zu oft hätten individuelle Ideen das Tun bestimmt. Zudem: Weder im Tor, noch in der Abwehr – im Gegensatz zu zuletzt – habe man in die Partie gefunden. Immerhin „blieben wir lange Zeit dran und erzielen ein paar schöne Tempogegenstoßtore“. Schon Samstag gehe es ja weiter, daher könne die Parole nur „schnell wieder den Kopf nach oben nehmen“ lauten.

 

Stimme zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Wir haben heute nicht gut genug verteidigt. 33 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Nach den ersten guten 5 bis 7 Minuten liegen wir ‚mit 3‘ zurück. Und die Art und Weise wie wir dann oft vorne abschließen, macht es dem Gegner extrem einfach. Aber auch Lübeck hat das einfach gut gemacht, sie waren diszipliniert und spielten stark im Angriff. Gegentore haben wir von allen Positionen aus kassiert… In der 2. Halbzeit wurde es bei uns in der Offensive sicherlich etwas besser, es hat aber einfach nicht mehr gereicht. Auch weil wir insgesamt zu viele Zweikämpfe verloren haben.“

 

Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Borchert (9 P.), Engelhardt; Potratz, Gonschor (3),Lindskog Andersson (1), Hansen (3), Löfström (3), Ranke, Waschul (1), Versteijnen (13/4), Schrader, Kretschmer, Hagen (2), Bruhn (7).

TuS N-Lübbecke: Rezar (6 P.), Gercar; Becvar, Heiny (2), Baumgärtner (1), Ebner (2), Petreikis (2), Bagaric, Strosack (4), Mundus, Dräger (5), Spohn (7), Nissen, Speckmann (5), Petrovsky (1), Skroblien (1).

Siebenmeter: 4/5 – 1/1 – Lindskog-Andersson über das Tor (5.)

Zeitstrafen: 6:4 – Hansen (18. + 25. + 39.), Waschul (20. + 35.), Lindskog-Andersson (54.) – Bagaric (31.), Petrovsky (35.), Ebner (48.), Kurtagic (56.)

Disqualifikation: Hansen (39.)

Schiedsrichter: Julian Fedtke und Niels Wienrich

Zuschauer: – in der Hansehalle Lübeck

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