
TuS N-Lübbecke empfängt die Eulen Ludwigshafen zum Freitagabend-Duell
16. April 2026Wo ist die zuletzt so prächtige Form geblieben? – Beschämender Auftritt des TuS N-Lübbecke am Freitagabend gegen Ludwigshafen führt zu mehr als verdienter 22:30-Niederlage

„Stolz auf den gemeinsamen Weg – Herzlichen Glückwunsch!“ Dies stand – in italienischer Sprache – auf einem Banner, das TuS-Anhänger zum Anpfiff um 20 Uhr ausgerollt hatten. Gewiss eine nette Geste, da wirkten die 5 Siege am Stück von vor der Niederlage bei Nordhorn-Lingen noch angenehm nach. Eine Stunde und 40 Minuten später hatten die Ereignisse und vor allem das Endergebnis diesen Ausspruch jedoch ad absurdum geführt – schnelllebige Welt im Profisport! Das 22:30 (10:15)-Debakel am Freitagabend gegen die Eulen Ludwigshafen offenbarte eine Nettelstedter Zweitliga-Mannschaft, in der längst vergessen geglaubte Schwächen und Fehler erneut Platz gegriffen haben. Mit so wenig Leidenschaft, mangelndem Stil und ganz einfach auch Unvermögen lässt sich in der 2. Handball-Bundesliga nun mal gar nichts erreichen.
Auf 10:0 Punkte am Stück sind nun 0:4 Zähler in Folge passiert. Man gut, dass das klare und recht lang andauernde Zwischenhoch ermöglicht hat, dass „nach unten“ tatsächlich überhaupt nichts mehr passieren kann. Doch in den jetzt noch verbliebenden 6 Saisonspielen geht es darum, Werbung zu machen für den Dauerkartenverkauf der kommenden Spielzeit 2026/27. Und da gucken potenzielle Käufer am Wiehen ab sofort natürlich genau hin. Das Team bleibt also extrem gefordert. Und dies so sehr, als ginge es tatsächlich noch um Klassenerhalt oder Aufstieg.
Der TuS N-Lübbecke ist nun wieder auf den 11. Rang abgerutscht, hat 27:29 Punkte auf seinem Konto. Kommenden Freitag, 24. April, 20 Uhr, steht die Auswärtsaufgabe beim TuS Ferndorf als nächstes an. Sonntag, den 3. Mai, 17 Uhr, geht es zuhause in der MERKUR Arena gegen den TV Hüttenberg, ehe am Freitag, 8. Mai, Anwurf um 19 Uhr, die Dominikovic-Schützlinge beim VfL Eintracht Hagen anzutreten haben.
Die Niederlage an diesem Freitag in der MERKUR Arena vor 1.393 Zuschauern war u.a. auch deshalb verdient, weil Torfolgen bzw. Spielverlauf sich in der Bilanz nur allzu deutlich abbilden lassen. Die Jungs vom Wiehen führten 1:0 (Yannick Dräger vom Kreis, 1. Minute) und 3:2 (Henri Pabst, 5.), schon das 4:4 (wieder Dräger, 8.) war aber der letzte Gleichstand des Abends. Auf 4:9 (12.) ging es – also rasch nach unten für den TuS. 3 Fehlwürfe, ein Fehlpass waren in dieser Zeit die Negativ-Daten bei den Gastgebern. Vom 5:10 zum 8:10 bäumten sich die Dominikovic-Schützlinge nochmal etwas auf, Wieling, Blaauw und Santos hatten getroffen. Doch sowohl beim 8:13 (24.) und zum Pausenpfiff beim Stand von 10:15 lagen die Gäste wieder einigermaßen deutlich vorn und das Ganze vor allem sehr verdient.
Ein weiteres kleines Aufbäumen gab es, als der TuS vom 12:17 (37.) zum 15:17 (Weßeling, 41.) aufschlossen hatte. Doch anschließend passierten rasch wieder zu viele Fehler, zudem hatte Gäste-Keeper Ziga Urbic (13 Paraden) einen ziemlich guten Tag erwischt. Normalform erreichte diesmal kein einziger Spieler von N-Lübbecke. Das war alles einfach zu wenig, um nochmals ganz auf Tuchfühlung zu kommen. Spätestens beim Zwischenstand von 19:26 (50.) war die Sache zugunsten der sehr couragiert auftretenden Gäste entschieden. Insgesamt wirkten die Angriffe des TuS zu selten durchschlagkräftig und die 30 Gegentore wiesen auch ein schlechtes Zeugnis für die Defensive aus. Ob in der „5:1“ oder „6:0“ oder kurz mal gegen Richtung Ende der Partie auch in offener Manndeckung… Nichts brachte wirklich was.
Das hatte man zuletzt seltener gesehen, aber Rolf Hermann, Geschäftsführer des TuS, machte nach der Partie am Freitagabend ein sehr ernstes und auch trauriges Gesicht. Die allgemeine Körpersprache sei die ganze Partie lang „überhaupt nicht in Ordnung gewesen“. Oft habe das Timing nicht gestimmt, nicht zuletzt „auch in der Abwehr“.
Stimmen zum Spiel:
Davor Dominikovic (TuS N-Lübbecke): „Wir haben einen hochverdienten Sieg für Ludwigshafen gesehen. Als wir gegen Großwallstadt verloren haben, zeigten meine Spieler wenigstens noch eine gute 1. Halbzeit. Aber das hier heute Abend war von der 1. bis zur 60. Minute gar nix! Ich schäme mich ob dieser Leistung. Da war heute nur Unsicherheit, es gab eine Unmenge an technischen Fehlern, es gab keinen wirklichen Zugriff in der Abwehr… Ich höre jetzt auf, alles aufzuzählen…“
Michael Haaß (Eulen Ludwigshafen): „Das war ein Top-Auftritt meiner Mannschaft von der 1. bis zur 60. Minute! Es macht mich sehr stolz, wie wir diese Aufgabe hier heute Abend gelöst haben. Dieser Sieg war sehr, sehr wichtig für uns im Kampf ums Überleben in der Liga!“
Statistik
TuS N-Lübbecke: F. Genz (2 P.), Grabenstein (7 P.); G. Genz (1), Santos (2), Hörr, Sturhahn (1), Schulze (3), Lundahl, Dräger (3), Hornyak, Blaauw (5), Weßeling (1), Pabst (3), Blazicko (1), Stange, Wieling (2/1).
Eulen Ludwigshafen: Wenning, Urbic (13/1); Menges, Schaller (9/1), Eisel (3), Zobel (3), Hein (2), Müller, Falk, Schwarzer, Röller (3), Straub (8), Schmitt (2), De Hooge, Schwarz.
Siebenmeter: 2/3 – 1/2
Zeitstrafen: Sturhahn (6.), Wieling (8.), Pabst (12.), Schulze (16.) – Röller (1. + 37. + 41.), Schmitt (48. + 55.)
Disqualifikation: Röller (41.), 3. Zeitstrafe
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff





















































