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Nervenkrimi in der MERKUR Arena: TuS N-Lübbecke besiegt die Eulen Ludwigshafen

Der TuS N-Lübbecke hat am 10. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga einen hart erkämpften Heimsieg gefeiert. Gegen die Eulen Ludwigshafen setzte sich die Mannschaft von Davor Dominikovic am Freitagabend in der MERKUR Arena mit 23:22 (12:11) durch. Vor 1.354 Zuschauern entwickelte sich eine intensive und umkämpfte Partie, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Nach einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand bewies der TuS in einer dramatischen Schlussphase Nervenstärke und sicherte sich zwei wichtige Punkte vor der anstehenden Länderspielpause.

Die personellen Voraussetzungen waren dabei alles andere als einfach. Niklas Gautzsch musste nach einer Trainingsblessur pausieren. Auch Kasper Haugen Furu und Tjorven Sturhahn standen nicht zur Verfügung. Für Sturhahn gab es dennoch einen besonderen Moment: Nach seiner Operation war er erstmals wieder in der Halle und wurde von den Zuschauern herzlich begrüßt. Dafür rückten erneut Justus Westerbeck und Filip Dominikovic in den Kader. In der Anfangsformation standen Leon Grabenstein im Tor sowie Alexander Schulze, Finn Wullenweber, Niko Blaauw, Henri Pabst, Thies Bergemann und Yannick Dräger. Auf der Gästebank saß mit Michael Haaß zudem ein ehemaliger TuS-Trainer.

Die Lübbecker starteten mit einer aggressiven und gut organisierten Abwehr in die Begegnung. Besonders Henri Pabst packte im Defensivverbund konsequent zu. Dennoch fanden die Gäste zunächst immer wieder Lösungen über den Kreis. Bruno Eickhoff und seine Mitspieler nutzten ihre Möglichkeiten und gingen zwischenzeitlich sogar mit 8:11 in Führung. Der TuS ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer starken Parade von Leon Grabenstein leitete dieser einen Gegenstoß ein, den Yannick Dräger zum 7:7 abschloss.

Auch im Angriff fand Lübbecke zunehmend bessere Lösungen. Nach einer Auszeit von Davor Dominikovic überraschte der TuS die Gäste mit einer sehenswerten Kombination: Henri Pabst bediente Thies Bergemann, der den Ball per Kempa im Tor unterbrachte. Kurz darauf war Grabenstein erneut gegen den starken Kreisläufer Eickhoff zur Stelle. Bergemann zeigte sich zudem vom Siebenmeterstrich gewohnt souverän.

Kurz vor der Pause sorgte Niko Blaauw für ein weiteres Highlight. Nachdem Grabenstein einen Wurf der Gäste pariert hatte, erkannte Blaauw das leere Tor und traf aus der eigenen Hälfte zum 12:11. Mit einer knappen Führung ging es für den TuS in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Grabenstein knüpfte zunächst an seine starke Leistung an und sorgte mit einer besonderen Aktion für Aufsehen: Der TuS-Keeper versteckte sich in der Spielecke und täuschte damit ein leeres Tor vor. Die Ludwigshafener ließen sich tatsächlich darauf ein und warfen auf das vermeintlich verwaiste Gehäuse – doch Grabenstein war rechtzeitig zur Stelle und fing den Ball ab.

Im weiteren Verlauf kamen die Gäste besser ins Spiel. Der Torhüter der Eulen steigerte sich ebenfalls und erschwerte dem TuS das Toreschießen. Ludwigshafen nutzte die Phase und setzte sich auf 17:19 ab. Davor Dominikovic reagierte in der 46. Minute mit einer Auszeit. Anschließend übernahm Fredrik Genz zwischen den Pfosten und setzte direkt ein wichtiges Zeichen: Er parierte einen Siebenmeter und brachte die Halle endgültig zum Kochen.

Die Unterstützung von den Rängen wurde nun noch einmal lauter. Thies Bergemann verwandelte seine Siebenmeter gewohnt sicher und hielt den TuS im Spiel. Nachdem Max Santos einen weiteren Strafwurf herausgeholt hatte, übernahm Bergemann erneut Verantwortung. Malte Dederding traf anschließend aus der eigenen Hälfte ins leere Tor zum 21:21, ehe Alexander Schulze die Gastgeber mit 22:21 in Führung brachte.

Nun war der TuS endgültig am Drücker. Genz entschärfte weitere wichtige Würfe, während Santos erneut einen Siebenmeter herausholte. Bergemann blieb eiskalt und erhöhte auf 23:21. Die MERKUR Arena stand Kopf! Doch die Eulen gaben sich nicht geschlagen und verkürzten in der 58. Minute auf 23:22.

Davor Dominikovic nahm seine letzte Auszeit, um die entscheidenden Sekunden vorzubereiten. Ein Pass von Blaauw auf Dräger fand anschließend nicht den gewünschten Abnehmer, sodass Ludwigshafen noch einmal die Chance auf den Ausgleich erhielt. Nach einer Auszeit von Michael Haaß versuchten die Gäste, den letzten Angriff erfolgreich abzuschließen. Doch Malte Dederding blockte den entscheidenden Wurf und machte damit den umjubelten Heimsieg perfekt.

Der TuS belohnte sich damit für eine geschlossene Mannschaftsleistung, eine engagierte Abwehrarbeit und großen Kampfgeist. Besonders in der Schlussphase machten die Torhüterparaden von Genz, die Treffsicherheit von Bergemann vom Siebenmeterstrich und die lautstarke Unterstützung der Fans den Unterschied.

Ein besonderer Dank geht an alle unsere Fans! Ihr habt die Mannschaft von der ersten Sekunde an lautstark unterstützt und gerade in der entscheidenden Schlussphase für eine unglaubliche Atmosphäre gesorgt. Vielen Dank!

Rolf Hermann (Geschäftsführer/Sportlicher Leiter): „Es war keine einfache Woche für uns. Zusätzliche Ausfälle haben uns geschwächt und es war schwierig, überhaupt normale Trainingsabläufe hinzubekommen. Umso glücklicher bin ich, dass wir jetzt vor der Länderspielpause noch einmal alles reingeworfen haben. Gemeinsam mit einem fantastischen Publikum haben wir diese Punkte erkämpft. Gerade die Energie in der Schlussphase hat uns noch einmal richtig gepusht. Jetzt haben wir etwas Zeit, um die Wunden zu lecken. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Torschützen: Bergemann 7 (5/5), Blaauw 5, Pabst 4, Wullenweber 3, Dräger 2, Schulze 1, Dederding 1.