
TuS reist zum Tabellenführer nach Bietigheim
21. Februar 2026TuS-Sieg beim Tabellenführer – Abwehrumstellung und zeitweise neuer Rückraum bringen die Wende – aus 3:9-Start wird ein 31:30-Erfolg!

Fast 56 Jahre ist es her, dass Katja Ebstein den Schlager „Wunder gibt es immer wieder“ sang. Ein Wunder, dass der TuS N-Lübbecke am späten Sonntagnachmittag bei Tabellenführer SG BBM Bietigheim mit 31:30 (15:13) gesiegt hat? Auf den ersten Blick ja, vor allem, was das Resultat betrifft, zumal nach der so extrem desolaten 2. Spielhälfte vor neun Tagen zuhause gegen Großwallstadt. Irgendwie aber auch normal das Ganze, also kein Wunder, weil Trainer und Spieler des TuS so unglaublich viel richtig gemacht haben diesmal – ab Mitte der 1. Hälfte. So ist nach dem misslichen Match-Start bis zur 12. Minute (3:9 gegen Nettelstedt-Lübbecke) die 5:1-Deckung in die 6:0 gewechselt worden und hat Coach Davor Dominikovic für einige Zeit danach den kompletten Rückraum ausgewechselt gehabt.
So konnte sich der TuS N-Lübbecke seinen 11. Tabellenrang wieder zurückerkämpfen, den Großwallstadt in der Nacht von Samstag auf Sonntag zunächst eingenommen hatte. Da Krefeld am Wochenende auch gewann, liegen die Jungs vom Wiehen von neuem satte 9 Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt. 17:23 Punkte lautet die aktuelle Zwischenbilanz für N-Lübbecke. Mit 8 Paraden zeigte sich bei den Gästen in der Kiste Fredrik Genz einmal mehr bestens, die stärksten Torjäger des TuS waren am Sonntag Tim Roman Wieling (9/2) und Yannick Dräger (6). Davon waren Drägers drei Treffer vom Kreis hintereinander zwischen der 53. und 57. besonders Gold wert. Bereits am kommenden Mittwoch, 25. Februar, 20 Uhr, steht die nächste Partie für Nettelstedt-Lübbecke an, wenn der HBW Balingen-Weilstetten zum Duell in die MERKUR Arena einläuft. Abgeschlossen wird die Englische Woche am Samstag, 28. Februar, 18 Uhr, beim 1. VfL Potsdam.
Mit einem 5:0-Lauf nach dem 3:9-Rückstand (12. Minute) waren die Dominikovic-Schützlinge beim 8:9 (19.) bereits wieder zurück in der Partie. Nach Assist von Jó Gerrit Genz kam Lutz Heiny nach 25 Minuten erstmals zum Ausgleich, es war das 11:11. Nach TuS-Ballgewinn erzielte Sven Weßeling beim 13:12 die erste Führung für die Rothemden, die diesmal übrigens in schwarzen Trikots aufliefen. Die gute Phase für die Ostwestfalen riss auch bis zur Halbzeitpause nicht ab. Der 15:13-Vorsprung (die letzten 18 Minuten mit 12:4 gewonnen!) war ein unmissverständliches Statement für den Moment wie auch für die 2. Halbzeit.
Nie mehr sollten dem Tabellenführer noch Führungstreffer gelingen. Lediglich beim 16:16 (34.), 17:17 (35.) und 22:22 (44.) war es Bietigheim möglich gewesen, vorübergehend Gleichstände zu erzielen. Der TuS agierte aber weiter äußerst ruhig und abgeklärt. Es blieb eine sehr souveräne Vorstellung, auch wenn 12 Sekunden vor dem Ende (31:30-Führung, bei TuS-Ballbesitz noch 12 Sekunden zu absolvieren) noch eine weitere Auszeit für N-Lübbecke gebucht werden musste. Zwar verwarfen die Gäste nochmals, aber 1 Sekunde später war die Partie auch schon beendet. Nettelstedt-Lübbecke hatte die Sensation geschafft und Bietigheim seine erste Saison-Heimniederlage zu verkraften!
Rolf Hermann, Geschäftsführer des TuS N-Lübbecke, machte es am Sonntag um kurz vor 19 Uhr natürlich besonders Spaß, auf dieses so erfreuliche Spiel zurückzublicken. „Es hat anfangs überhaupt nicht gepasst, da musste ich mir doch noch reichlich Sorgen machen! Es ist uns dann aber bald fantastisch gelungen, Bietigheims Anrollen klar zu durchkreuzen. Das war so nicht unbedingt zu erwarten, zumal nach dem Desaster in Halbzeit zwei bei der vorigen Partie. Es war eine Reisen-Leistung, dann auch den Rest der Spielzeit so konstant zu agieren!“ Zudem habe ihn gefreut, „dass Tjorven Sturhahn sich wunderbar eingefügt hat und auch noch einen Treffer erzielen konnte!“ Kurzum: „Ich bin sehr stolz auf das Team.“ Fehler habe es nach der 12. Minute zwar auch noch gegeben, „aber nur ganz wenige und die haben unseren Erfolg auch überhaupt nicht gefährden können!“
Stimme zum Spiel:
Davor Dominikovic (TuS N-Lübbecke): „In der Partie zuvor waren wir in der 2. Halbzeit schlecht drauf, dieses Mal liefen die ersten 12 Minuten gegen uns. Abgerechnet wird jedoch immer nach 60 Minuten, diesmal zu unseren Gunsten. Zunächst fehlten uns Energie und Aggressivität. Die vier Einwechslungen, am Kreis und im gesamten Rückraum, ermöglichten uns dann Frische, die fast mehr noch zum Umschwung geführt hat als allein die Umstellung in der Defensivtaktik. Im zweiten Durchgang hat dann wiederum Niko Blaauw Leadership gezeigt. Vor allem war das Ganze aber eine Team-Leistung. Alle Jungs im Kader sind für uns wichtig. Das war heute Abend wieder deutlich zu sehen!“
Statistik
SG BBM Bietigheim: Tomovski (2 P.), Hedlicka (6 P.); Vlahovic (1), Bacani (1), Claus (2), Hadzimuhamedovic, Wolf (4), de la Pena, Nicolaus, Wiederstein (1), Orlov, Strosack (9), Pfeifer, M´Bengue, Fischer (5), Hermann (7).
TuS N-Lübbecke: F. Genz (8/1 P.), Grabenstein (2 P.); G. Genz, Santos (2), Heiny (1), Hörr, Sturhahn (1), Schulze (2), Lundahl, Dräger (6), Hornyak, Blaauw (3), Weßeling (4), Pabst (3), Blazicko, Wieling (9/2).
Siebenmeter: 3/4 Wolf an Genz (3.) – 2/2
Zweiminuten: Wiederstein (13. + 40.), de la Pena (58.) – Wieling (10.), Dräger (34.), Weßeling (55.)
Schiedsrichter: Marvin Cesnik und Jonas Konrad
















































