
Saisonfinale in der MERKUR Arena: TuS empfängt HC Oppenweiler/Backnang
5. Juni 2026Rang 8 nach 38:33 über Schlusslicht Oppenweiler – Abend der Verabschiedungen mit vielen Umarmungen – Drei Siege zum Abschluss passen zur Wende zum Guten beim TuS N-Lübbecke

Der frühe Samstagabend in der MERKUR Arena zerfiel wie erwartet in zwei Teile unterschiedlicher Prägung, aber in beiden Fällen war es einfach nur gut und tat allen wohl. Da war zum einen der 38:33-Abschlussieg für 2025/26 mit einem lange sehr umkämpften, aber verdienten 38:33 (21:18)-Erfolg des TuS N-Lübbecke über Schlusslicht, Aufsteiger und Wieder-Absteiger HC Oppenweiler/Backnang. Da war zum zweiten das Abschiedszeremoniell von immerhin gleich fünf verdienten TuS-Handballern, die in der kommenden Saison nicht mehr für den TuS N-L aufs Spielfeld laufen werden, nachdem vor der Partie Dennis Finke aus dem Betreuerstab und Torsten Appel als langjähriger Geschäftsführer unter ebenso großem Beifall Dank ausgesprochen wurde. Und in diesem Bericht keinesfalls zu vergessen ist, dass auch den beiden Schiedsrichtern dieser Partie, Frederic Linker und Sascha Schmidt, adieu gesagt und sie mit Präsenten des TuS bedacht wurden. Die Schiris zeigten an diesem Abend eine famose Leistung – ohne jegliche Fehler!
Hinter all diesen – trotz Abschiedstränen – vielen und sehr angenehmen Regularien trat die Handball-Partie aber keineswegs in den Schatten. Dazu passierte auch hier wieder sehr viel, Tempohandball, lange spannend mit vielen Toren. Die 1.487 Zuschauer in der MERKUR Arena sahen 71 Tore in den 60 Minuten, somit fiel im Schnitt alle 50,7 Sekunden ein Tor. Der doppelte Punktgewinn für die Hausherren war verdient, aber keinesfalls so (relativ) eindeutig, wie es das Endergebnis suggerieren mag. Beim 28:29 (47. Minute) hatte Oppenweiler/Backnang sogar nochmals eine Führung erreichen können. Lange praktizierten die Gäste in der Offensive die „7 gegen 6“-Variante, womit die Jungs vom Wiehen nicht immer klar kamen. Aber die Dominikovic-Schützlinge performten in der Offensive fast immer gut, ließen die Kugel rasch fliegen, waren auch flott auf den Beinen und trickreich in Armen und Händen.
Nach dem 30:30-Zwischenstand (48.) stand die Paarung längst auf des Messers Schneide. Der 5:1-Lauf für die Lübbecker bis zum 35:31 (54.) war dann der vorentscheidende Move für Nettelstedt. Im Nachwurf traf Alexander Schulze (31:30, 49.), Henry Pabst in der zweiten Welle (32:30, 49.), Tjorven Sturhahn erhöhte auf 33:31 (51.), ehe Alexander Schulze nach Fredrik-Genz-Parade das 34:31 markierte (54.). Sehr schön schließlich auch der Heber, für den sich Max Santos beim 35:31 (54.) entschied. Kapitän Jó Gerrit Genz setzte den Schlusspunkt in der Schlussminute – zum 38:33.
Mit diesem Sieg festigte der TuS Nettelstedt-Lübbecke seinen 8. Tabellenplatz, der nun in der Abschlusstabelle durchaus leuchtet, berücksichtigt man den insgesamt holprigen Start vorigen Herbst. Rang 7 wurde es nicht, weil auch Lübeck/Schwartau sein Abschlussspiel gewann.
Geehrt wurden nach der Partie sechs TuS-Handballer. Der Reihe nach – sowie sie aufgerufen wurden: der 3. Torwart Louis Kleinschmidt, Rechtsaußen Bence Hornyak, Rückraumspieler Sven Weßeling, Rückraum-Kollege Lutz Heiny, Rechtsaußen Tim Roman Wieling und – verbunden mit besonderen Ovationen von den Rängen – Mannschaftskapitän Jó Gerrit Genz. Jó Gerrit Genz, der zuletzt ein zweites Mal (2022 bis 2026) am Wiehengebirge angeheuert hatte, hielt dann eine recht emotionale, vor allem aber auch menschlich sehr berührende, ganz einfach voll nette Rede. Dabei bedankte er sich liebevoll bei seiner Herkunftsfamilie, der eigenen Familie, seinem Mitspieler und Bruder Fredrik sowie bei der Mannschaft, deren Käpt’n er zuletzt war. Der TuS sein „Herzensverein geworden“.
Abschließend ging der Dank von Geschäftsführer Rolf Hermann „an alle Sponsoren für die tolle Unterstützung“. Namentlich dankte Rolf Hermann der MERKUR Group und dem Unternehmen Wortmann. „Eine ordentliche Rückrunde“ sei den TuS-Männern auf der Spielfläche gelungen Rolf Hermann dankte auch Trainer Davor Dominikovic und dem gesamten Betreuerstab. „Harte und fleißige Arbeit“ läge hinter allen.
Stimmen zum Spiel:
Davor Dominikovic (TuS N-Lübbecke): „Das war heute – mit den vielen Abschieden – ein emotionaler Tag. Da ist es nie einfach, den Fokus auch noch ausreichend auf den Sport zu richten. Aber auch dafür haben die Jungs fleißig gearbeitet. Beim „7 gegen 6“ fehlte uns oft das rechte Timing. Zum Saisonfazit: Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung, mein Dank geht an meine Mannschaft! Und ich danke unseren Fans für die immer immens laute Unterstützung!“
Rui Silva (HC Oppenweiler/Backnang): „Ich bin stolz auf meine Mannschaft! Wir wussten, wie gut der TuS organisiert ist und auch, wie schnell Nettelstedt spielen kann. Es ist nie einfach, hier in Lübbecke zu bestehen. Es war eine schwierige Saison für uns. Auf Wiedersehen, Zweite Liga!“
Statistik
TuS N-Lübbecke: F. Genz (5 P.), Grabenstein (11/1 P.), G. Genz (5), Santos (3), Heiny (2), Sturhahn (1), Furu (2), Schulze (3), Lundahl, Dräger (2), Hornyak (2), Blaauw (3), Weßeling (1), Pabst (4), Blazicko (4), Wieling (6/4).
HC Oppenweiler / Backnang: Hörnig (3 P.), Boieck (3 P.); Gislason (5), Hail, Buck, Fröhlich (5/3), Diebel (2), Schmiedt (5), Monta de Sousa (2), Klingler (6), Krügele, Rauh, Dederding (8).
Siebenmeter: 4/4 – 3/4
Zweiminuten: Heiny (14.) – Monta de Sousa (20. + 39.), Fröhlich (38.)
Schiedsrichter: Frederic Linker und Sascha Schmidt



























































