Viele sehr gute Ansätze, aber auch wieder leichte Fehler: TuS verliert 24:27 in Göppingen

Auch das zweite Saisonspiel in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga hat der TuS N-Lübbecke verloren, jetzt am Sonntagnachmittag vor 2.100 Zuschauern in der EWS-Arena bei Frisch Auf Göppingen, und zwar mit 24:27 (11:14). Aber erneut durften die Kurtagic-Schützlinge erhobenen Hauptes aus der Halle gehen. So lagen sie im ersten Durchgang zweimal in Front und hielten bis zur 24. Minute einen 10:10-Gleichstand. Positiv auch, dass nach der letzten Auszeit in der 53. Minute und bei 18:25-Rückstand es noch einen 6:2-Lauf, davon in den letzten viereinhalb Minuten sogar vier Treffer hintereinander, für Lübbecke gab. Das erklärt, warum der 27:24-Sieg für Göppingen nicht so arg ausfiel, wie kurz vor Ende noch befürchtet. Wie schon beim Pokalsieg vor zwei Wochen in Zweibrücken mussten die Nettelstedter wieder „ohne Vier“ antreten. Diesmal fehlten Tom Wolf (die bekannte Dauerverletzung) sowie Valentin Spohn, Lutz Heiny und Yannick Dräger (alle erkrankt). Der TuS rangiert jetzt vor Leipzig und Minden auf dem 16. Tabellenrang.

 

Wie erwähnt, waren die Kurtagic-Schützlinge 24 Minuten ein ebenbürtiger Gegner. Die Außenseiterrolle schien den TuS-Assen richtig gut zu schmecken. In dieser Phase gelang den Gästen noch recht viel, bei Göppingen lief einiges nicht rund. Zweimal (0:1, 1. Petrovsky vom Kreis, und 5:6, 12. Kontrec nach eigenem Ballgewinn) lag Lübbecke sogar in Front. Havard Asheim parierte gleich dreimal in den ersten 10 Minuten. Benas Petreikis dirigierte geschickt und kam zudem zu Treffern im „1 gegen 1“ wie bei seinem Schlagwurf in der 12. Minute, der das 5:5 brachte. Was fürs Auge: der „Kempa“ von Jan-Eric Speckmann zum 10:10 (24.) nach Assist von… Benas Petreikis! Zwei Fehlwürfe und zwei Ballverluste stärkte unnötigerweise den Gegner alsdann, der beim 14:11 bei Halbzeit doch die Nase einigermaßen klar vorn hatte.

In Durchgang zwei lagen die Gastgeber meist mit vier bis sechs Treffern in Front. Sie verwalteten ihren Pausenvorsprung recht geschickt. Positives gab es über Nettelstedt dennoch zu berichten. Dominik Ebner traf mit guter Quote, Marek Nissen steigerte sich, vor allem vorn. Rezar-Paraden kamen hinzu. Gut auch, wie im Vorspann schon erwähnt, dass die Nettelstedter am Schluss noch etwas drauflegen konnten, um noch das recht ansehnliche Endergebnis zu schaffen. Ach, übrigens, Luka Mrakovcic wurde später nicht nochmals auf die Spielfläche geschickt, da er leichte Schmerzen im Oberschekel verspürte. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, so Emir Kurtagic hinterher. Die Schulterverletzung von Tin Kontrec in der Schlussminuten sei (Stand direkt nach dem Spiel) „vermutlich nur eine Prellung“.

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter beim TuS, blickte kurz nach der Partie zunächst auf das, was erneut gut gelaufen sei. „Unser Spielsystem hat wieder funktioniert, wir waren meist geduldig im Angriff. Unsere Torhüter agierten weitgehend okay, unsere Abwehr bewegte sich viel. Nicht in Ordnung war erneut, dass wir Chancen gerade dann auslassen, wenn wir wieder ausgleichen oder nochmals in Führung gehen können. Da sind wir noch nicht clever genug und leisten uns zudem zu viele technische Fehler. Diese Dinge müssen wir ändern, um auch Punkte einfahren können. Klar aber auch, was den heutigen Nachmittag betrifft, dass wir personell geschwächt waren. In der Summe spielte auch das eine Rolle.“

 

Stimme zum Spiel:

Emir Kurtagic (TuS N-Lübbecke): „Ich will jetzt nichts über Gebühr schönreden. Und doch fand ich sehr gut, dass sich die Jungs nach dem 18:25-Rückstand nicht aufgegeben haben. Vorn haben wir dann vermehrt getroffen, Torwartparaden haben uns da auch geholfen. Auch in der 1. Halbzeit machen wir vieles lange Zeit richtig und setzten Göppingen ganz schön unter Druck. Leichte Fehler bringen uns dann aber – wie schon gegen den BHC – um den Lohn. Dass uns vier wichtige Spieler heute Nachmittag gefehlt haben, darf nicht unerwähnt bleiben. Aber dass Leute ausfallen können, gehört zu einem Saisonverlauf nun mal dazu. Gut ist, dass uns für die Vorbereitung auf das nächste Spiel zuhause gegen Balingen jetzt sieben Tage bleiben. Als Favorit sehe ich uns da sicherlich nicht, zumal nach Balingens Sieg jetzt gegen Minden.“

 

Statistik

Frisch Auf! Göppingen: Rebmann (4 P.), Kastelic (5 P.); Neudeck, Smarason (2), Kneule (2), Lindenchrone (3), Haymann (5), Bagersted (1), Ellebaek, Schiller (5/2), Goller (1/1), Gulliksen (5), Hermann (1), Kozina (2).

TuS N-Lübbecke:Asheim (5 P.), Rezar (7/2 P.); Baumgärtner (1), Ebner (5), Petreikis (4), Strosack (1), Mundus, Kontrec (3), Mrakovcic (1), Nissen (2), Speckmann (2), Petrovsky (3), Skroblien (2/1).

Siebenmeter: 1/1 – 3/6 – Schiller an den Pfosten (7.), Schiller an Rezar (17.), Gulliksen an Rezar (49.)

Zeitstrafen: 5:4 Lindenchrone (34.), Gulliksen (36.), Kneuele (39.), Ellebaek (55.), Smarason (60.) – Strosack (16.), Nissen(24.), Petrovsky (41.), Kontrec (48.).

Schiedsrichter:Tanja Kuttler und Maike Merz

Zuschauer: 2.100 in der EWS Arena

Werbung

ad_handmade

ad_azkoyen