Für Berlin war’s lange ungemütlich – Dennoch verdienter 30:22-Füchse-Sieg über den TuS

Der TuS N-Lübbecke (wieder „ohne 5“, Speckmann wieder am Start, aber Petrovsky im Abschlusstraining am Samstag umgeknickt) hat sich erneut gegen einen Top-Klub hervorragend verkauft. Bei den Füchsen Berlin ermöglichte ein – die Halbzeitpause übergreifender – 6:1-Lauf der Kurtagic-Schützlinge vom 16:10 (28. Minute) bis zum 17:16 (36.) einen sehr knappen Rückstand, der sogar Hoffnung machte auf mehr. Ähnlich wie drei Tage zuvor im Pokal zuhause gegen Magdeburg setzte sich später dann der breitere Kader des Gegners durch. Auch wenn das TuS-Spiel nicht ohne Fehler verlief, agierte Lübbecke über weite Strecken couragiert im Angriff und resolut in der Deckung. Erst als Berlin seinerseits ein 7:2-Zwischenspurt gelang, war die Partie beim 24:18 (46.) für die Hauptstädter entschieden. Am Ende stand es 30:22 (Halbzeit 16:12). Da die hinter Nettelstedt liegenden Teams aus Stuttgart, Balingen und Minden auch alle verloren, musste der TuS nur Hannover-Burgdorf in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Lübbecke liegt nun bei 4:12 Zählern auf Rang 15. Der Spielplan konfrontiert Nettelstedt schon bei der nächsten Partie wieder mit einem Hochkaräter. Kommenden Samstag, 30. Oktober, 20.30 Uhr, läuft der THW Kiel in die Merkur Arena ein. Da muss und wird die Halle „brennen“! Diese TuS-Mannschaft verdient solch eine Unterstützung!

 

Schon in den ersten 30 Minuten wurde deutlich, dass das an diesem Nachmittag vor 2.800 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle kein Spaziergang für den hohen Favoriten werden sollte. Das 4:4 nach 10 Minuten hatte Tom Skroblien per Siebenmeter besorgt. Zum vierten Mal hatte Lübbecke die Berliner Führung ausgeglichen. Fehlwurf, Fehlpass und Stürmerfoul auf TuS-Seite ließen die Hausherren auf 7:4 (13.) davonziehen. Die recht klare 16:10-Zwischenführung der Füchse (28.) schwächten Peter Strosack und Yannick Dräger bis zur Pausensirene auf 16:12 ab.

Im zweiten Durchgang kamen die Ostwestfalen beim 17:16 (36.) am nächsten dran. Ein Highlight setzte der TuS auch mit dem Treffer zum 19:17 (40.), schon zum zweiten Mal in dieser Partie führte ein Kempa-Trick zum Tor. Wie beim 1:1 in der 7. Minute verwertete Tom Skroblien erneut den Assist von Peter Strosack.

Nachdem der TuS bis auf einen Treffer aufgeschlossen hatte, setzte sich Berlin dann recht abgeklärt durch. Es gab ein paar Fehler mehr bei den Gästen, die bis dahin mit Kampf, aber auch spielerisch positiv sehr überrascht hatten. Nicht grad von Nachteil für die Füchse auch, dass sie nun eine recht offensive Deckung stellten, mal 5:1, mal 3-2-1. 24:20 (49.) stand es nach einem Treffer von Yannick Dräger. Von diesem 24:20 stellte Berlin das Ganze aufs 30:21 (55.). Vier Paraden von Joschi Rezar in den letzten vier Minuten (!) verhinderten aber weitere Treffer der Gastgeber. Für den Endstand von 30:22 sorgte beim TuS Valentin Spohn bereits in der 56. Minute.

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter des TuS N-Lübbecke, war logischerweise etwas traurig über die Niederlage, aber in erster Linie bleibe festzuhalten, dass das Team alles gegeben habe und bis zur 40. Minute „das ganz super gemacht hat“. Das Ergebnis täusche etwas. Denn der TuS sei lange Zeit sehr auf der Höhe gewesen sei.

Dass sich am Samstag nun auch noch Leos Petrovsky verletzte, habe das Gastspiel in Berlin gewiss „nicht leichter gemacht“. Ein paar Fahrlässigkeiten zu viel habe es im Lübbecker Spiel gegen Ende gegeben. „Da ließen die Kräfte etwas nach“, da zuvor viel Kampf und Herzblut gut in die Waagschale geworfen worden seien. „Gut in der Endphase waren Joschi Rezars Paraden.“

 

Stimme zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Ähnlich wie am Donnerstag gegen Magdeburg machen wir das auch heute Nachmittag in Berlin über weite Strecke richtig gut. Berlin geht auf vier bis fünf Tore Vorsprung davon, aber wir kommen prima zurück. Dann aber kann der Gegner von der Bank gut ergänzen und im Tor steigert sich Dejan Milosavljev. Und wir treffen dreimal Latte oder Pfosten. Wir machen dann ein paar Fehler zu viel, aber Joschi fängt noch vier Hundertprozentige ab. Okay, wir haben im Moment viele Verletzte zu beklagen, aber die, die bei uns weiterhin auf der Platte stehen, können das kompensieren und kämpfen bestens!“

 

Statistik:

Füchse Berlin: Genz, Milosavljev (10 P.); Wiede (5), Holm (2), Andersson (2), Lichtlein, Lindberg (7/4), Michalczik, Morros, Chrintz, Matthes (5), Kopljar (3), Vujovic, Koch (2), Marsenic (2), Drux (2).

TuS N-Lübbecke: Asheim (5 P.), Rezar (5 P.); Heiny, Gernus, Petreikis, Strosack (5), Mundus, Dräger (5), Mrakovcic (4), Spohn (3), Nissen (1), Speckmann, Petrovsky, Skroblien (4/1).

Siebenmeter:4/5 – Lindberg an die Latte (34.) – 1/1

Zeitstrafen:Marsenic (33. + 38.) – Skroblien (13. + 37.), Nissen (35.), Petreikis (46.), Dräger (50.)

Schiedsrichter: Darnel Jansen und Lucas Hellbusch

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