
TuS empfängt Dessau – Improvisation in der Vorbereitung, volle Konzentration am Freitagabend
26. März 2026Der vierte Sieg hintereinander – N-Lübbecke gewinnt auch gegen Dessau – Das 27:24 ist mehr als verdient

Als trotz 3-facher Unterzahl Tim Roman Wieling in der 54. Spielminute das 23:18 markierte, überbordete die ohnehin grandiose Stimmung in der MERKUR Arena völlig. Es war der endgültige Auftakt zur After-Work-, besser: zur After-Week-Party des TuS N-Lübbecke mit allen seinen treuen Anhängern. Die Erleichterung vor 1.501 Zuschauern war immens, denn der Dessau-Roßlauer HV hatte lange Zeit ziemlich gut mitgehalten, wenngleich der Gegner nur am Anfang beim 1:1 (5. Minute) und beim 3:3 (10.) zweimal ausgleichen konnte, sonst stets einem Rückstand hinterherlaufen musste. Der vollends verdiente 27:24 (12:8)-Sieg ist nun schon der vierte doppelte Punktgewinn am Stück und bei 25:25 Zählern hat der TuS Nettelstedt-Lübbecke nicht nur ein ausgeglichenes Punkteverhältnis erreicht, sondern jetzt schon – zumindest über Nacht – den 8. Tabellenrang erklommen.
Es war einmal mehr eine Teamleistung, die den Jungs vom Wiehen den schönen Erfolg, den vollen Ertrag brachte. Wobei in der Einzelkritik bei jedem einzelnen Spieler auch die individuellen Daten sehr okay waren. Fredrik Genz verbuchte 14 Paraden, Kasper Haugen Furu und Alexander Schulze je 7 Treffer. Ein Sonderlob für ihren unermüdlichen Einsatz in der Defensive bekamen später Yannick Dräger und Jacob Lundahl nicht von irgendwem, sondern von ihrem Coach Davor Dominikovic zugesprochen – und zwar im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz.
Die kommenden Aufgaben von Nettelstedt-Lübbecke haben es weiter in sich – treu dem bekannten Motto, dass in dieser 2. Bundesliga jede Euphorie übertrieben und auch gefährlich werden würde, gleichwohl sich die Jungs auch zurecht freuen sollen und auch dürfen nach 8:0 Punkten hintereinander! „Das Wochenende ist frei“ verkündete denn auch Davor Dominikovic. Die drei nächsten Aufgaben: Schon recht bald steht die Partie gegen den HSC 2000 Coburg an, erneut in der MERKUR Arena, und zwar am (Grün-)Donnerstag, den 2. April, ab 20 Uhr. Anschließend kommt es zur (relativ) kurzen Fahrt nach Nordhorn-Lingen, das Spiel ist auf Samstag, den 11. April, 19.30 Uhr, terminiert. Darauf folgt Freitag, den 17. April, die Heimpartie gegen Eulen Ludwigshafen.
Wie oben bereits angedeutet, hatte der TuS am Freitagabend das Heft weitgehend in der Hand, ließ – wie erwähnt – nur zweimal einen Dessauer Ausgleichstreffer zu. 11 seiner insgesamt 14 Paraden gelangen Fredrik Genz in der ersten Spielhälfte. Und auch die Defensive am Kreis ackerte klasse und mit zählbarem Erfolg. Nur 8 Gegentreffer in einer Halbzeit, das war wirklich eine allerbeste Leistung. Dabei deckte Nettelstedt-Lübbecke in der 5:1-Variation, mit Yannick Dräger als Vorgezogenem. Nur dann, wenn sich ein Dessauer Abschluss andeutete, ging die Nr. 19 des TuS einige Male für Sekunden in die „6:0“ zurück. Vom 8:6 (17.) zum 11:6 (22.) performten die Hausherren besonders gut mit 2 Furu-Treffern und dem 11:6 dank Yannick Dräger, der das kleine runde Leder ins leere Gäste-Tor bugsieren konnte.
„Wild“ wurde es nochmal gegen Ende der Partie. Zwar war die 22:17-Führung der Rothemden in der 52. Minute bereits ein einigermaßen sicherer Vorsprung, doch 3 Zeitstrafen binnen 42 (!) Sekunden gegen den TuS bedeutete gewiss etwas Stress. Doch das 23:18 bei 3-facher Unterzahl (im Vorspann bereits erwähnt) dank Tim Roman Wieling brachte die Arena (positiv) zum Kochen. Souverän, ruhig, äußerst abgeklärt brachten die TuS-Asse die Sache dann bis zum 27:24 nach Hause.
Rolf Hermann, Geschäftsführer des TuS, brachte seine Freude über den Handballabend mit dieser Hauptaussage zum Ausdruck: „Ich freue mich über die nun so sichtbare positive Entwicklung der Mannschaft!“ Man habe diesmal „nie während der 60 Minuten so richtig zittern müssen“. Keine der nun noch folgenden Partien „werden einfach“, aber die Jungs seien bestens aufgestellt. Die Reaktion des Lübbecker Publikums, als plötzlich mit 3-facher Unterzahl habe gespielt werden müssen, freue ihn ganz besonders: „Alle sind aufgestanden – Danke dafür!“
Stimmen zum Spiel
Davor Dominikovic (TuS N-Lübbecke): „In der Abwehr stehen wir lange Zeit ganz besonders stabil mit vielen Paraden von „Fredi“ Genz. Ein Lob aber auch an die gesamte Mannschaft, die auch Herausforderungen, die es im zweiten Durchgang noch gab, bestens angenommen und meist gelöst hat. Ein Tor gelingt uns gar bei nur noch 3 Spielern auf dem Feld!“
Vanja Radic (Dessau-Roßlauer HV): „Das war ein verdienter Sieg für den TuS! Aber auch ich bin stolz auf meine Mannschaft, so wie sie 5 Minuten vor Schluss trotz 3-Tore-Rückstand noch gekämpft hat. Wir wussten, wie flexibel Nettelstedt agieren kann. Und wir wussten, dass wir unser Spiel breit anlegen müssen. Mein Trainerkollege hat taktisch immer wieder was geändert, wir brauchten Zeit, um uns stets dann neu aufzustellen.“
Statistik
TuS N-Lübbecke: F. Genz (14 P.), Grabenstein; Santos (4), Heiny, Westerbeck, Sturhahn, Furu (7), Schulze (7), Lundahl, Dräger (1), Hornyak, Blaauw (1), Pabst (2), Blazicko, Wieling (5/2).
Dessau-Roßlauer HV06: Platzwald (15/1), Ambrosius, Gonschor (1), F. Haake (2), C. Haake (1), Neagu (3), Powarzynski (4), Nowak (4), Misovych, Schüler (4/2), Hertzfeld, Pust (5).
Siebenmeter: 2/3 Wieling an Platzwald (4.) – 2/2
Zweiminutenstrafen: Dräger (15.), Lundahl (52.), Schulze (52.), Furu (53.) – Powarzynski (20.), C. Haake (44.), Neagu (45.+ 56.)
Schiedsrichter: Paul Kijowski und Lukas Strüder
















































