TuS „ohne 5“ dem hohen Favoriten 40 Minuten lang ebenbürtig – 23:30-Pokal-Niederlage

Die 2. Runde im DHB-Pokal hat der TuS N-Lübbecke am frühen Donnerstagabend zwar nicht überstanden, bot dem haushohen Favoriten SC Magdeburg aber bis zum 17:20 in der 40. Minute prächtig Paroli. In der ersten Spielhälfte, die 12:14 ausging, hatten die Kurtagic-Schützlinge keinen einzigen technischen Fehler zu beklagen, spielten ihre Angriffe ganz ruhig aus, so dass der hochdotierte Gegner auch nicht ins Tempospiel kam. Letztlich setzte sich die größere Abgeklärtheit und mehr noch die größere Breite im Kader zugunsten der Gäste durch. Einschließlich Jan-Eric Speckmann (Bänderverletzung) war die Verletztenzahl bei Lübbecke gar auf 5 angewachsen. Das Endergebnis von 23:30 wurde positiv überlagert von einer grenzenlos den TuS anfeuernden Anhängerschaft und den erstmaligen Einsätzen in der TuS-Ersten von Finn-Jannes Gernus und Marvin Meinking. Marvin Meinking gelang in der Schlussminute im Tempogegenstoß auch gleich sein erster Treffer – zum Endstand.

 

Wie erwähnt sahen die 536 Zuschauer in der Merkur Arena eine ausgeglichene erste Spielhälfte. Zwischen der 17. Minute (7:6, Tom Skroblien) und der 22. (10:9, Siebenmeter Tom Skroblien) lagen die Lübbecker sogar viermal in Führung. Auf der Habenseite auch, dass Joschi Rezar zwei Magdeburger Siebenmeter parierte. Sieben seiner insgesamt acht Treffer markierte Tom Skoblien in dieser ersten Halbzeit. Nicht vergessen werden darf zudem der Nettelstedter Ausgleich zum 6:6 (13.), als Peter Strosack den „Kempa“ von Tom Skrobien verwertete.

Magdeburg hatte zum zweiten Durchgang nicht nur Anwurf, sondern immer mehr das Heft dann in der Hand. Und die Hausherren leisteten sich nun doch den ein oder anderen Fehler. So einen Fehlwurf und einen technischen Fehler vor dem 17:21 (42.). Der TuS steckte indes nie auf und kam immer noch zu sehenswerten Treffern. So beim Torwurf ins lange Eck dank Valentin Spohn (18:22, 44.) und vom selben Spieler halblinks unten in die SCM-Maschen (19:24, 48.). Nach dem 8:2-Lauf Magdeburgs (vom 17:20 zum 19:28) traf noch Benas Petreikis zweimal hintereinander bis zum 21:28.

Nettelstedts Nr. 28, Marek Nissen, verdeutlichte unmittelbar nach Abpfiff, die erste Halbzeit des TuS sei „sehr ordentlich“ gewesen. Später – etwa ab der 40. Minute – habe leider vermehrt der Zugriff in der Defensive gefehlt. Dazu sei gekommen, dass es im Angriff „immer schwerer für uns wurde, Lücken zu finden“. Insgesamt habe Magdeburg das Ganze mit zunehmender Spieldauer „dann sehr souverän heruntergespielt“. Und die verletzungsbedingten Ausfälle beim TuS hätten ja auch eine Rolle gespielt. „Wir wollten unbedingt dranbleiben“, das habe leider nicht ganz funktioniert. Für die nächste schwere Partie, bereits am Sonntag in Berlin, nehme man jedoch sicher „viel mit aus der Partie heute Abend“.

Lübbeckes Sportlicher Leiter Rolf Hermann stellte fest, der TuS N-Lübbecke habe „klasse dagegengehalten“. Richtung Ende der Partie, seien leider zu viele einfache Fehler passiert. Die individuelle Klasse von Magdeburg sei dann immer mehr zum Tragen gekommen. Vor allem im 1 gegen 1 hätten die Wiegert-Schützlinge den Unterschied gemacht. „Ich freue mich natürlich sehr für Marvin Meinking, dass ihm kurz vor Schluss noch ein Torerfolg gelang“.

 

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Magdeburg hat einen souveränen und daher auch verdienten Sieg errungen. Ich gratuliere nicht nur zum Weiterkommen heute Abend im DHB-Pokal, sondern auch zum Erfolg beim IHF Super Globe und zum Traumstart in der Bundesliga. Wir hatten heute Abend Respekt vor diesem Gegner, aber keine Angst. In der ersten Halbzeit haben wir wirklich gut gespielt und klasse den Ball fliegen lassen. Da war hohes Niveau. Dazu kam unser leidenschaftlicher Kampf. Andererseits vergeben wir später auch acht Bälle… Der 4:0-Lauf des SCM vom 19:24 zum 19:28 führte dazu, dass wir unsere Hoffnungen begraben mussten. Auch Sonntag bei den Füchsen Berlin wollen wir wieder mit viel Leidenschaft kämpfen.“

Bennet Wiegert (SC Magdeburg): „Wir wussten, was im Pokal alles passieren kann. Wir wussten, was uns hier erwartete. Ein Kompliment an den TuS N-Lübbecke, der aufopferungsvoll gekämpft hat. Nettelstedt blieb in den ersten 30 Minuten ohne Ballverlust. Erst später konnten wir uns etwas absetzen und die Sache dann souverän für uns gestalten. Nun sind wir sehr erleichtert. Nicht auszudenken, bei der Auslosung des Achtelfinales wäre unser Name nicht mehr dabei gewesen. Was unsere derzeitige Belastung mit den vielen Partien anbelangt, so sind wir einfach gut im Rhythmus. Und die Jungs spielen lieber als dass sie trainieren!“

Statistik:

TuS N-Lübbecke: Asheim (2 P.), Rezar (6 P.), Heiny (2), Gernus, Petreikis (2), Strosack (1), Mundus, Dräger (1), Meinking (1), Mrakovcic (2), Spohn (4), Nissen (1), Petrovsky (1), Skroblien (8/1).

SC Magdeburg:Jensen, Green (9/3); Chrapkowski (2), Kristjansson (1), Pettersson (2), Magnusson (4), Hornke (2), Weber (4), Gullerud (1), Mertens (6), Jensen (1), O´Sullivan, Bezjak (2), Smits (4), Damgaard, Preuss (1).

Siebenmeter: 1/4 Skroblien an Green, Skroblien an Green (24.), Strosack an Green (30.) – 0/2 Magnusson an Rezar (5. + 14.)

Zeitstrafen: 4:2 Dräger (5.), Spohn (23.), Petrovsky (25.), Mundus (37.) – Chrapkowski (13. + 22.)

Schiedsrichter: Fabian Baumgart und Sascha Wild

Zuschauer: 537 in der MERKUR Arena

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